Genesis GV60 Genesis
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Genesis GV60 21 Bilder

Genesis GV60: Bis zu 360 kW und 470 km Reichweite

Genesis GV60 E-Crossover ab 56.370 Euro

Hyundais Luxusmarke Genesis setzt seit 2021 auch auf rein elektrische Modelle. Als Einstiegsmodell ist der GV60 zu Preisen ab 56.370 Euro am Start, in dem wir bereits für einen ersten Check ausgiebig Platz nehmen durften.

Intern als "JW EV" bezeichnet hat Genesis seit Herbst 2021 mit dem GV60 einen weiteren High-Performance-SUV mit reinem Elektroantrieb im Angebot. Der 4,52 Meter lange, 1,89 Meter breite und 1,58 Meter hohe GV60, der quasi das noble Schwestermodell zu Hyundai Ioniq 5 und dem Kia EV6 ist, soll mit einer Stückzahl von rund 20.000 Einheiten signifikant zum Elektro-Erfolg der Marke beitragen. Er sortiert sich unterhalb des GV70e ein. Die Marke hatte sich unlängst sechs E-Auto-Namen schützen lassen. Das G in GV60 steht für Genesis, während das V für Vielseitigkeit steht. Die Zahl 60 steht für die Position in der Genesis-Modellhierarchie und macht den GV60 zu seinem bisher sportlichsten Fahrzeug.

Erster Check vom Genesis GV60

Zum ersten Kennenlernen steht der Genesis GV60 in der auffälligen Farbe "Sao Paulo Lime" im hellen Licht einen Fotostudios. Schon im ersten Moment wird eine Gemeinsamkeit mit dem Hyundai Ioniq 5 deutlich: Wie er ist auch der GV60 in der Realität deutlich größer, als es auf Fotos wirkt. Während das Exterieurdesign zwar Stilelemente der aktuellen Genesis-Modellpalette, darunter die zwei Linien für Scheinwerfer und Rückleuchten übernimmt, aber dennoch andere Wege geht, fühlt man sich innen auch nach einem direkten Umstieg aus Genesis GV80 oder G80 sofort heimisch.

Genesis GV60
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Die Menüstruktur im Infotainmentsystem entspricht dem Muster anderer Genesis-Modelle. Die Bedienung erfolgt entweder über den Touchscreen oder einen ergonomisch gut platzierten und intuitiven Dreh-Drück-Steller. Davor glitzert eine mit der Farbe des Ambientelichts illuminierte Halbkugel dem Fahrer entgegen. Sie wird "Crystal Sphere" genannt und ist in Wahrheit nichts anderes als der Wählschalter für das Eingang-Reduktionsgetriebe. Wird das Auto gestartet, dreht sie das Element einmal um die eigene Achse und gibt das bekannte P-R-N-D-Menü frei.

Viel Platz im lederfreien Interieur

Das Platzangebot im Innenraum entspricht den beiden Konzernbrüdern. Auch der Genesis GV60 hat die auf Tastendruck in Liegeposition fahrenden Vordersitze für kurze Nickerchen beim Ladestopp. Die lederfreie Innenausstattung, die auch Recyclingmaterial aus alten PET-Flaschen und Fischernetzen beinhaltet, zeigt sich um Ausstellungsauto in der Farbe "New Navy", einem satten Blau. Den Premium-Anspruch der Marke Genesis unterstreicht der GV60 durch eine, im Vergleich zu Hyundai Ioniq 5 und Kia EV6, deutlich gehobenere Materialauswahl und feinsinnige Designdetails, beispielsweise an den inneren Türgriffen. Besonders ergonomisch im Fond sind die in die Türen integrierten Becherhalter. Schade ist nur, dass nicht auch vorne Platz dafür gefunden wurde.

Genesis GV60
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Auch für großgewachsene Fahrer bietet der GV60 genügen Platz.

Hier gibt es, je nach Ausstattung, zusätzliche Monitore an den Füßen der A-Säulen. Sie übertragen die Bilder von Kameras, die die Außenspiegel ersetzen. Wie schon im Lexus ES wirken die Bildschirme arg aufgesetzt, haben jedoch einen wichtigen Vorteil. Im Gegensatz zur Integration im Türpaneel wie im Audi E-Tron sind die Bilder hier schnell wahrnehmbar. Das trägt zur Verkehrssicherheit bei. Ob die digitalen Spiegel, die außen am Auto überraschend groß ausfallen und damit wohl nur einen geringen Vorteil bei Aerodynamik und Reichweite bieten, auch auf der Straße positiv auffallen, muss eine spätere Testfahrt mit dem Genesis GV60 klären.

