EuroNCAP Crashtest Honda HR-V EuroNCAP
EuroNCAP Crashtest DS4
EuroNCAP Crashtest Honda HR-V
EuroNCAP Crashtest Dacia Sandero
VW Polo EuroNCAP-Crashtest 10 Bilder

Euro NCAP-Crashtest: Die Ergebnisse aus 2022

Euro NCAP-Crashtest 2022 DS4 und HR-V mit nur 4 Sternen, Jogger fällt durch

In der zweiten Crashtestrunde 2022 wurden zwei Autos gecrasht und drei bewertet. Der DS4 und der Honda HR-V erhielten beide nur vier Sterne. Der Dacia Jogger wird mit einem Stern abgespeist.

Auch 2022 gelten für die Euro NCAP-Crashtests weiterhin die in 2020 verschärften Kriterien. Neu ist ein Unfallszenario, wie es auf Landstraßen typisch ist: Ein Auto prallt frontal auf eine rollende Barriere; beide Fahrzeuge bewegen sich mit 50 km/h aufeinander zu (lesen Sie hier mehr zu diesem Thema). Der neue Crash löst den seit 1997 verwendeten Versuch ab, bei dem das Auto auf ein stehendes Hindernis traf. Hinzu kommen weitere Verfeinerungen, die auch die Dummys betreffen. Eine weitere Verschärfung der Spielregeln folgt ab Juli 2022. Dann sind nämlich Sicherheitssysteme wie autonomes Bremsen und Geschwindigkeitsassistenten vorgeschrieben.

DS4 nur gegen Aufpreis mit 5 Sternen

EuroNCAP hat den Kompakt-SUV DS4 in einer Version mit Serienausstattung und einer Variante mit aufpreispflichtiger Sicherheitsausrüstung gegen die Wand gefahren. Die Basiskonfiguration erzielt dabei nur vier Sterne, erst mit dem Sicherheitspaket werden 5 Sterne erreicht. Bei den Punkten zahlt das Sicherheitspaket ausschließlich auf das Kriterium Sicherheitsausstattung ein. Alle anderen Kriterien bleiben davon unbeeinflusst. Keine echten Schwächen leistet sich der Franzose bei der Insassensicherheit, wo er 32,6 Punkte und eine 85-Prozent-Wertung holt. Gleiches gilt für die Kindersicherheit. Hier stehen 42,4 Punkte und 86 Prozent zu Buche. Den Fußgängerschutz bewerten die Tester mit 40,5 Punkten und 74 Prozent. Im Kriterium Sicherheitsausstattung notieren die Tester für die Basisversion 10,4 Punkte und 65 Prozent. Ist der DS4 mit dem verbesserten Notbremsassistenten ausgestattet, der Kamera- und Radartechnik kombiniert, dann steigt die Bewertung auf 13,2 punkte und 82 Prozent – das Gesamtergebnis in Folge auf 5 Sterne.

4 Sterne für den Honda HR-V

Ebenfalls nur 4 Sterne weist der aktuelle Crashtest für den japanischen Kompakt-SUV Honda HR-V aus. Beim Insassenschutz kommt der Honda auf 31,3 Punkte und eine 82-Prozent-Bewertung. Abzüge gab es hier für eine leicht erhöhte Verletzungsgefahr beim Seitenanprall, wenn sich die Passagiere gegenseitig verletzen können. 36,8 Punkte und 75 Prozent stehen dem Japaner bei der Kindersicherheit zu Buche. Hier führte eine erhöhte Verletzungsgefahr für große Kinder auf der Rückbank beim Seitencrash für Abzüge. Im Kriterium Fußgängerschutz holt der HR-V 39,1 Punkte und 72 Prozent. Die Sicherheitsausstattung wird mit 12,6 Punkten und 78 Prozent bewertet.

Dacia Jogger mit nur einem Stern

Nicht gecrasht aber dennoch bewertet wurde der Dacia Jogger. Der Rumäne erbt seine Bewertung vom in 2021 getesteten Plattformbruder Dacia Sandero, der seinerzeit nur auf zwei Sterne kam. Eine fehlende Anschnallerinnerung auf der dritten Sitzreihe kostet weitere Punkte bei der Sicherheitsausstattung und damit einen Stern in der Gesamtwertung. Den Insassenschutz bewertet EuroNCAP mit 26,6 Punkten und 70 Prozent. Deutliche Abzüge gab es für den schlechten Schutz beim Heckanprall sowie beim seitlichen Crash, wo sich die Passagiere gegenseitig verletzen können. Im Kriterium Kindersicherheit kommt der Dacia auf 34,1 Punkte und 69 Prozent. Kritik gibt es hier für die schwache Schutzwirkung für große Kinder in der zweiten Reihe beim Frontalaufprall. Beim Fußgängerschutz verhagelt der Notbremsassistent, der Fußgänger und Radfahrer nur schwer erkennt, die Bewertung. Es gibt 22,2 Punkte und 41 Prozent. Im Kriterium Sicherheitsausstattung notieren die Tester nur 6,4 Punkte und 39 Prozent.

