Neue Generation BMW 3er G20 (2019) Fahrbericht

Infos, Daten, Fotos, Erlkönig-Bilder

Teaser BMW 3er BMW 3er G20 (2018) Erprobung Erlkönig BMW 3er G20 (2018) Erprobung Erlkönig BMW 3er G20 (2018) Erprobung Erlkönig 88 Bilder

Der aktuelle BMW 3er (F30) wurde gerade mit einem kleinen Facelift in einen weiteren Lebensabschnitt entlassen, da zeigt sich schon sein für 2019 erwarteter Nachfolger (G20) als Erlkönig auf ersten Testfahrten. Wir durften nicht nur einen Prototypen fahren, auch ein erstes Teaser-Foto ist nun aufgetaucht.

Mit dem nächsten BMW 3er wollen die Bayern nicht nur einen großen Technologie-, sondern auch einen großen Designschritt wagen. So heißt es bei BMW, mit dem Bestseller 3er könne man mit dem neuen Look am schnellsten im Straßenverkehr eine Sichtbarkeit schaffen und der BMW-Fan könne sich so rasch daran gewöhnen. Außerdem gelte der 3er-Fahrer als progressiver und offener für Neues als etwa die tendenziell konservativeren Fahrer der höherklassigen Modelle. Die chromumrandete Niere soll dabei noch präsenter und größer ausfallen, die Leuchten durch OLED-Technik schmaler und markanter werden.

Das bestätigt sich nun mit einem ersten Teaser-Bild, dass in zahlreichen Foren durchgesickert ist. BMW bestätigte die Echtheit des Bildes gegenüber der britischen „Autocar“. Zu sehen ist eben die große Niere des G20, flankiert von schmalen Scheinwerfern mit niedrigen Tagfahrlichtern. Die Motorhaube ist stark gewölbt.

Die Dimensionen des neuen BMW 3er wachsen – wenig. Die Spurbreite wird etwas wachsen. Sechs Zentimeter gibt es in der Länge mehr, davon zwei Zentimeter mehr Radstand. Das wird den Passagieren zu Gute kommen. Die hinteren sitzen auf einer dreigeteilten Rückbank. Im Kombi sollen maximal 1.500 Liter Laderaumvolumen möglich sein. Vom F31 übernimmt der Touring dann auch die separat zu öffnende Heckscheibe.

BMW 3er G20 im Fahrbericht

Psycho-Folie außen, Filzmatten innen – und trotzdem auto motor und sport am Lenkrad. BMW lässt uns schon jetzt mit dem neuen Dreier fahren, auf und um die Nordschleife. Warum? Weil man jetzt die verloren gegangene Dynamik wiedergefunden habe, sagen die Entwickler. Na dann: Startknopf drücken.

BMW 3er G20 (2018) Erprobung Erlkönig Foto: U. Fischer/BMW
Der neue 3er soll sportlicher sein als der Vorgänger. Zum Beweis stellt uns BMW einen 330i hin, mit Sportfahrwerk und 19-Zoll-Rädern.

Die Eifel. Unendliche Weiten. Na ja, eine andere Galaxie ist es dann doch nicht. Aber Straßen haben sie hier, meine Güte, Kurven aller Radien, bergauf, bergab, mit frischen Belägen und solchen, deren nächstes Stadium dem der Mondoberfläche entspräche. Angenehm tief sitzt du im BMW 3er, einem Entwicklungsträger, getarnt, außen wie innen. Immerhin: Der Filzlappen über den Instrumenten ist hochgeklappt, danke, denn Tempo und Drehzahl interessieren ja doch, irgendwie. Außerdem ließ sich BMW eh schon offiziell in die Karten blicken, wie das neue Layout des digitalen Cockpits aussieht. Ehrlich gesagt: Nicht besonders gut. Gegenläufige Skalen, eckig, mit nicht besonders großen Ziffern. Dazwischen Navi-Karte oder sonstige Infos nach Wahl. Wie immer: Geschmacksache.