Das Design

Im Vergleich zum Kia EV6 erscheint der Genesis GV60 in seiner Formgebung fast identisch. Das Crossover-Layout mit der etwas höheren Bodenfreiheit ist ebenfalls bei Kia zu sehen, auch die kurze Front und der coupéartige Dachverlauf. Obere und untere Fensterlinie sind jedoch verschieden. Der GV60 trägt horizontal zweigeteilte LED-Scheinwerfer an der Front. Die Koreaner nennen sie Quad-Leuchten im Zwei-Linien-Design. Die Schürze trägt einen breiten Kühlergrill. Motorhaube und Kotflügel zeigen sich einem einzigen Element vereint. Das zurückversetzte Greenhouse steht auf Säulen, die schwarz gehalten sind und so ein umlaufendes Fensterband suggerieren. Den oberen Abschluss der Fensterlinie bildet ein umlaufendes Chromband mit keckem Haken in der C-Säule. Statt Außenspiegel verbaut Genesis Kamera-Spiegel. Die Türgriffe sind bündig in die Türen eingelassen und treten nur bei Gebrauch automatisch hervor. Die Heckleuchten nehmen das Zwei-Linien-Design der Hauptscheinwerfer auf. Am unteren Rand der Heckscheibe sitzt ein großer Spoiler mit integriertem drittem Bremslicht.

Das Interieur

Der Innenraum des GV60 wirkt auf den ersten Bildern geräumig und komfortabel. Der Radstand von 2,90 Meter spricht ebenfalls dafür. Das auffälligste Merkmal im Innendesign des GV60 ist die Crystal Sphere, eine kugelförmige elektronische Getriebesteuerung auf der scheinbar schwebenden Mittelkonsole, die den Fahrer intuitiv über entgegenkommende Fahrzeuge informiert. Die Kristallkugel kann aber auch Stimmungslichter generieren.

Über zwei Drittel der Armaturenbrettbreite erstreckt sich ein kombiniertes Display, das das klassische Kombiinstrument und den Infotainmentbildschirm bündelt. Genesis nutzt die Nvidia-Drive-Plattform für das Infotainmentsystem mit Touchscreens. Kabellose Verbindung des Smartphones für Apple-Car-Play und Android-Auto ist gesetzt, außerdem soll es einen digitalen Schlüssel, Handschrift- und Spracherkennung sowie Touchcontroller geben. Vorne oben auf den Türbrüstungen sitzen die Screens, die die Bilder der Außenspiegelkameras wiedergeben. Beim Thema Nachhaltigkeit setzt Genesis auch auf viel Recyclingmaterial im Innenraum. So werden für verschiedenste Oberflächen PET-Flaschen und alte Fischernetze wiederverwertet.

Ausstattungen und Technik

Als erstes Genesis-Modell erhält der GV60 die Gesichtserkennung "Face Connect". Dieses System erlaubt es über eine Nahinfrarot-Kamera (NIR) Gesichter zu erkennen und die Fahrzeugtüren zu öffnen oder zu schließen. Das System soll auch bei Dunkelheit oder anderen schlechten Lichtbedingungen funktionieren. Ist das Gesicht des Fahrers erkannt, synchronisiert "Face Connect" dann das individuellen Fahrer-Profil für den Fahrersitz, Lenkrad-Position, Seitenspiegel-, Head-up-Display- oder Infotainment-Einstellungen. Für Outdooraktivitäten wie Schwimmen oder Joggen kann der Fahrer seinen Fahrzeugschlüssel im Auto lassen und den Genesis nur über die Gesichtserkennung ver- und entriegeln. Zwei Gesichter lassen sich mitsamt der Profile pro Modell registrieren, sie sind verschlüsselt im Fahrzeug gespeichert und können dort auch wieder gelöscht werden.

Als zweites biometrisches Feature ist das "Fingerprint Authentication System" an Bord des GV60. Es erlaubt über den Fingerabdruck das Fahrzeug zu starten und zu fahren. Des Weiteren sind damit Zahlungen im Auto möglich.

Für die Außengestaltung offeriert Genesis elf verschiedene Lackfarben, die mit mit fünf Farbthemen im Innenraum kombiniert werden können. Die Sicherheitsausstattung umfasst acht Airbags inklusive einem Luftsack zwischen den Vordersitzen. Hinzu kommt eine ganze Armada an Assistenzsystemen.

