SPERRFRIST 28.02.19 / 9:00 Uhr Honda e Prototype Urban EV Concept 2019 Patrick Lang

Honda e (2020)

Elektrokleinwagen kann ab sofort reserviert werden

Der japanische Autobauer Honda setzt künftig stärker auf Elektrifizierung. Auf dem Genfer Autosalon 2019 gab es die seriennahe Studie Honda e Prototype zu sehen, bevor das Serienmodell auf der IAA debütiert. Ab sofort kann reserviert werden.

Als Honda zum ersten Mal sein Urban EV zeigte, war die Reaktion beim Publikum und bei der Fachpresse unisono positiv. Das Modell mit dem leichten Retro-Touch erinnerte an den Peugeot 205 oder einen Golf I GTI und war gleichzeitig modern, kompakt und stimmig. Doch leider klaffen zwischen Studie und dem Serienfahrzeug oftmals Welten – so auch beim Honda Urban EV?

Allerdings, und das ist die freudige Nachricht, das japanische E-Modell rettet das Studien-Styling doch weitgehend in die Serie. Und die geht leider nicht wie angekündigt 2019 an den Start, sondern erst 2020. Für Europa sind jedoch nur 5.000 Fahrzeuge pro Jahr vorgesehen. Diese können ab sofort über die Internetseite von Honda reserviert werden. Als Anzahlung werden 800 Euro verlangt. Bei einem Rücktritt werden diese voll zurückerstattet. Mit der Reservierung sichert sich der kunde nur eine Bestell-Option, die im Laufe des Jahres gezogen werden kann. Wählbar ist aktuell nur die Außenfarbe – fünf davon stehen zur Wahl. Die ersten Honda e werden dann ab Frühjahr 2020 ausgeliefert.

Honda E Modellbezeichnung
Honda

Die Elektroplattform des Honda-e setzt auf einen 100 PS starken Elektromotor an der Hinterachse, die Ladesysteme und die Elektronik sitzen vorne, dazischen im Fahrzeugboden wurde die 35,5 kWh große, flüssigkeitsgekühlte Lithium-Ionen-Batterie platziert. Die Gewichtsverteilung soll bei 50:50 liegen. Die Batterie lässt sich per Typ-2-AC-Anschluss oder per CCS2-DC-Anschluss laden. Die Reichweite des Honda-e soll bei mehr als 200 Kilometer liegen. Der Akku soll in nur 30 Minuten auf 80 Prozent aufladbar sein.

Honda-E Elektroplattform
Honda

Die Publikumspremiere des Honda EV findet auf der IAA im Herbst 2019 statt, zuvor zeigten die Japaner noch eine weitere seriennahe Studie auf dem Genfer Autosalon im Frühjahr 2019. Diese erscheint mit einem leicht runderen Design, einer neuen Front sowie etwas stärker ausgestellten Radhäusern. Es bleibt bei den kreisrunden LED-Scheinwerfern und der kugeligen Fahrgastzelle.

Sitzprobe im Honda e Prototype

Auf die Frage, warum man sich von den kantigen Formen der Studie Urban EV verabschiedet habe, entgegnet Exterieur Designer Ken Sahara: „Der Honda e Prototype ist das eigentliche Original, denn diese Studie gab es bereits vor dem Urban EV. Der wiederum war nur als Eyecatcher für die Messen gedacht. Das Design des Serienmodells war von Anfang an auf das rundlichere Erscheinungsbild ausgelegt.“

SPERRFRIST 28.02.19 / 9:00 Uhr Honda e Prototype Urban EV Concept 2019
Sitzprobe im Honda e Prototype
1:42 Min.

Weniger rund geht es im Innenraum zu. Zu sehen ist ein gradliniger Armaturenträger der auf einer Holzoptik-Konsole steht. Drei volldigitale Displays transportieren alle Informationen zum Fahrzeug und erstrecken sich vor Fahrer und Beifahrer auf fast einen ganzen Meter Breite. Der Fahrer greift in ein Zweispeichen-Lenkrad mit kleinem Pralltopf und zahlreichen Schaltern. Insgesamt erscheint das Cockpit als eine große umlaufende Leinwand. Da die Außenspiegel durch Kameras ersetzt wurden, gibt es rechts und links der Display-Front je ein weiteres Display, auf dem die Umgebung zu sehen ist. All diese Technik soll serienmäßig verbaut werden, die geplanten zwei unterschiedlichen Ausstattungslinien werden sich lediglich durch kleinere Design-Merkmale unterscheiden.

