Tesla Gigafactory Tesla
Tesla Model Y (2020)
Tesla Model Y (2020)
Tesla Model Y (2020)
Tesla Model Y (2020) 13 Bilder

Tesla Gigafactory in Deutschland

Neue Fabrik könnte vier Milliarden Euro kosten

Elon Musk hat am Dienstag (12.11.2019) in Berlin den Bau der vierten Gigafactory in Deutschland angekündigt. Das Werk soll in der Nähe des neuen Berliner Flughafens BER entstehen und könnte bis zu vier Milliarden Euro kosten.

Der Standort im brandenburgischen Grünheide (östlich von Berlin) war bereits zusammen mit Emden, Dörpen im Emsland sowie einer Location an der Grenze zu den Benelux-Staaten in der engeren Auswahl. Dort sollte auch schon einmal BMW-Werk entstehen.

Mögliche Tesla-Fabrik in Grünheide
OpenStreetmaps
In Grünheide nahe Berlin soll die deutsche Gigafactory entstehen.

Deutsche Gigafactory schafft neue Arbeitsplätze

In der deutschen Gigafactory sollen ab 2021 neben Batterien und Antriebssträngen auch das neue Model Y sowie das Model 3 gebaut werden. Der dpa zufolge könnte das Werk, das vom ersten Quartal 2020 an in mehreren Ausbaustufen errichtet werden soll, bis zu vier Milliarden Euro kosten. Einen Antrag auf staatliche Förderung hat Tesla bereits gestellt. Laut „Bild am Sonntag“ könnten Subventionsgelder von etwa 300 Millionen Euro fließen – vorausgesetzt, die EU segnet dies ab. Wie die Landesregierung Brandenburgs mitteilte, sollen in einem ersten Schritt 3.000 Arbeitsplätze entstehen; im fertigen Werk sollen bis zu 8.000 Menschen arbeiten.

Neben der Gigafactory plant Musk auch ein Design- und Entwicklungszentrum „Brain“ in Berlin. Erste Grundstücke sollen schon gesucht werden. Die Standort-Wahl für den Ort im Kreis Oder-Spree begründete der Elektroautopionier mit der „außergewöhnlichen Qualität deutscher Ingenieurskunst“ und ließ sich zu einem kleinen Seitenhieb auf den verzögerten Bau des Hauptstadtflughafens hinreißen: „Wir werden definitiv ein höheres Tempo vorlegen müssen als der Flughafen“.

Test: Tesla Model 3

Tesla Model 3, Exterieur
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Das Vorbild: die Gigafactory in Shanghai

Die Gigafactory 4 dürfte ähnliche Dimensionen wie das Werk in Shanghai, das innerhalb von einem Jahr gebaut wurde, aufweisen. Hier laufen zunächst jährlich 150.000, später 500.000 Fahrzeuge vom Band. Die Verhandlungen über den Bau der Fabrik in Brandenburg wurde erst kurzfristig schriftlich besiegelt: am Dienstag bei einem Treffen zwischen Musk und dem brandenburgischen Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD).

Dr. Jan Burgard, geschäftsführender Partner bei Berylls Strategy Advisors: „Elon Musk hat mal wieder alle überrascht: Während uns die deutsche Autoindustrie mit Meldungen zu Sparmaßnahmen eindeckt, verkündigt Musk massive Investitionen in Deutschland. Der weiße Ritter der E-Mobilität betritt sozusagen den Kampfplatz der deutschen OEM, um sich ihnen vor dem eigenen Burgtor zum Duell zu stellen. Diese Furchtlosigkeit verdient Hochachtung, auch wenn ich mich frage, wo das Geld für Factory herkommt. Die Standortwahl nahe Berlin ergibt aus meiner Sicht absolut Sinn, denn natürlich ist die Hauptstadt in vielerlei Hinsicht attraktiv, auch wegen der Start-up-Mentalität, die dort so ausgeprägt ist, wie nirgends sonst in Deutschland.“

Tesla: So sieht die Gigafactory aus

Tesla Gigafactory
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Weltweit möchte Musk zehn bis zwölf Fabriken nach dem Vorbild der Tesla Gigafactory 1 im US-Bundesstaat Nevada bauen. Die Gigafactory 1 ließ Elon Musk in Kooperation mit dem japanischen Elektronikkonzern Panasonic seit 2014 errichten, 2020 soll der Bau abgeschlossen sein. Die Fabrik produziert bereits während ihrer Bauzeit Batterien. Bei höchster Auslastung soll die Produktionsstätte Akkus mit einer Gesamtspeicherkapazität von 35 Gigawattstunden ausstoßen – dies wäre mehr als eine Verdopplung der aktuell weltweiten Batterieproduktion. Die Herstellung von Batterien gilt momentan als Flaschenhals bei der Serienproduktion von Tesla-Elektroautos.

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Die Gigafactory

Deutschland als gefragter Standort

Tesla ist in Deutschland bereits mit einem kleineren Produktionsstandort vertreten: Am 3. Januar 2017 übernahmen die Amerikaner den in Prüm (Rheinland-Pfalz) ansässigen Zulieferer Grohmann Engineering. Der in „Tesla Grohmann Automation“ umbenannte Maschinenbauer betreibt wiederum weitere Standorte im bayerischen Neutraubling, in Chandler im US-Bundesstaat Arizona und in Shanghai. Das Unternehmen hat das Produktionssystem für den Tesla Model 3 erstellt und baut Montagemaschinen zur Fertigung von Batteriezellen und Batteriemodulen. Mit der Übernahme durch Tesla war der Hersteller gezwungen, seine sämtlichen bestehenden Geschäftsbeziehungen zu mit Tesla konkurrierenden Herstellern wie BMW und Daimler abzubrechen.

In Sachen Zulieferer arbeitet Tesla ohnehin schon lange eng mit deutschen Unternehmen zusammen. So kommen wichtige Bauteile von Bosch (Stuttgart), Brose (Coburg), ZF (Friedrichshafen), Continental (Hannover), Elektrobit (Erlangen) und selbst Autobauer Daimler liefert Komponenten an seinen Konkurrenten.

Fazit

Wow, Elon Musk haut wieder einen raus. Wie kein Zweiter gelingt es ihm, mit der Ankündigung eines neuen Werks die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Wo andere schnöde Pressemitteilungen veröffentlichen, nutzt Musk natürlich die große Bühne ... und Twitter. Für die deutsche Autoindustrie ist das Werk in Brandenburg indes eine erneute Kampfansage.

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Tesla und Panasonic bauen erstmal nicht an der Gigafactory 1 weiter.

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