Miami - Red Bull Showrun - 2022 Red Bull
Impressionen - Formel 1 - GP Miami 2022
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Impressionen - Formel 1 - GP Miami 2022 25 Bilder

Formel-1-Vorschau Grand Prix Miami 2022

Vorschau GP Miami 2022 Leckerbissen auf neuer Strecke

GP Miami 2022

Die Vorfreude ist groß. Am Wochenende gastiert die Formel 1 erstmals in Miami. Das Layout bietet lange Geraden und Kurven unterschiedlicher Bauart. Red Bull könnte dort mit seiner Effizienz punkten, doch Ferrari will mit ein paar neuen Teilen dagegenhalten.

Bislang läuft die Saison ganz nach dem Geschmack der Rechteinhaber und der neutralen Formel-1-Fans. Weltmeister Max Verstappen und Herausforderer Charles Leclerc wechseln sich mit den Siegen ab. Zum Saisonauftakt in Bahrain und beim dritten Rennen in Australien siegte der Monegasse in seinem Ferrari. In Saudi-Arabien und zuletzt in Imola konterte Red Bulls Superstar. In der WM hat Leclerc mit 27 Punkten die Nase vorn.

An der Spitze duellieren sich Ferrari und Red Bull, dahinter treibt es das Mittelfeld kunterbunt. Alpine hat auf eine Runde wohl das drittschnellste Auto, patzt aber im Rennen. Das Auto setzt den Reifen zu sehr zu und der A522 schwächelt bei der Zuverlässigkeit. Mercedes erfährt das Gegenteil: Auf eine Runde fehlt es an Speed. Der Silberpfeil braucht Runden, um auf Geschwindigkeit zu kommen. Dafür stimmt die Zuverlässigkeit. Zu den beiden Teams gesellen sich Alfa Romeo, McLaren, Haas und Alpha Tauri.

Prognosen sind sowohl an der Spitze wie auch im Mittelfeld schwer möglich. Die Unberechenbarkeit macht die Formel 1 spannend. Rechteinhaber Liberty Media kommt sie gerade vor dem Heimspiel gelegen. Am Wochenende erfüllt sich für das US-amerikanische Medienunternehmen der große Traum vom Grand Prix in Miami. Die Formel 1 soll dort eine ganz große Show abziehen.

Der Formel-1-Hype in den Staaten ist aktuell grenzenlos. Die Soap Opera "Drive to survive" über die Königsklasse, ihre Fahrer und Teams hat der Königsklasse einen Boom beschert. Die Tickets für die Miami-Premiere waren nach Bekanntgabe im letzten Jahr rasend schnell vergriffen. Selbst die hohen Ticketpreise von teilweise mehr als 1.000 US-Dollar für eine Wochenendkarte schreckte die Fans nicht ab. Die Premiere im "Sunshine State" verspricht beste Unterhaltung auf der Rennstrecke vor vollen Tribünen.

Die Strecke: Miami International Autodrome

Das Miami International Autodrome war eine schwere Geburt. Eine Bürgerinitiative hatte sich lange gegen das Herzensprojekt von Liberty Media gewehrt. Erst vor gut einem Jahr hatte der Gemeinderat in Miami Gardens den Weg freigemacht und der Formel 1 alle notwendigen Genehmigungen erteilt. Damit konnte der Bau der 5,41 Kilometer langen Piste rund um das Hard Rock Stadium des Football-Teams Miami Dolphins starten. Mit der Planung für das Autodrome hatte man bereits 2019 begonnen.

Der Vertrag zwischen Miami und der Formel 1 wurde direkt auf zehn Jahre bis einschließlich 2031 datiert. Die britische Firma "Apex Circuit Design" zeichnet sich verantwortlich für die neue Rennstrecke. Die Experten entwarfen 75 verschiedene Layouts. 36 davon testete man schlussendlich in Simulationen, um die bestmögliche Variante für maximale Action herauszufiltern. Das Ergebnis ist eine Rennstrecke mit drei langen Geraden und 19 Kurven.

Die Runde beginnt auf der kürzesten der drei Geraden mit einer Rechtskurve, auf die eine Reihe von S-Kurven folgt. Von Kurve vier bis elf ist Highspeed angesagt. Hohe Querbeschleunigungskräfte dürften hier am Nacken der Fahrer zerren. Der Streckenabschnitt erinnert an die Rennstrecke in Saudi-Arabien. Ein langes Vollgasstück ab Kurve acht führt die Fahrer in den verwinkelten Teil der Rennstrecke ab Turn 11. Nach fünf eher engen Kurven kommt die nächste lange Gerade. Eine Haarnadel sowie eine Links-Rechts-Kombination bringt die Autos zurück auf die Zielgerade.

