Elektroauto
Alles über den Zukunfts-Antrieb
07/2021, Produktion des e.Go Life im Werk Aachen Next.e.GO Mobile SE
E.Go Life Fahrbericht
E.Go Life Fahrbericht
E.Go Life Fahrbericht
E.Go Life Fahrbericht 26 Bilder

Next.e.GO Mobile: E-Auto-Hersteller will Werk in Bulgarien bauen

Next.e.GO Mobile kehrt zurück E-Auto-Hersteller will Werk in Bulgarien bauen

E.Go hat nach seiner Insolvenz frisches Geld aufgetrieben und die Produktion seines Elektro-Kleinwagens wieder aufgenommen. Nachdem der Firmengründer Günther Schuh seinen Abschied verkündet hat, plant das Unternehmen seine Expansion.

E.Go ist zwar noch ein sehr junger Autohersteller; dennoch ging bei den Aachenern bereits nach sechs Jahren ihres Bestehens eine Ära zuende. Günther Schuh, der das Unternehmen 2015 als Professor an der RWTH Aachen gründete, gab die operative Geschäftsführung ab und verließ die Firma bereits am 1. Juni. Er wird der Next.E.Go Mobile SE künftig allein als Gesellschafter verbunden bleiben. Die Leitung des Unternehmens übernimmt fortan ein Führungs-Team mit Ali Vezvaei, dem Vorsitzender des Verwaltungsrates, an der Spitze.

E.Go-Gründer Günther Schuh (l.) hat das Unternehmen inzwischen verlassen.

Der Abgang des Firmengründers bildet den Höhepunkt einer äußerst turbulenten Phase für das Elektroauto-Startup. Am 2. April 2020 begab sich E.Go Mobile zur Selbstsanierung in ein Schutzschirmverfahren, am 1. Juli musste das Unternehmen ein Insolvenzverfahren eröffnen. Im Zuge dessen sollte E.Go sich neu strukturieren und auch seine Finanzen neu ordnen. Das gelang offenbar: Am 1. September 2020 übernahm die Next.E.Go Mobile SE das gesamte Geschäft der E.Go Mobile AG einschließlich aller Tochtergesellschaften sowie deren Mitarbeitenden – wie es gesetzlich im Betriebsübergang nach § 613a BGB geregelt ist.

Produktion läuft mit frischem Kapital wieder an

Das internationale Private-Equity-Unternehmen ND Industrial Investments B.V., deren CEO Ali Vezvaei ist, beteiligt sich als Mehrheitsaktionär an der Next.E.Go Mobile SE. Der Kaufvertrag wurde notariell beurkundet, der Kaufpreis nicht kommuniziert. Inzwischen gab es eine zusätzliche Finanzierungsrunde, die weitere Investoren anlockte und über 30 Millionen Euro in die Kassen spülte.

eGo Life 60, Exterieur
Paul Schüll
Nach seiner Insolvenz will der Elektroauto-Hersteller mit frischem Kapital wieder durchstarten.

Das versetzt den Hersteller in die Lage, die Produktion seines Elektro-Kleinwagens E.Go Life wieder aufzunehmen. Im Juli 2021 soll dessen Fertigung im Aachener Stammwerk wiederaufgenommen werden; noch im Sommer soll die Auslieferung der ersten Exemplare erfolgen. Bei den ersten 1.000 Exemplaren wird es sich um die Sonderserie E.Go Life Next handeln, die nach Abzug des Herstellerbonus 22.990 Euro kosten soll. Zudem sei ein "großer Teil der Produktionskapazität für 2021" bereits reserviert.

Doch dabei soll es perspektivisch nicht bleiben. E.Go zufolge befinden sich zwei neue Modelle in der Endphase der Entwicklung: 2022 sollen eine verbesserte Generation des E-Go Life sowie dessen Cross-Variante debütieren. Zudem plant das Unternehmen ein neues Werk: Im ersten Quartal 2024 soll in der bulgarischen Stadt Lovetsch eine sogenannte Mikrofabrik ihre Arbeit aufnehmen. "Die neue Anlage wird ein cyber-physikalischer Zwilling der Fabrik in Aachen sein", heißt es in einer Mitteilung, die nach voll vernetztem Industrie 4.0-Standard arbeite. Etwa 1.000 Mitarbeiter sollen dort bei voller Auslastung rund 30.000 Autos pro Jahr fertigen.

