Fahrbericht Mercedes EQC 400 Daimler AG/Dirk Weyhenmeyer
DS3 Crossback E-Tense, Exterieur
Ford C-Max Plug-in-Hybrid, Seitenansicht
DS7 Crossback E-Tense 4x4 im Fahrbericht
Renault Master Z.E. (2018) 65 Bilder

Zwischenbilanz E-Auto-Prämie

Einbruch im November - alle warten auf mehr Geld

Die BAFA hat zum 31. November 2019 eine weitere Zwischenbilanz zur Elektroautoprämie vorgelegt. Bislang wurde die Förderung 156.295 mal beantragt.

Anfang November wurde der aufgestockte „Umweltbonus“ mit bis zu 6.000 Euro Förderung für Elektroautos und bis zu 4.500 Euro für Plug-in-Hybridfahrzeuge von der Bundesregierung beschlossen – mithin 50 Prozent mehr Förderung als zuvor. Entsprechend gespannt konnte man auf die Zahlen des BAFA, des „Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle“ sein, in dem alle Förderungsanträge eingehen und bearbeitet werden.

Allmonatlich gibt es aus dem BAFA eine Zwischenbilanz zu den Antragseingängen. Wegen der deutlichen Erhöhung hatten wir bereits damit gerechnet, dass die Anträge kurzfristig einbrechen. Denn solange die „3. Änderung der Richtlinie zur Förderung des Absatzes von elektrisch betriebenen Fahrzeugen“ noch nicht in Kraft getreten ist (das passiert erst mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger), halten sehr viele Neukäufer sich entsprechend mit Anträgen zurück, um die neuen, höheren Fördermittel bekommen zu können.

Stark gesunkene Antragszahlen

Und tatsächlich sind die Antragszahlen im Vergleich zu den Vormonaten spürbar gesunken. Sie fielen von 10.107 Anträgen im Oktober auf 4.761 im November. Das im Juli 2016 ursprünglich für 300.000 Fahrzeuge vorgesehene Förderprogramm wurde damit bis kurz vor Jahresende 2019 etwas mehr als zur Hälfte ausgeschöpft, 156.295 Anträge wurden bislang gestellt. Das Förderprogramm, welches eigentlich zum 31. Juni 2019 auslaufen sollte, wurde im Juli 2019 vorläufig bis Dezember 2020 verlängert und wird mit Inkrafttreten der 3. Änderung der Richtlinie nun offiziell bis 2025 laufen.

Auch die Fördermittel werden aufgestockt. Zusätzlich zu den bislang für den Fördertopf vorgesehenen 600 Millionen Euro sollen ab 2020 bis zum vorgesehenen Ende der Förderung im Jahr 2025 weitere 2,09 Millarden Euro in die Zuschüsse für E-Auto-Käufer fließen. Es besteht also kein Grund für „Torschlusspanik“ bei den Förderberechtigten. Wie bisher tragen die Hersteller die Hälfte der Umweltprämie.

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Deutschlands meistes Elektroauto kommt aus Frankreich und heißt Renault Zoe

Von den bisherigen Anträgen entfallen zum Stichtag 104.616 auf reine Elektrofahrzeuge (+2.732 im November) und 51.579 auf Plugin-Hybrid-Autos (+2,025). Weiterhin sehr gering sind die Förderanträge für Brennstoffzellenfahrzeuge, hiervon wurden von Beginn der Förderung bis zum aktuellen Stichtag lediglich 100 Fahrzeuge gefördert (+2 im November).

Das BAFA schlüsselt die Anträge auch nach Bundesländern auf. Demnach stammen die meisten Anträge (41.719) aus Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern (29.584) und Baden-Württemberg (25.641). In den Stadtstaaten Berlin (5.217) und Hamburg (3.095) wurden jeweils mehr PHEV und BEV gefördert als in Mecklenburg-Vorpommern (1.207) und dem Saarland (1.331) zusammen. Schlusslicht in der Fördertabelle ist Bremen mit 783 Anträgen. Unter den Antragstellern sind gewerbliche Anwender klar in Führung. 87.430 Anträge entfielen auf Unternehmen, 66.028 auf Privatpersonen. Den Rest der Anträge (2.837) stellten Stiftungen, Körperschaften, Vereine und kommunale Einrichtungen.

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Renault Zoe mit höchster Nachfrage

Modellübergreifend ist derzeit BMW die Marke mit den meisten geförderten E-Autos (24.697) in Deutschland, gefolgt von Renault (20.098) sowie Volkswagen (17.571). Das meistgeförderte Modell ist weiter der Renault Zoe mit 18.734 Anträgen. Weil das BAFA jedes Modell explizit nach einzelnen Ausführungen aufsplittet, stehen inzwischen 281 Modellvarianten in der Auflistung der geförderten Fahrzeuge.

Neue Richtlinien seit 2018

Wegen der Umstellung auf den WLTP-Verbrauchszyklus und der damit verbundenen geringeren theoretischen Reichweiten waren ab dem letzten Quartal 2018 diverse PHEV-Modelle aus der Förderfähigkeit gefallen. Um auf die Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge aufgenommen zu werden, dürfen nach der Förderrichtlinie von außen aufladbare Hybrid-Elektrofahrzeuge nicht mehr als 50 g CO2-Ausstoß pro Kilometer verursachen. Bis Ende August 2018 wurde der CO2-Ausstoß nach dem NEFZ-Prüfzyklus ermittelt. Aus diesem Grund gibt es bei einigen Fahrzeugmodellen Einschränkungen in der Förderfähigkeit.

Fazit

Nach der beschlossenen Erhöhung der Förderprämie sind die Anträge für den Umweltbonus stark gesunken, weil viele Käufer abwarten, bis es mehr Geld gibt. Der Renault Zoe bleibt das meistverkaufte E-Auto in Deutschland.

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