Die Fahrer zeigten sich bereits nach den Proberunden im Simulator angetan. "Ich mag das Layout. Es bietet überraschend viele Highspeed-Passagen, atypische Kurven, langgezogene Kurven und zwei hervorragende Überholmöglichkeiten", äußert sich Alpha-Tauri-Pilot Pierre Gasly. Gemeint sind Kurve elf und 17 – zwei harte Bremszonen am Ende der langen Geraden. Der Stadtkurs verläuft nicht topfeben, sondern kennt auch Höhenunterschiede. Die Schikane (T14-15) steigt erst an, bevor sie am Ausgang abfällt.

Drei DRS-Zonen sollen das Überholen fördern. Für die Rennstrecke verlegten die Betreiber rund 24.000 Tonnen an Asphalt mit unterschiedlichem Griplevel, um es für die Teams kompliziert zu machen. Die letzte Schicht wurde im Februar aufgetragen. Für das permanente Boxengebäude verwendete man 1.130 Tonnen Beton. Damit nicht nur die Rennstrecke selbst eine Attraktion ist, sondern auch das Drumherum zum Verweilen einlädt, wurde das Gelände rund um das Stadion zu einem Campus ausgebaut. Eine Seilbahn lässt die Fans über die Strecke schweben. 14 Fußgängerbrücken verlaufen über die Piste.

Pirelli - GP Miami 2022
Pirelli
Pirelli liefert die Reifenmischungen C2, C3 und C4.

Fast Facts

  • Streckenlänge: 5,412 km
  • Rundenanzahl: 57
  • Renndistanz: 308,326 km
  • Anzahl Kurven: 19 ( links/ rechts)
  • Distanz Pole zum Bremspunkt für T1: 200 Meter
  • DRS-Zonen: 3 (T9-11, T16-17, T19-1)
  • Reifensorten: C2 (Hard), C3 (Medium), C4 (Soft)
Max Verstappen - Red Bull - GP Emilia-Romagna 2022 - Imola
Wilhelm
Red Bull könnte in Miami mit überragendem Topspeed glänzen.

Setup

Drei Geraden, die längste davon über 1,28 Kilometer, prognostizierte Topspeeds von über 320 km/h, diverse schnelle Kurven, ein paar lange Bögen und ein paar enge Passagen: Das Miami International Autodrome schreit nach einem Kompromiss bei der Fahrzeugabstimmung. "Wir wollten die Fahrer und Teams vor eine Herausforderung stellen", sagt Charles Metcalfe von Apex Circuit Design. "Es gibt viele unterschiedliche Kurventypen, die nicht zu jeder Abstimmung passen dürften." Das dürfte wohl so eintreten.

In den schnellen Kurven braucht es viel Anpressdruck und eine gute Stabilität, in den langsamen Ecken mechanischen Grip. Die langen Geraden verlangen dagegen nach möglichst kleinen Flügeln, um wenig Luftwiderstand aufzubauen. Man darf davon ausgehen, dass die Teams in den Trainings mit verschiedenen Abtriebsleveln experimentieren werden, um den passenden Weg für sich selbst zu finden. Das Layout spricht für tendenziell weniger Abtrieb, doch es könnte zu unterschiedlichen Abstimmungen kommen. Ähnlich wie in Saudi-Arabien, als es Red Bull mit einem kleineren und Ferrari mit einem etwas größeren Heckflügel versuchte, was zu unterschiedlichen Stärken der Autos führte.

Autos mit besonders guter Effizienz sollten im Vorteil sein. Solche, die viel Abtrieb über den Unterboden erzeugen und dafür Fläche von den Flügeln nehmen können. Red Bull kommt einem da als erstes in den Sinn. Um die langen Geraden schnell hinter sich zu lassen, braucht es Motorleistung. Aus den langsamen Passagen ist eine gute Traktion gefragt. Pirelli liefert die Mischungen C2 bis C4. Einige Kurven dürften den Reifen zusetzen. Mit weniger Flügel könnten die Autos vor allem auf den harten und nicht ganz so griffigen Reifen mehr rutschen, als es den Fahrern lieb ist.

Pirelli spricht in seiner Vorschau von einem glatten Asphalt. Der italienische Reifenlieferant geht davon aus, dass sich die Strecke über das Wochenende stark weiterentwickeln wird. Die Autos sollten eine anfangs grüne Bahn mit Gummi Stück für Stück griffiger machen. Schlechte Gripverhältnisse sollte die Teams allerdings nicht erwarten. Der Veranstalter hat den Asphalt vorab bestrahlt und gereinigt.