Neues Joint Venture und CO2-Pool

Der Restart gelingt jedoch nicht allein durch das frische Kapital des neuen Investors. Die Next.E.Go Mobile SE hat zwei weitere Einnahmequellen erschlossen. Mit Enterprise Greece, dem Investitions- und Handelsarm des griechischen Staates, hat der Hersteller eine Absichtserklärung zur Gründung eines Joint Ventures in Griechenland abgeschlossen. Dort soll zudem eine weitere Produktionsstätte nach Vorbild des bulgarischen Werkes entstehen. Gleiches gilt für Mexiko.

06/2021, e.GO Life Next im Stadtverkehr
Next.E.Go Mobile SE
E.Go bringt den Life in der Sonderedition Next wieder auf die Straße.

Außerdem bilden die Aachener einen CO2-Pool (alle Informationen zu dieser Form des Emissionshandels lesen Sie hier) mit Volkswagen und dessen chinesischem Joint Venture-Partner SAIC. Mit der offiziellen Bestätigung durch die EU-Kommission habe die Next.e.GO Mobile SE "ein wichtiges strategisches Ziel für sich als Elektroautohersteller erreicht", sagt eine Sprecherin. Darüber hinaus prüft die Firma einen Börsengang.

Preiserhöhung hat nichts bewirkt

Seit Januar 2020 suchte der Aachener E-Auto-Hersteller E.Go Mobile händeringend frisches Kapital. Der Hersteller des elektrisch angetriebenen Kleinstwagens E.Go Life kämpfte unter anderem mit Verzögerungen bei der Produktion und der Erhöhung des Umweltbonus auf 6.000 Euro, wovon die Hersteller jeweils 3.000 Euro tragen sollen. Zu viel für E.Go Mobile, weshalb sich der Ex-Chef Günther Schuh über diesen Zug der Bundesregierung auch lautstark beschwerte.

In einer ersten Reaktion hatte E.Go Anfang des Jahres die Grundpreise des sehr knapp kalkulierten Modells um jeweils 2.000 Euro angehoben. Unter dem Strich wäre damit der Erlös für den Hersteller pro verkauftem E.Go Life identisch zum vorherigen Status bei 4.000 Euro Umweltbonus gewesen. Doch offensichtlich ging die Rechnung nicht auf. Die Absatzzahlen kamen nicht in Schwung und E.Go Mobile rutschte in die Insolvenz.

Umfrage

26710 Mal abgestimmt
Ist es okay, dass der Steuerzahler den Verkauf von Elektroautos finanziell unterstützt?
Ja, so erreichen wir schneller einen umweltfreundlicheren Verkehr.
Nein, wer das Geld für ein Elektroauto hat, soll das bitteschön allein bezahlen.

Fazit

Der E.Go Life war und ist eine gute Idee: Ein erschwinglicher Elektro-Kleinwagen für Pendler, das gab es zuvor nicht. Aber der Druck auf die Autohersteller, E-Autos zur Senkung des Flottenverbrauchs zu verkaufen, wanderte quasi 1:1 an E.Go weiter – in Form von höherwertigen Großserienautos zu vertretbaren Preisen, die zusätzlich mit der Umweltprämie teils unter das Niveau des E-Go-Wägelchens sanken. Zu allem Überfluss zahlen die Hersteller die Umweltprämie zur Hälfte selbst. Das war zu viel für E.Go – zumindest bis jetzt. Der Neustart wird spannend.

e.GO Life
Artikel 0 Generationen 0 Videos 0
Alles über e.GO Life
Mehr zum Thema Elektroauto
BMW M440i xDrive Cabrio (2021)
Neuheiten
Lotus - Modellpalette bis 2026
Neuheiten
Skoda Superb Scout
Neuheiten
Mehr anzeigen