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Cupra El-Born (2021): Elektro-Spanier mit 500 km Reichweite

Cupra El-Born (2021) Elektro-Spanier mit 500 km Reichweite

Die Seat-Submarke arbeitet am ersten Elektroauto, das auf dem Modularen Elektrobaukasten (MEB) basiert. Die Serienversion soll im zweiten Halbjahr 2021 kommen und wird in Zwickau produziert.

Wie Markenchef Wayne Griffiths im Rahmen einer Strategie-Präsentation ankündigte, kommt der El-Born vorerst nur als Cupra auf den Markt und nicht als Seat. Auf dem Modularen Elektrobaukasten des VW-Konzerns (MEB) basiert er natürlich trotzdem. Da liegt es nahe, dass er im sächsischen Zwickau produziert wird. Dort entstehen auch Volkswagens Elektro-Modelle ID.3, ID.4 und ID.5 sowie der Audi Q4 E-Tron. Die Fertigung startet im zweiten Halbjahr 2021.

Cupra El-Born mit 204 PS

Angaben zur Leistung des Elektroantriebs machten die Spanier noch nicht. Es darf vermutet werden, dass er vorerst die 150 kW (204 PS) starke Leistungsstufe des MEB erhält. Griffiths zufolge soll kurzzeitig aber mehr Power abrufbar sein – beispielsweise bei Überholvorgängen. Später könnte zudem eine generell stärkere Modellversion folgen. Das ID.3-Fahrwerk will Cupra dynamischer abstimmen und mit adaptiven Dämpfern ergänzen.

Mit der größten für den MEB verfügbaren Batterie (77 kWh) soll die WLTP-Reichweite bei über 500 Kilometern liegen. Dank der Schnelllademöglichkeit mit bis zu 100 kW (Gleichstrom) soll eine leere Batterie nach 47 Minuten Laden wieder 80 Prozent der Maximal-Reichweite bieten. Außerdem soll eine Wärmepumpe die Reichweite um bis zu 60 Kilometer steigern, weil sie den Verbrauch der Elektroheizung senkt. Analog zu VW, wo auf den ID.3 der ID.4 folgt, folgt eine Serienversion der Studie Cupra Tavascan als zweiter Elektro-Schritt. Dieses Modell wurde von Wayne Griffiths inzwischen bestätigt.

Cockpit ist digital

Innen sehen wir einen freistehenden Bildschirm auf dem Armaturenträger. Er ist dem Fahrer zugeneigt. Ähnlich war dieses Display auch schon bei der Studie zu sehen. Der Fahrer greift in ein Dreispeichen-Lenkrad und schaut auf ein Digital-Cockpit. Dazu liefert Cupra ein Headup-Display mit Augmented-Reality-Funktion und ein Konnektivitäts- und Infotainment-System mit Zwölf-Zoll-Bildschirm. Die verwendeten Materialien fertigt Cupra vorwiegend aus recycelten Kunststoffen.

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Blick ins Cockpit, der El Born verfügt über einen dem Fahrer zugeneigten Bildschirm. Auch das Cockpit ist digital ausgeführt.

Schon ein erwischter Erlkönig unterstrich die Ambitionen der VW-Tochter. Die rasante Serienentwicklung verdeutlicht, wie nah die Studie bereits an der Serienvariante dran war. Der Erlkönig konnte so glatt als beklebte Studie durchgehen. Bestätigt wurde der Erlkönig-Eindruck durch Bilder zur Patentanmeldung, die den El-Born quasi so zeigen, wie ihn die Studie schon dargestellt hat.

Die ersten von Cupra freigegeben Bilder zeigen das Elektromodell im Cupra-Trimm. An der Front prangen das farblich abgesetzte Logo sowie der Schriftzug im Schlitz zwischen den Scheinwerfern. Die Schürze trägt ein dynamisch gestyltes Wabenmuster. Auch die Leichtmetallräder kommen im expressiven Stil inklusive Logo in der Radnabe daher.

Cupra El-Born
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El-Born im Cupra-Styling.

Blick zurück auf die Studie

Die Front der Studie El Born hat Ähnlichkeit mit dem Model 3 von Tesla, Heck und Proportionen erinnern an verflossenen Kompaktvan Altea. Die A-Säulen sind, typisch Elektroauto, weit nach vorn gerückt, was gut für den Platz im Passagierabteil ist. Allerdings stören sie den Fahrer beim Einblick in Linkskurven. Das dürfte auch an der überschaubaren Breite des El-Born liegen – mit 1,77 Meter ist der Seat mehr als zehn Zentimeter schmaler als Audis MEB-SUV Q4 E-Tron. Die großzügige Dreiecksfenster vorne helfen da nur bedingt, die mit alcantaraähnlichem Stoff bezogenen Verkleidungen der A-Säule sind einfach zu kräftig im Blickfeld. Außerdem ist der Ausblick aus dem spanischen MEB-Auto nicht so gut wie beispielsweise beim Q4 E-tron. Im Seat würde man den Fahrersitz gern höher schrauben, weil sich die attraktiv nach innen gewölbte Haube vorn nur an ihren Seiten erahnen lässt.