Charles Leclerc - Ferrari - GP Emilia Romagna - Imola - 23. April 2022
xpb
Ferrari dürfte mit einem Heckflügel in Medium-Low-Downforce-Spezifikation auftauchen.

Updates

Die Niederlage von Imola hat Ferrari etwas unter Zugzwang gebracht. Red Bull brachte dort kleinere Upgrades, die sofort einschlugen. Experten sprechen davon, dass der RB18 dadurch eine Spur schneller war als das rote Auto. Ferrari wird deshalb nicht in Aktionismus verfallen. Man hält an den Plänen fest, bringt für die Premiere in Miami aber immerhin ein paar erste Upgrades für den F1-75.

Dabei geht es hauptsächlich um die Anpassung der Aerodynamik an die schnelle Rennstrecke, die voraussichtlich ein mittleres bis niedriges Downforce-Level verlangt. "Wir sind zuversichtlich, dass unser Paket für Miami ein ziemlich effizientes ist", sagt Ferrari-Teamchef Mattia Binotto. Man darf davon ausgehen, dass in erster Linie ein angepasster Heckflügel gemeint ist.

Ansonsten wird sich Ferrari wieder dem Thema Bouncing widmen, und weiter daran arbeiten, es soweit wie möglich abzustellen. Das Hüpfen auf den Geraden ist die größte Baustelle von Mercedes. Inzwischen weiß das Weltmeisterteam, wie und wann es entsteht, doch man hat noch keinen passenden Schlüssel gefunden, damit das Bouncing keine wertvollen Zehntelsekunden kostet.

In Miami will Mercedes einen ersten von vielen Schritten gehen, um es loszuwerden. "Hoffentlich haben wir in Miami schon ein paar Teile, die uns zeigen, ob wir uns in die richtige Richtung bewegen", sagt Chefingenieur Andrew Shovlin.

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Emilia Romagna - Imola - 23. April 2022
Wilhelm
Mercedes hofft, den W13 mit ein paar Neuentwicklungen besser zu machen.

Favoriten

Eine neue Strecke und wenig Daten: Die Teams sind auf ihre Simulationswerkzeuge angewiesen. Je präziser die im Vorfeld waren, desto besser wird man aus den Startblöcken kommen und das Setup verfeinern können. Red Bull und Ferrari waren dem Rest in den ersten Rennen so weit enteilt, dass schon viel zusammenkommen müsste, dass sie Pole Position und Rennsieg nicht wieder unter sich ausmachen.

Wenn wir tippen müssten, sehen wir Red Bull mit einem Vorteil ins Wochenende gehen. Weil der RB18 bis jetzt gut in den Kurven war und einen herausragenden Topspeed hatte. Wenn Ferraris Medium-Low-Downforce-Paket jedoch wirkt, könnte auch die Scuderia wieder die Oberhand gewinnen. Deshalb: eine Vorhersage ist kaum möglich.

Das gilt ebenso für das breite Mittelfeld. Alpine zeigte schon 2021 die Qualität, sich schnell auf neuen Rennstrecken zurechtzufinden und sich anzupassen. Die Werkzeuge in der Fabrik führten den Nationalrennstall aus Frankreich auf die richtige Spur. Wenn das auch in Miami so kommt und man die Reifen besser in den Griff bekommt, haben Fernando Alonso und Esteban Ocon gute Karten, dritte Kraft zu sein.

Bei Mercedes steht und fällt vieles mit dem Bouncing. Die Reifen sollten diesmal keine Schwierigkeiten bereiten bei Außentemperaturen um die 30 Grad Celsius. Alfa-Sauber war in Imola mit neuen Teilen sehr schnell. Das Verständnis darüber wächst, weshalb der Schweizer Rennstall vielleicht noch stärker wird. Im Mittelfeld entscheiden Kleinigkeiten: Setup, Reifen, Temperatur, Asphalt, Tagesform. Da kann man schnell mal Fünfter oder 15. sein. Das Wetter könnte die Spannung erhöhen. Regen ist nicht ausgeschlossen.

Zeitplan

Zeitplan GP Miami 2022

Session Datum
1. Training Freitag, 6.5., 20.30-21.30 Uhr
2. Training Freitag, 6.5., 23.30-00.30 Uhr
3. Training Samstag, 7.5., 19.00-20.00 Uhr
Qualifikation Samstag, 7.5., ab 22.00 Uhr
Rennen Sonntag, 8.5., ab 21.30 Uhr

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