Wir haben uns das Cockpit einmal näher angeschaut und zahlreiche interessante Details enthüllt.

Honda Urban EV Cockpit
Honda Urban EV Cockpit Honda Urban EV Cockpit Honda Urban EV Cockpit Honda Urban EV Cockpit 12 Bilder

Urban EV als Serienmodell

Unter der Tarnung sind die runden Scheinwerfer mit LED-Rand zu erkennen, der Prototyp verfügt zudem über vier Türen mit rahmenlosen Scheiben. Die Studie war als Zweitürer ausgelegt. Die hinteren Türgriffe verschwinden in der C-Säule, die hinteren Türen fallen schmal aus. Konnte die Studie vier Passagiere aufnehmen, so verfügt das Serienmodell über eine hintere Sitzbank mit drei Plätzen. Am Heck sind ebenfalls runde Leuchten untergebracht. Allerdings scheint es eine Art Dachkantenspoiler mit dritter Bremsleuchte zu geben, die so nicht bei der Studie zu sehen war. Insgesamt fällt das Heck mit dem abgesetzten Stoßfänger nicht ganz so rundlich aus.

Erlkönig Honda Urban EV
Stefan Baldauf
Der Rückspiegel besteht aus einem Bildschirm, der das Bild der Kameras wieder gibt.

Die Rückspiegelkameras befinden sich beim erwischten Prototypen unterhalb des vorderen Fensterdreiecks. Laut Honda sind sie so geformt, dass eine witterungsbedingte Verschmutzung der Linsen ausgeschlossen ist. Auch der Rückspiegel im Innenraum ist ein Display, das ein Kamerabild vom Heck überträgt.

Honda e Prototype: Die seriennahe Studie des ersten Elektro-Honda

SPERRFRIST 28.02.19 / 9:00 Uhr Honda e Prototype Urban EV Concept 2019
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Die IAA-Studie Honda Urban EV Concept

Aber blicken wir auch noch einmal zurück auf die spektakuläre Studie. Das Honda Urban EV Concept baut auf einer komplett neuen Plattform auf. Die Proportionen – er ist breit und flach – lassen den Urban EV stämmig auftreten. Mit einer Länge von etwa 3,90 Meter unterbietet er den Jazz um gut zehn Zentimeter. Die Räder wurden weit in die Ecken gepackt, die Überhänge extrem kurz gehalten. A- und B-Säulen fallen extrem filigran aus und sorgen so für eine große umlaufende Glasfläche und einen guten Überblick.

Honda Urban EV Concept
Stefan Baldauf / Guido ten Brink
Die Studie Urban EV erinnert an eine Mischung aus Peugeot 205 und Golf GTI I.

Das Gesicht des Urban EV wird von zwei LED-Rundscheinwerfern geprägt. Der Grillbereich dazwischen trägt ein beleuchtetes Honda-Logo, kann aber über Lichtelemente auch weitere Nachrichten an die Umwelt senden. Das Ladekabel für die Batterie sitzt unter einer eigenen Klappe auf der Fronthaube.

Wer den Honda Urban EV durch die beiden hinten angeschlagenen Türen entert, findet zwei durchgehende Sitzbänke mit Holzarmlehnen für bis zu vier Passagiere sowie ein über die komplette Armaturentafel laufendes Display vor. Flankierend hübscht Holz das nur mit wenigen Bedienelementen bestückte Cockpit auf. In den Türtafeln gibt es weitere Displays, die unter anderem den Blick aus den Rückblickkameras wiedergeben.

Honda Urban EV Concept
Elektro-Auto für die Stadt
1:46 Min.

Das Bordsystem des Honda Urban EV soll selbstlernend sein und so nach und nach dem Fahrer mehr Wünsche von den Lippen ablesen oder entsprechende Vorschläge machen können. Zum Antrieb des Elektrokleinwagens machte Honda schon damals keinerlei Angaben. Die Vorgängerstudie zum Urban EV nannte sich EV-N und stand 2009 auf dem Autosalon in Tokio.

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