89. Geneva International Motor Show, 04.03.2019, Palexpo - Stefan Baldauf, Guido ten Brink / SB-Medien
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Die 20 Zoll großen Räder sitzen nah an den Karosserieenden. Das maximiert den Radstand auf rund 2,77 Meter (wie Q4 E-Tron) und kommt ebenfalls dem Innenraum zu Gute, wo die Beinfreiheit vorn und hinten üppig ist. Allerdings zeigen sich die Grenzen der Raumökonomie des MEB, wenn die Karosse trotz der 14 Zentimeter hohen Batterie im Fahrzeugboden nicht allzu hoch werden soll. Der Seat ist mit 1,54 Meter sieben Zentimeter weniger hoch als beispielsweise der Q4 E-Tron. Darum ist die hintere Sitzbank fast ein bisschen niedrig, um auf jeden Fall ausreichend Kopffreiheit zu erhalten. Aber dadurch fehlt größeren Personen hinten Schenkelauflage. Außerdem sind die Sitze relativ niedrig auf dem flachen Boden montiert, so dass die Füße nicht so leicht drunter Platz finden. Der Kofferraum wirkt dagegen selbst im Prototypen ausreichend und sehr gut zugänglich. Nur unter den doppelten Ladeboden wollten die Spanier noch niemanden Blicken lassen. Insgesamt ist der El-Born mit 4,33 Meter übrigens nur fünf Zentimeter länger als ein Leon. Im Innenraum wirkt er trotz der beschriebenen Einschränkungen gegenüber Audis erheblich größeren Elektro-SUV deutlich luftiger als der aktuelle Kompaktwagen mit Verbrennungsmotor.

Bei der Gestaltung der Karosse haben die Spanier eben besonderen Wert auf die Aerodynamik gelegt wie die flache Front, der aufwendige Dachspoiler und das Turbinendesign der Felgen zeigen. Denn die Windschlüpfigkeit ist der Schlüssel zu mehr Reichweite vor allem bei höherem Tempo, denn der Luftwiderstand wächst mit steigender Geschwindigkeit quadratisch an. Einen cW-Wert gibt Seat allerdings nicht an.

89. Geneva International Motor Show, 04.03.2019, Palexpo - Stefan Baldauf, Guido ten Brink / SB-Medien
89. Geneva International Motor Show, 04.03.2019, Palexpo - Stefan Baldauf, Guido ten Brink / SB-Medien 89. Geneva International Motor Show, 04.03.2019, Palexpo - Stefan Baldauf, Guido ten Brink / SB-Medien 89. Geneva International Motor Show, 04.03.2019, Palexpo - Stefan Baldauf, Guido ten Brink / SB-Medien 89. Geneva International Motor Show, 04.03.2019, Palexpo - Stefan Baldauf, Guido ten Brink / SB-Medien 16 Bilder

204-PS-Motor im Heck

Der Motor sitzt beim MEB im Heck. In Seats Concept Car ist es die 204-PS-Version des Synchronmotors, der das Elektroauto aus dem Stand in 7,5 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen soll und den Schriftzug FR am Heck der Studie rechtfertigt. Für die erste Version des ID.3 sprach VW hingegen von 170 PS und 8 Sekunden Beschleunigungszeit sowie einer 48 kWh-Batterie in der Basisversion.

Beim Serienstart lässt Seat VW den Vortritt: Während der ID.3 Anfang 2020 auf die Straßen rollen soll, ist der Marktstart des el-Born für später im Jahr avisiert. Ob das Auto dann so heißen wird, ist noch nicht klar. Die Modellbezeichnung entspricht aber immerhin Seats Gewohnheit, Namen aus der spanischen Geographie zu verwenden und hier auf einen Stadtteil einer Metropole zurückzugreifen, ist für Elektroauto sicher passend. Ganz sicher ist zudem, dass der MEB-Seat wie der ID.3 aus dem gerade auf die Elektroauto-Produktion umgerüsteten VW-Werk in Zwickau kommen wird.

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Fazit

Der Cupra auf Basis des Modularen Elektrobaukastens widersteht der Versuchung, wie die Konzerngeschwister auf der hochbauenden SUV-Welle zu reiten. Das ist gut für cW-Wert, Stirnfläche und Luftwiderstand und damit Reichweite. Fürs Platzangebot weniger. Da ist der El-Born, fünf Zentimeter länger als der Leon, subjektiv nicht besser als ein Golf und damit vermutlich schlechter als der ID.3, der vor ihm auf den Markt kommt. Dafür ist das Design markengerecht.

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