VW Polo mit 5 Sternen

Der neue VW-Kleinwagen holt sich im Crashtest eine Fünf-Sterne-Wertung, auch weil er über einen Mittelairbag verfügt. Er schützt nicht nur seine Insassen bestens, er ist auch für Unfallgegner ein gutmütiger Crashpartner. Beim Insassenschutz holt der Polo 35,9 Punkte und so eine 94-Prozent-Wertung. Beim Thema Kindersicherheit bemängeln die Tester leichte Schwäche bei größeren Kindern. Der VW holt hier 39,5 Punkte und damit eine 80-Prozent-Wertung. 38 Punkte und eine 70-Prozent-Wertung fährt der Polo beim Fußgängerschutz ein. Weitere 11,4 Punkte und nochmals eine 70-Prozent-Wertung fließen aus der Sicherheitsausstattung in die Gesamtwertung ein.

5 Sterne für den Lexus NX

Der japanische SUV, der sich seine Plattform mit dem Toyota RAV4 teilt, kommt ebenfalls auf eine Fünf-Sterne-Wertung. Beim Insassenschutz werden ihm aber nur 31,6 Punkte und 83 Prozent gutgeschrieben. Kritik gibt es für den möglichen Zusammenprall mit entsprechenden Verletzungsfolgen der beiden Frontpassagiere beim Seitenanprall. Auch wird der NX für seine Unfallgegner als eher unangenehmer Crashpartner eingestuft. Keine Blöße gibt sich der NX im Kriterium Kindersicherheit. 42,9 Punkte sorgen hier für eine 87-Prozent-Wertung. 45,2 Punkte und 83 Prozent holt der Japaner beim Thema Fußgängerschutz. 14,7 Punkte bringen im Kriterium eine satte 91-Prozent-Wertung.

Renault Mégane E-Tech holt 5 Sterne

Der kompakte Crossover sichert sich ohne wirkliche Schwächen eine Fünf-Sterne-Wertung beim EuroNCAP-Crashtest. Im Kriterium Insassenschutz holt der Franzose 32,6 Punkte und somit 85 Prozent. Für Unfallgegner ist er ein eher angenehmer Crashpartner. Keine Ausfälle zeigt der Mégane bei der Kindersicherheit und sichert sich so 43,3 Punkte und 88 Prozent. Ein zu unnachgiebige Motorhaubenkante kostet den Mégane beim Fußgängerschutz Punkte. Er kommt so auf derer 35,4 und 65 Prozent. Die Sicherheitsausstattung wird mit 12,7 Punkten und 79 Prozent bewertet.

VW Taigo mit 5 Sternen

Der mit dem VW Polo verwandet SUV Taigo holt beim Crashtest wie sein Markenbruder fünf Sterne. Mit 35,9 Punkten und 94 Prozent liegt er beim Insassenschutz exakt gleichauf mit dem Polo. Beim Thema Kindersicherheit behütet der etwas höhere Taigo die kleinen Passagiere etwas besser, was ihm hier eine 84-Prozent-Wertung mit 41,2 Punkten einbringt. Auch beim Fußgängerschutz übertrifft er den Polo mit 38,8 Punkten und einer 71-Prozent-Wertung marginal. Gleichstand herrscht wieder bei der Sicherheitsausstattung. EuroNCAP notiert hier 11,4 Punkte und 70 Prozent.

BMW 2er Coupé mit 4 Sternen

Der BMW-Zweitürer kommt im Crashtest nur auf eine Vier-Sterne-Wertung. Beim Insassenschutz sammelt der Bayer 31,3 Punkte und kommt so auf 82 Prozent. Die Passagiere sind gut geschützt, die Tester bemängeln aber einen fehlenden Mittelairbag. Auch für Unfallgegner wird der 2er als unangenehmer Partner eingestuft. 40,1 Punkte und 81 Prozent sammelt der 2er beim Kriterium Kindersicherheit. Ein schwacher Schutz im Kopfbereich für größere Kinder auf der Rückbank beim Seitenaufprall verhindert hier eine bessere Bewertung. Wegen einer zu harten Motorhaubenkante erreicht der BMW beim Fußgängerschutz nur 36,6 Punkte und eine 67-Prozent-Bewertung. Im Kriterium Sicherheitsausstattung sammelt der BMW nur 10,2 Punkte und 64 Prozent. Kritik gibt es hier für den schlecht auf Radfahrer reagierenden Notbremsassistenten.

5 Sterne für VW ID.5 und Ford Tourneo Connect

Nicht extra gecrasht wurden die beiden Modelle VW ID.5 und Ford Tourneo Connect. Der Elektro-VW erbt die Fünf-Sterne-Wertung die der nahezu baugleiche VW ID.4 bereits eingefahren hat. Gleiches gilt für den Ford, der ja in seiner neuen Generation der baugleiche Zwilling zum VW Caddy ist. Der Ford übernimmt dessen 5-Sterne-Wertung

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Im Euro NCAP-Crashtest schneidet mittlerweile fast kein Auto mehr richtig schlecht ab. Punktabzüge für Sicherheitsmängel gibt es nur selten; da kosten eher zu geringe Basis-Sicherheitsausstattungen wertvolle Punkte für eine Fünf-Sterne-Wertung.

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