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Unfallstatistik für Deutschland 2020

Neuer Tiefststand - 2019er-Zahlen nun offiziell

Corona bremst das Verkehrsaufkommen, die Zahl der Verkehrstoten bleibt aber konstant. Nun gibt es auch die Unfallstatistik für 2019.

Die Angaben des Statistische Bundesamt (Destatis) zu den Verkehrsunfallzahlen hinken immer ein paar Monate hinterher. Die Gründe dafür sind vielfältig: verzögerte Meldungen der Behörden, Nachrecherche, Verletzte, die später verstorben sind. Die jüngsten Verkehrsunfall-Zahlen beziehen sich daher auf den April 2020. Demnach sank die Zahl der Verkehrsunfälle gegenüber April 2019 um 35 Prozent auf 144.500. Die Zahl der Verkehrstoten ging jedoch nur leicht zurück: Im April 2020 kamen in Deutschland nach vorläufigen Ergebnissen 236 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben (April 2019: 233).

Unfallstatistik April 2020
Destatis

Die Zahl der Verletzten sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 33 Prozent auf rund 21.000. Einzig im Februar 2010 hatte es in einem Monat weniger Verletzte bei Verkehrsunfällen gegeben (rund 19.500).

In den ersten vier Monaten 2020 erfasste die Polizei insgesamt rund 706.200 Straßenverkehrsunfälle. Das entspricht einem Rückgang von 16,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Darunter waren rund 71.100 Unfälle mit Personenschaden (-15,8 %), bei denen 783 Menschen getötet wurden. Dabei ist die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zu den ersten vier Monaten des Jahres 2019 um 11,0 Prozent beziehungsweise 97 Personen zurückgegangen. Die Zahl der Verletzten sank um 18,4 Prozent auf rund 89.300.

Unfall-Statistik 2019 – nun offiziell

Das Statistische Bundesamt hat erst am 14. Juli 2020 offiziell die Unfallstatistik für das Jahr 2019 mitgeteilt. Demnach erreichte die Zahl der Verkehrstoten auf deutschen Straßen im Jahr 2019 den niedrigsten Stand seit Beginn der Statistik vor mehr als 60 Jahren. Dennoch kamen auf deutschen Straßen immer noch 3.046 Menschen bei Unfällen ums Leben. Das waren 229 Todesopfer oder 7,0 % weniger als im Jahr 2018 (3.275 Todesopfer). Auch die Zahl der Verletzten ging 2019 gegenüber dem Vorjahr zurück, und zwar um 3,0 % auf rund 384.000 Personen.

Unfallentwicklung Unfallstatistik 2019
Destatis

Unfallzahlen steigen

Insgesamt hat die Polizei im Jahr 2019 rund 2,7 Millionen Unfälle aufgenommen, 1,9 % mehr als ein Jahr zuvor. Bei 2,4 Millionen Unfällen blieb es bei Sachschäden (+2,5 %). Die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden, ging um 2,8 % auf rund 300.200 Unfälle zurück.

In Niedersachsen (+14 Getötete), in Mecklenburg-Vorpommern (+3 Getötete) und in Bremen (+2 Getötete) gab es im Jahr 2019 mehr Verkehrstote als im Vorjahr. In den übrigen Bundesländern kamen weniger Personen im Straßenverkehr zu Tode. In absoluten Zahlen betrachtet gab es die stärksten Rückgänge in Bayern (-77 Getötete oder -12,5 %), in Sachsen (-38 Getötete oder -19,2 %) und in Nordrhein-Westfalen (-32 Getötete oder -6,5 %).

Gemessen an der Einwohnerzahl war das Risiko, im Straßenverkehr zu sterben, in Sachsen-Anhalt mit 62 Todesopfern und in Mecklenburg-Vorpommern mit 55 Todesopfern je 1 Million Einwohner am höchsten. Weit unter dem Bundesdurchschnitt von 37 Getöteten je 1 Million Einwohner liegen aufgrund ihrer Siedlungsstruktur die Stadtstaaten, aber auch das Saarland und Nordrhein-Westfalen, wo auf 1 Million Einwohner 25 beziehungsweise 26 Getötete kamen.

Zweiradunfälle rückläufig

Wie in den Vorjahren ereigneten sich auch 2019 die meisten Unfälle mit Personenschaden innerhalb von Ortschaften (69,2 %). Dort wurden jedoch nur 30,6 % der Getöteten registriert. Die meisten Verkehrstoten gab es auf Landstraßen (57,7 %). Gleichzeitig fand dort aber nur jeder vierte Unfall mit Personenschaden statt (24,2 %). Auf Autobahnen wurden 6,7 % aller Unfälle mit Personenschaden und 11,7 % aller Getöteten gezählt. Unfälle auf Autobahnen und Landstraßen haben unter anderem wegen der höheren Fahrgeschwindigkeiten häufig schlimmere Folgen. Auf Landstraßen gibt es zudem risikoerhöhende Faktoren wie die fehlende Trennung des Gegenverkehrs, schlechte Überholmöglichkeiten, Kreuzungen oder ungeschützte Hindernisse wie Bäume neben der Fahrbahn.

Motorrad und Motorrollerunfälle mit Personenschaden 2019/2015/2010
Destatis

Im Vergleich zu 2010 ist die Zahl der Verkehrstoten um 16,5 % gesunken. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen den wichtigsten Beteiligten am Straßenverkehr: Die Zahl der getöteten Pkw-Insassen lag 2019 um 25,9 % niedriger als im Jahr 2010. Bei Menschen, die auf einem Kraftrad wie einem Mofa oder Motorrad ums Leben kamen, sowie bei Fußgängerinnen und Fußgängern fielen die Rückgänge mit 14,7 % beziehungsweise 12,4 % geringer aus. Die Zahl der getöteten Radfahrenden ist dagegen seit 2010 um 16,8 % gestiegen.

417 Fußgänger wurden getötet

Die meisten Fahrradunfälle ereignen sich im Sommerhalbjahr. Allerdings ist die Fahrrad-Saison in den vergangenen Jahren länger geworden. Denn immer mehr Menschen nutzen das Fahrrad für den Weg zur Ausbildung oder zur Arbeit. Daher gibt es an Wochentagen mehr Fahrradunfälle als am Wochenende. Demgegenüber sind Unfälle mit Motorrädern und Motorrollern überwiegend ein Schönwetter- und Freizeitphänomen. Sie finden gehäuft an Wochenenden in den Monaten April bis Oktober statt.

Trotz des überdurchschnittlichen Rückgangs seit 2010 waren die meisten Verkehrstoten auch im Jahr 2019 Pkw-Insassen: 1.364 Menschen kamen in einem Pkw ums Leben, 605 auf einem Kraftrad, 445 auf dem Fahrrad. 417 der Verkehrstoten waren Fußgängerinnen und Fußgänger und 152 Insassen von Güterkraftfahrzeugen. Weitere 63 Menschen kamen anderweitig im Straßenverkehr ums Leben.

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