330i mit 258 PS und 400 Nm

Der Vierzylinder-Turbobenziner des 330i brummt einigermaßen belanglos vor sich hin, leistet nun 258 statt 252 PS, entwickelt 400 statt 350 Newtonmeter. Ausreichend? Aber ja doch. Das Zweiliter-Aggregat spricht ausreichend spontan an, drückt kräftig aus dem Drehzahlkeller, wirbelt bis kurz vor 7000/min, erst ab 6000 mit spürbar weniger Elan. Ein Sechszylinder? Kommt auch, klar, der 340i. Unabhängig vom Motor jedoch: Die Agilität. Leichte Impulse an der angenehm leichtgängigen Lenkung beantwortet der Dreier schlagfertig, biegt ambitioniert ab. Nur die Vorderachse? Nein, das ganze Auto. Selbstverständlich? Nein, nicht unbedingt.

10 Millimeter tieferer Schwerpunkt

BMW 3er G20 (2018) Erprobung Erlkönig Foto: U. Fischer/BMW
Erklärung von den BWM-Ingenieuren: Der Schwerpunkt sinkt um 10 Millimeter, das Gewicht um bis zu 55 Kilogramm.

Erst, wenn alle Komponenten einen gemeinsamen Ton treffen, wirkt Agilität echt, gewachsen, natürlich und nicht erzwungen. Schafft der Dreier. Immer wieder. Wirkt lebendig, aber nicht hibbelig. Bleibt in der Kurve gefestigt, wankt nur mild. Behält immer den Bodenkontakt, überzeugt mit hohem mechanischen Grip. „Die Torsionssteifigkeit der Karosserie liegt um 20 Prozent über der des Vorgängers, die lokale Steifigkeit, also die Anbindung des Fahrwerks um bis zu 50 Prozent“, sagt Peter Langen, Leiter Fahrdynamik bei BMW. Dazu: Ein um 10 Millimeter abgesenkter Schwerpunkt, eine um 30 Millimeter breiter Spur und angeblich um bis zu 55 Kilogramm weniger Gewicht. Selbst wenn letzteres nicht zuträfe: Der Dreier wirkt befreit, befreit von jenen Zwängen, die das noch aktuelle Modell einschränken. Das Streben nach Komfort, die Geburtsstunde während der Finanzkrise. Man habe investiert, vor allem in neue Simulationsprogramme, die ein besseres Verständnis für das Zusammenspiel aller Komponenten, von der Karosserie bis zum Dämpfer erlauben, erklärt Langen.

Apropos Dämpfer: Im Prototyp steckt ein mechanisches Sportfahrwerk, also mit nicht-adaptiven Dämpfern. Dazu 19-Zoll-Räder. Ein knallharter Typ also? Nein, denn sonst wäre ja auch die Traktion auf schlechten Straßen beim Teufel. Ein neuer Dämpfer mit hydraulischem Anschlag bringt bis zu 50 Prozent mehr Dämpfung. „Natürlich kostet der mehr im Vergleich zu einem konventionellen Dämpfer. Er ist nicht billig, aber preiswert“, sagt Langen. Gilt vermutlich auch für ein weiteres Feature: Das Sperrdifferenzial, ein mechanisches Bauteil mit elektronischer Regelung. Jetzt gerade, in dieser engen Rechts, gibt es einen zusätzlichen Impuls unter Zug, drückt den Dreier regelrecht in Richtung Scheitelpunkt.

BMW 3er G20 (2018) Erprobung Erlkönig Foto: U. Fischer/BMW
Zwei Runden Nordschleife, ein paar Kurven auf den Landstraßen drumrum: Der 3er gefällt mit seiner Agilität.

Die Lenkung unterstützt dich derweil mit bestmöglicher Rückmeldung, vermittelt Leichtigkeit, Exaktheit erlaubt aber auch einen angenehmen Geradeauslauf auf der Autobahn – was aufgrund des raschen Ansprechens so nicht zu erwarten war. Und wie die Entwickler da so vor sich hinentwickelten und ihre Dauerläufe auf der Nordschleife absolvierte, stellten sie fest: Hey, der kann ja auch auf der Rennstrecke was. Also dürfen wird auch. Nordschleife, mal eben. Zwei Runden, immerhin. Und als du dich dann so eingroovst, Hohenrain, Hatzenbach, Flugplatz, denkst du: Hui, ein AG-Modell. Noch nicht einmal M Performance. Dafür: Tapfer. Sehr stabil, berechenbar. Im Zweifelsfall natürlich leicht untersteuernd. Aber auch: Über Lastwechsel zu beeinflussen. Du vertraust ihm schnell, so sehr, dass du das ESP ausschaltest. Der 330i setzt sich in den schnellen Linksknick nach Kallenhard, drückt in der Rechts danach mit dem Heck, findest auch noch vor der Brücke Breidscheid den Druckpunkt der Bremse da, wo er sei soll. Dann wird’s ein bisschen zäh, von Ex-Mühle über Bergwerk bis Hohe Acht. Der Motor? Ja, doch es wäre ungerecht, ihn dafür zu schelten, denn er hat Dampf. Nur: Das Fahrwerk verträgt noch mehr. Aber es ist ja nicht jeden Tag Nordschleife. Unendliche Weiten, pardon, Landstraßen dürfen es dagegen gerne täglich sein. Täglich mehr.

