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Tesla will vielleicht nach Deutschland

Deutschland könnte etwas abbekommen vom Zukunfts-Hype um Tesla: Elon Musk, Boss des amerikanischen Elektroauto-Bauers, möchte hierzulande eine große Batteriefabrik im Stile der Giga-Factory in Nevada bauen – vielleicht.

Wie der NDR berichtet, denkt Tesla offenbar darüber nach, in Niedersachsen einen Produktionsstandort zu eröffnen. Die Landesregierung hofft auf eine positive Entscheidung des US-Unternehmens. Tesla habe sich auch in Niedersachsen umgeschaut, teilte das Wirtschaftsministerium in Hannover am Donnerstag (22.8.2019) mit. Auf der Grundlage des Anforderungsprofils des Unternehmens seien potenzielle Standorte präsentiert worden, so das Ministerium. Medienberichten zufolge könnte Emden zum Standort für eine Batterie- und Autofabrik von Tesla werden. Ein weiterer möglicher Standort ist Dörpen im Landkreis Emsland. Wann Tesla eine Entscheidung trifft, ist nach Angaben des Wirtschaftsministeriums noch unklar.

Musk schielt schon lange nach Deutschland

Bereits im Juni 2018 verbreitete Tesla-Chef Elon Musk per Twitter: Deutschland sei sein bevorzugter Standort für eine Batteriefabrik in Europa. Auf Nachfrage eines Fans konkretisierte er, dass die Fabrik vielleicht an der Grenze zu Frankreich und in der Nähe der Benelux-Länder (Belgien, Niederlande, Luxemburg) angesiedelt sein könnte. Anfang Juni 2018 hatte Musk auf einer Tesla-Hauptversammlung erklärt, er werde bis Ende 2018 entscheiden, wo eine europäische Batteriefabrik gebaut wird – allerdings sollte so eine Entscheidung auch schon mal 2017 fallen, was aber ausblieb. In Sachen chinesischer Produktionsstandort hat sich Tesla dafür bereits auf Shanghai festgelegt.

Weltweit möchte Musk zehn bis zwölf Fabriken nach dem Vorbild der Tesla Gigafactory 1 im US-Bundesstaat Nevada bauen. Die Gigafactory 1 ließ Elon Musk in Kooperation mit dem japanischen Elektronikkonzern Panasonic seit 2014 errichten, 2020 soll der Bau abgeschlossen sein. Die Fabrik produziert bereits während ihrer Bauzeit Batterien. Bei höchster Auslastung soll die Produktionsstätte Akkus mit einer Gesamtspeicherkapazität von 35 Gigawattstunden ausstoßen – dies wäre mehr als eine Verdopplung der aktuell weltweiten Batterieproduktion. Die Herstellung von Batterien gilt momentan als Flaschenhals bei der Serienproduktion von Tesla-Elektroautos.

Deutschland als gefragter Standort

Tesla ist in Deutschland bereits mit einem kleineren Produktionsstandort vertreten: Am 3. Januar 2017 übernahmen die Amerikaner den in Prüm (Rheinland-Pfalz) ansässigen Zulieferer Grohmann Engineering. Der in „Tesla Grohmann Automation“ umbenannte Maschinenbauer betreibt wiederum weitere Standorte im bayerischen Neutraubling, in Chandler im US-Bundesstaat Arizona und in Shanghai. Das Unternehmen hat das Produktionssystem für den Tesla Model 3 erstellt und baut Montagemaschinen zur Fertigung von Batteriezellen und Batteriemodulen. Mit der Übernahme durch Tesla war der Hersteller gezwungen, seine sämtlichen bestehenden Geschäftsbeziehungen zu mit Tesla konkurrierenden Herstellern wie BMW und Daimler abzubrechen.

In Sachen Zulieferer arbeitet Tesla ohnehin schon lange eng mit deutschen Unternehmen zusammen. So kommen wichtige Bauteile von Bosch (Stuttgart), Brose (Coburg), ZF (Friedrichshafen), Continental (Hannover), Elektrobit (Erlangen) und selbst Autobauer Daimler liefert Komponenten an seinen Konkurrenten.

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Tesla und Panasonic bauen erstmal nicht an der Gigafactory 1 weiter.

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