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Unfallstatistik für Deutschland 2020

Neuer Tiefststand erreicht

Corona bremst das Verkehrsaufkommen, die Zahl der Verkehrstoten bleibt aber konstant. Im April 2020 starben 236 Menschen auf deutschen Straßen.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, sank die Zahl der Verkehrsunfälle gegenüber April 2019 um 35 Prozent auf 144.500. Die Zahl der Verkehrstoten ging jedoch nur leicht zurück: Im April 2020 kamen in Deutschland nach vorläufigen Ergebnissen 236 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben (März 2019: 233). Noch nie seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990 wurden in einem Monat weniger Menschen bei Verkehrsunfällen getötet als im März 2020. Im März 2020 hatte es sowohl deutlich weniger Unfälle insgesamt als auch deutlich weniger Verkehrstote gegeben als ein Jahr zuvor.

Unfallstatistik April 2020
Destatis

Die Zahl der Verletzten sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 33 Prozent auf rund 21.000. Einzig im Februar 2010 hatte es in einem Monat weniger Verletzte bei Verkehrsunfällen gegeben (rund 19.500).

In den ersten vier Monaten 2020 erfasste die Polizei insgesamt rund 706.200 Straßenverkehrsunfälle. Das entspricht einem Rückgang von 16,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Darunter waren rund 71.100 Unfälle mit Personenschaden (-15,8 %), bei denen 783 Menschen getötet wurden. Dabei ist die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zu den ersten vier Monaten des Jahres 2019 um 11,0 Prozent beziehungsweise 97 Personen zurückgegangen. Die Zahl der Verletzten sank um 18,4 Prozent auf rund 89.300.

Unfall-Statistik 2019 – immer noch vorläufig

Die Zahl der Verkehrstoten auf deutschen Straßen erreichte im Jahr 2019 niedrigsten Stand seit Beginn der Statistik vor mehr als 60 Jahren. Dennoch kamen auf deutschen Straßen immer noch 3.059 Menschen bei Unfällen ums Leben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, waren das 216 Todesopfer oder 6,6 % weniger als im Jahr 2018 (3.275 Todesopfer). Auch die Zahl der Verletzten ging 2019 gegenüber dem Vorjahr zurück, und zwar um 3,0 % auf rund 384 000 Personen.

Unfallentwicklung Unfallstatistik 2019
Destatis

Unfallzahlen steigen

Insgesamt hat die Polizei im Jahr 2019 rund 2,7 Millionen Unfälle aufgenommen, 1,9 % mehr als ein Jahr zuvor. Bei 2,4 Millionen Unfällen blieb es bei Sachschäden (+2,5 %). Die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden, ging um 2,8 % auf rund 300.200 Unfälle zurück.

In Niedersachsen (+14 Getötete), in Mecklenburg-Vorpommern (+3 Getötete) und in Bremen (+2 Getötete) gab es im Jahr 2019 mehr Verkehrstote als im Vorjahr. In den übrigen Bundesländern kamen weniger Personen im Straßenverkehr zu Tode. In absoluten Zahlen betrachtet gab es die stärksten Rückgänge in Bayern (-77 Getötete oder -12,5 %), in Sachsen (-38 Getötete oder -19,2 %) und in Nordrhein-Westfalen (-32 Getötete oder -6,5 %).

Gemessen an der Einwohnerzahl war das Risiko, im Straßenverkehr zu sterben, in Sachsen-Anhalt mit 62 Todesopfern und in Mecklenburg-Vorpommern mit 55 Todesopfern je 1 Million Einwohner am höchsten. Weit unter dem Bundesdurchschnitt von 37 Getöteten je 1 Million Einwohner liegen aufgrund ihrer Siedlungsstruktur die Stadtstaaten, aber auch das Saarland und Nordrhein-Westfalen, wo auf 1 Million Einwohner 25 beziehungsweise 26 Getötete kamen.

Zweiradunfälle rückläufig

Detailliertere Ergebnisse liegen für den Zeitraum Januar bis November 2019 vor. Diese zeigen, dass es bei fast allen Verkehrsbeteiligungsarten weniger Getötete im Straßenverkehr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab.

Den stärksten prozentualen Rückgang in den ersten elf Monaten des Jahres 2019 gab es bei den getöteten Kraftradnutzerinnen und -nutzern, also unter anderem von Motorrädern, Mopeds und Motorrollern, mit -15,1 % (-105 Getötete). Den zweitstärksten Rückgang verzeichnete die Zahl der getöteten Insassen von Güterkraftfahrzeugen mit -14,2 % (-23 Getötete), gefolgt von den Fußgängerinnen und Fußgängern mit -6,9 % (-27 Getötete). Dagegen kamen von Januar bis November 2019 mehr Menschen, die mit einem Pedelec unterwegs waren, ums Leben (+32,6 % beziehungsweise +28 Getötete).

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