BMW 3er mit Leichtbau und Hybrid

In Sachen Innenraumqualität soll neue BMW 3er deutlich aufgewertet werden. Hier will der neue BMW-Chef Harald Krüger auf die Kundenkritik reagieren. Up-to-date sollen sich auch die Anzeigen, das Bediensystem sowie die Infotainmentangebote darstellen. Die Anzahl der Knöpfe wird reduziert, einen ersten Ausblick auf den Innenraum zeigte die Studie i-Vision, die auf des CES gezeigt wurde.

BMW 3er Erlkönig Foto: Stefan Baldauf
Der neue BMW 3er erhält mehr Radstand.

In der Basisversion erhält der Mittelklässler analoge Instrumente und in der Mittelkonsole ein Touch-Display. Optional gibt es ein großes Display, das dem Fahrer zugewandt ist. Ein digitales Kombi-Instrument ist ebenfalls gegen Aufpreis erhältlich. Nach wie vor wird auch ein Head-up-Display angeboten. Gesten- und Sprachsteuerung werden Einzug halten. Trotzdem muss der BMW-Kunde nicht auf das i-Drive mit dem Dreh-Drück-Steller verzichten. Wie bei den größeren Modellen, lässt sich der BMW 3er in Zukunft auch auf Knopfdruck einparken und im Stau mit bis zu 60 km/h autonom fahren. Alle Updates für den Dreier erfolgen übrigens per On-Air-Synchronisation. Eye-Tracking ist zudem in Vorbereitung.

Architektur vom 5er, Motoren von 115 bis 460 PS

Mit dem kommenden 5er teilt sich der neue BMW 3er auch die 35up-Grundarchitektur, die mittlerweile CLAR heißt. Dank CFK-Bauteilen und einem höheren Anteil von Aluminium ermöglicht es die Plattform, den neuen 3er bis zu 55 kg abzuspecken. Nur noch knapp über 1,4 Tonnen soll das Modell dann wiegen. Vom 5er übernimmt er auch die Doppelquerlenker-Vorderachse und die Fünflenker-Hinterachse. Adaptive Drive wird es als Option geben.

BMW 3er Touring Foto: Christian Schulte
Rund ein halbes Jahr nach der Limousine wird auch die Kombiversion eingeführt.

Die Motorenpalette dürften die Bayern mit Aggregaten aus dem neuen 0,5-Liter-Motorenbaukasten bestücken. Das Angebot wird von Dreizylindern in den Basismodellen über Vierzylinder wieder bis hin zu Sechszylindern in den Topversionen reichen – alle mit Turboaufladung. Konkret: alle Benziner erhalten einen Partikelfilter. Die Verbräuche und die CO2-Emissionen sinken um 5 Prozent, die Leistung und das maximale Drehmoment steigen. Konkret: der BMW 320i erhält 231 PS, der 325i 250 PS und der 330i 258 PS. Das machen unter anderem ein optimierter Riemenantrieb, effizientere Kühlung und mehr Einspritzdruck (350 statt 200 bar) möglich. Neben dem Plugin-Hybrid 330e (künftig 265 PS) wird es auch einen BMW 325e mit 230 PS Leistung geben. Die elektrischen Reichweiten steigen von 40 auf 50 Kilometer, induktives Laden soll möglich sein. Apropos elektrisch: Eine reine E-Version soll es auch geben: Die Reichweite liegt bei 500 Kilometern, allerdings soll das Modell erst 2020 an den Start rollen.