Schnellladung und Reichweite

Die E-GMP erlaubt ähnlich wie der Modulare Elektrobaukasten von VW unterschiedliche Batteriekapazitäten, beginnend bei 64 kWh. Im GV60 tritt die Plattform mit Hinterradantrieb, Allradantrieb und ein einer 4x4-Performance-Version an, wobei in Deutschland nur Allradvarianten angeboten werden. Bei den Allrad-Varianten lässt sich auch jeweils ein Motor abschalten. Die Batterie setzt dabei durchweg auf eine Kapazität von 77,4 kWh. Im RWD-Modell für den koreanischen Markt sorgt ein 168 kW und 350 Nm starker E-Motor für Vortrieb. Die Reichweite soll bei 451 Kilometer liegen. In der Allradvariante zieht vorne ein 74 kW starker E-Motor, hinten schiebt ein 160-kW-Motor. Zusammen kommen die auf eine Leistung von 234 kW und ein Drehmoment von 605 Nm. Die Reichweite wird mit bis zu 470 Kilometer mit dem Sport Paket bzw. bis zu 466 Kilometer mit dem Sport Plus Paket angegeben. Wird das Performance-Häkchen gesetzt, dann zerren an beiden Achsen je ein 160 kW starker E-Motor. Die Gesamtleistung steigt auf 320 kW, das maximale Drehmoment bleibt aber bei 605 Nm. An Bord der Performance-Variante ist auch ein Boost-Knopf am Lenkrad, der die Leistung zehn Sekunden lang auf 360 kW und 700 Nm anhebt. Im Bestfall spurtet der GV60 damit in 4,0 Sekunden auf Tempo 100. Für Quer-Fahrspaß auf Knopfdruck sorgt ein Drift-Modus, der Antriebsleistung und Bremseingriff optimal aufeinander abstimmt. Ein elektronisches Sperrdifferenzial optimiert bei Bedarf den Grip. Die Rekuperation wird über das Fahrpedal gesteuert.

Dass der GV60 auch als E-Auto Soundbedürfnisse befriedigt, dafür sorgt ein aktives Sound-Design-Modul. Die Insassen werden immer mit einem zur Gangart passenden Soundkulisse über die 17 Lautsprecher der Bang & Olufsen-Anlage beschallt. Den Motorklang können Piloten dabei in vielen Stufen variieren. Sie mögen es lieber leise – dann greift ein System das aktiv Störgeräusche unterdrückt.

Genesis GV60
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Das elektronisch gesteuerte Fahrwerk des GV60 arbeitet mit einer vorausblickenden Kamera zusammen, die die Dämpfer auf nahende Unebenheiten voreinstellt. Die Akkus des GV60 lassen sich per 350-kW-Schnelllader in 18 Minuten von Null auf 80 Kapazität füllen. Strom kann aber auch mit 7,2 oder 11 kW-Ladeleistung gezapft werden. Umgekehrt lässt sich der GV60 auch als Stromquelle nutzen. Dabei gibt er maximal 3,6 kW ab.

Die Preise

Reserviert werden kann der neue Genesis GV60 ab sofort. Als Grundpreis nennt der Hersteller 56.370 Euro für den GV60 Premium mit Sport Paket und zwei Elektromotoren (160 kW hinten / 74 kW vorn). Der GV60 Premium mit Sport Plus Paket und den beiden jeweils 160 kW starken Elektromotoren startet ab 71.010 Euro. Wer vorbestellt, muss 1.000 Euro anzahlen. Die Reservierung ist unverbindlich, die Anzahlung voll erstattungsfähig. Zur Wahl stehen zwei Allradvarianten, deren Marktstart im ersten Halbjahr 2022 sein wird.

Die neue Elektroplattform bleibt indes nicht Genesis vorbehalten, auf ihr basieren schon der Hyundai Ioniq 5 und der Kia EV6.

Die wichtigsten Fakten zur Electric Global Platform (E-GMP)

  • Sportliches Modell: unter 3,5 s für 0 – 100 km/h
  • Top-Speed: 260 km/h
  • Maximalleistung: 600 PS
  • Reichweite Basis-Modell: 500 km (WLTP)
  • Ladedauer: 18 Minuten für 80 Prozent Ladung; 5 Minuten für 100 Kilometer
  • Ladetechnik: 800 Volt, ohne Adapter auch Aufladung an 400 Volt-Stationen
  • Bidirektionales Laden: Vehicle-2-Load mit 3,6 kW
  • Heckantrieb mit weiterem Motor Allradantrieb
  • IDA Integrated Drive Axle
  • Fünflenker-Hinterachse

Fazit

Hyundai fährt mit der Marke Genesis fett auf und will wohl breite Kundenbedürfnisse befriedigen. Neben der Premium-Fließhecklimo über einen Luxus-SUV, zwei Sportcoupés und einen BMW X5-Konkurrenten, legen die Koreaner nun auch noch rein elektrische Derivate und einen weiteren E-SUV mit mächtig Power auf ... und dazu kommt noch das Modellportfolio von Hyundai und Kia.

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