Formel 1: Das sind die Gründe für Lewis Hamiltons Erfolg bei Ferrari

Ferrari-Superstar plötzlich WM-Kandidat
Das sind die Gründe für Hamiltons Erfolg

ArtikeldatumVeröffentlicht am 21.06.2026
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Lewis Hamilton - Ferrari - Formel 1 - GP Barcelona 2026
Foto: Wilhelm

Es gab wohl kaum jemanden im Fahrerlager und der Formel-1-Welt, der sich nicht über den ersten Ferrari-Sieg von Lewis Hamilton in Barcelona (14.6.) gefreut hatte. Selbst ehemalige Rennfahrer, die den siebenmaligen Weltmeister schon häufig harsch kritisiert hatten, waren voll des Lobes. "Er ist der Größte aller Zeiten", adelte Nico Rosberg seinen alten Rivalen aus Mercedes-Tagen. Der Aufwind von Hamilton hat ihn wieder ins sportliche Rampenlicht der Königsklasse gestellt.

Ganz vergessen hatte der Triumphator die Kritiker allerdings nicht. "Menschen, die negative Sachen sagen, nutzen das häufig als ihren Treibstoff. Es ist leicht, negative Dinge über Menschen zu sagen. Und noch schlimmer ist es, wenn es ein [ehemaliger] Fahrer ist, der weiß, wie schwer es ist, in diesem Feld seinen Job zu erledigen, und der nicht so viel Erfolg wie ich hatte." Ob er damit Rosberg gemeint hatte? Wohl eher seinen Chefkritiker Jacques Villeneuve. Der Kanadier hatte ihm im vergangenen Jahr die Klasse abgesprochen.

Zugegebenermaßen war die Saison 2025 eine voller Tiefen. Zum ersten Mal beendete der F1-Superstar eine Spielzeit ohne ein Grand-Prix-Podium. Am Boden zerstört war Hamilton beim Ungarn-Wochenende im Sommer. "Ich bin nutzlos", sagte der Rekordsieger damals.

Fans geben Auftrieb

Aus diesem Loch hat sich der 41-Jährige dieses Jahr herausgekämpft. Dabei hatte er auch Hilfe. "Letztes Jahr haben mir viele Fans zugerufen: 'Vergiss nicht, wer du bist!' Das hat mir etwas bedeutet." Es kursieren einige Videos in den Sozialen Netzwerken, in denen Hamilton, umgeben von einer Menschenmenge, die aufbauenden Worte wahrnimmt und den Fans ein Lächeln schenkt.

"Danach habe ich mich gefragt: Wie finde ich wieder selbst zu mir? Wie finde ich meine Mitte? Wie finde ich den Mut und die Stärke, weiterzumachen? Meine Fans haben mich letztes Jahr wirklich gerettet."

Neben den Fans gab es noch weitere Menschen aus seinem privaten Umfeld, die ihn aufgebaut haben. "Ich habe viel Zeit mit meiner Familie verbracht, viel Zeit mit Freunden – Menschen, die mich kennen, die nie an mir gezweifelt und die mir mein ganzes Leben lang zur Seite gestanden haben."

Dazu zählt mittlerweile seine neue Partnerin Kim Kardashian. Die US-Amerikanerin besuchte Hamilton während des Monaco-Grand-Prix und scheint dem Ferrari-Fahrer Glück zu bringen. Dieses hat sich Hamilton aber auch hart erarbeitet. "An Heiligabend habe ich meine Mission gestartet. Das Training war härter als alles, was ich bisher erlebt habe, um mich in Form zu halten. Anfang letzten Jahres war ich verletzt und hatte monatelang damit zu kämpfen."

Lewis Hamilton - Carlo Santi - Ferrari - Formel 1 - GP Barcelona 2026
xpb

Renningenieur-Wechsel zahlt sich aus

Den wichtigsten Part der neuen Erfolgsgeschichte dürfte aber das Paket an der Strecke sein. Die neue Autogeneration lässt Hamiltons natürlichen Fahrstil wieder mehr zu. Das baut Selbstvertrauen auf. Zudem hat Ferrari mit dem SF-26 ein sehr gutes Auto gebaut, dem es zwar noch an Motor-Leistung fehlt, doch dieses Problem soll sich dank der geplanten Updates bald lösen.

Auf der Position des Renningenieurs hat Hamilton zudem einen neuen Vertrauten gefunden: Carlo Santi. Der Italiener löste Riccardo Adami ab, mit dem der Rekordjäger nicht auf einer Wellenlänge funkte. Adami war bei vielen Fans schon zu Zeiten von Sebastian Vettel und Carlos Sainz kritisch hinterfragt worden.

Nach dem Barcelona-Sieg durfte Santi Hamilton auf das Podium begleiten. "Es war großartig, ihn dabei zu haben. Er ist dieses Jahr eingesprungen. Er hat sich reingestürzt und sich voll und ganz mit mir darauf eingelassen. Wir kannten uns nicht, hatten noch nie miteinander gesprochen, und ich wusste nicht wirklich viel über ihn. Dann haben wir uns getroffen und uns auf Anhieb gut verstanden. Es ist toll, eine Verbindung zu einem anderen Renningenieur aufzubauen als zu dem, mit dem ich früher zusammengearbeitet habe", gab es noch eine Spitze Richtung Adami.

Bei Santi ist das ganz anders: "Ich umarme ihn ganz fest, habe ihn herangezogen und 'Danke' gesagt. Ich hatte so lange eine Verbindung und dann verliert man dieses Gefühl irgendwie." Sein alter Weggefährte Peter Bonnington führt mittlerweile Kimi Antonelli im Mercedes zu Rennsiegen.

Lewis Hamilton & Frederic Vasseur - GP Barcelona 2026
Wilhelm

WM-Chance lebt

Einen wollte der Brite aber nicht vergessen in seiner Danksagung: Teamchef Frédéric Vasseur. "Ich bedanke mich dafür, dass er an mich geglaubt und mich in dieses Team geholt hat. Wir haben die Hoffnung nie aufgegeben, und das Team hat mich immer wieder unterstützt. Wir haben so viele Veränderungen vorgenommen und so viele Fortschritte erzielt."

Diese haben Lewis Hamilton auf Platz zwei der Tabelle gehievt. Der Rückstand auf Kimi Antonelli beträgt 41 Punkte. Bei noch 15 ausstehenden Rennen ist das aufholbar. Ein WM-Sieg würde Titel Nummer acht bedeuten und ihn zum alleinigen Rekordweltmeister machen. Momentan teilt er sich diese Bestmarke mit Michael Schumacher.

"So wie das Jahr angefangen hat, habe ich noch nicht wirklich in diese Richtung gedacht. Ich habe noch nicht über einen achten Titel nachgedacht", trat Hamilton auf die Euphorie-Bremse.

"Es ist im Moment sehr, sehr schwer, langfristig zu denken. Es geht einfach darum, ein Rennen nach dem anderen, eine Woche nach der anderen anzugehen", führte der 106-malige GP-Sieger aus. Er will die neu gewonnene Leichtigkeit behalten. "Wir geben einfach weiter Gas und haben Spaß dabei."

Fazit