Auf der Dieselseite wird es noch konkreter: Alle Vierzylinder erhalten eine zweistufige Aufladung, ein SCR-Kat ist bestellbar, die Verbräuche sinken um 5 Prozent. Die Leistungen steigt: Im 316d von 115 auf 136 PS, im 318d von 150 auf 163 PS und im 320d von 190 auf 204 PS. Im 325d sind künftig 238 statt 224 PS am Werke.

BMW legt einen 340i M Performance auf

Nach wie vor leitet die Achtgangautomatik die Motorkraft auf die Räder. Wichtig, BMW will dem Mercedes-AMG C43 Paroli bieten und schließt die Lücke zwischen dem BMW 340i (340 PS) und dem M3 mit einem BMW 340i M Performance. Des Weiteren soll die Spreizung des adaptiven Fahrwerks größer ausfallen. Auf der Dieselseite wird es einen 340d M-Performance ausschließlich mit Allrad und 320 PS geben. Apropos M3: Der kommt natürlich auch wieder – mit 460  PS, dafür aber mit einem E-Motor zwischen Getriebe und Motor für eine Portion Extra-Power. Auch mehr Carbon- und Magnesium-Teile werden verbaut. Entsprechend gibt es noch ein 48-Volt-Bordnetz.

Und was wird aus dem BMW 3er GT? Der könnte künftig die 4er-Baureihe beehren. Analog zum BMW M3 kommt das M4 Coupé ebenso wie die Derivate 4er Cabrio (mit Stahlfaltdach) und 4er Gran Coupé ab 2020.

Neuester Kommentar

Bescheuerter Bericht, mir wurde fast schlecht beim Zusehen so schnell fuhr der.
Klar, der Redakteur freut sich daß er den Prototypen fahren darf, da kann man dann natürlich nicht danach sofort das Nest beschmutzen ... Aber so fährt kein Mensch auf öffentlichen Straßen, sonst ist 1. die Pappe in 10min. weg oder 2. wenig später ein Fahrradfahrer tot. Und das Topmodell kaufen ohnhin nur die wenigsten, das wird wahrscheinlich überhaupt fast nur für Autotester gebaut.
Und nun zum Aussehen: Langweilig, wie ALLE derzeitigen BMWs, kaum zu unterscheiden von den anderen Modellen. Und wenn das Cockpit wirklich so kommt wie in der Studie, dann gute Nacht. Zumindest im Armaturenbereich macht BMW derzeit noch einiges richtig wie ich finde, da würde ich nicht allzuviel ändern.

jpnyc 8. September 2018, 21:24 Uhr
Neues Heft
Top Aktuell Audi e-tron Neuer Audi e-tron quattro Der Elektro-SUV von Audi
Beliebte Artikel BMW Logo Mexiko BMW-Werk in Mexiko 3er-Produktion ab 2019 BMW M3/M4 Competition Paket, Upgrade, Leistungssteigerung, 01/2016 Competition-Paket für M3 und M4 Mehr Leistung für die M-Modelle
Anzeige
WhatsApp Newsletter
WhatsApp Newsletter
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden
Sportwagen VLN 7 - Nürburgring - 22. September 2018 VLN, 7. Lauf 2018 Black Falcon siegt vor Frikadelli Falken Porsche 911 GT3 R 2019 - VLN 7 - 20. September 2018 VLN Vorschau, 7. Lauf 2018 Falken mit neuem Porsche
Allrad Kia Niro EV Elektro-SUV Kia e-Niro (2019) Elektro-SUV mit 485 km Reichweite Seat Tarraco, SUV, Offroad, Allrad, 7-sitzer Seat Tarraco (2019) Lesen Sie hier alles zum neuen Seat-SUV
Oldtimer & Youngtimer VW Käfer 1302 LS Cabriolet, Frontansicht Top 10 Ranking H-Kennzeichen Die Oldtimer-Charts 2018 Volkswagen Käfer 1200 Cabriolet (1961) VW Käfer Auktion Schwedens größtes Käfer-Museum macht zu
Promobil Elektromobilität 10 Elektrofahrzeuge für Camper E-Bike, E-Scooter, Segway & Co. Dethleffs Pulse I 7051 im Test Modernes Mobil mit netten Details