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Next.e.GO Mobile: E-Auto-Hersteller kehrt zurück

Next.e.GO Mobile: E-Auto-Hersteller kehrt zurück E.Go bildet CO2-Pool mit VW

Der insolvente Aachener Elektroauto-Hersteller E.Go hat einen neuen Investor gefunden und will die Auto-Produktion in einer neuen Gesellschaft unter einem neuen Chef wieder aufnehmen. Der neue CO2-Pool spült zusätzliches Geld in die Kasse.

Seit dem 2. April 2020 war der Aachener E-Auto-Hersteller E.Go Mobile zur Selbstsanierung in einem Schutzschirmverfahren, am 1. Juli musste er ein Insolvenzverfahren eröffnen. Im Zuge dessen sollte E.Go sich neu strukturieren und auch seine Finanzen neu ordnen. Das gelang offenbar: Am 1. September 2020 übernahm die Next.E.Go Mobile SE das gesamte Geschäft der E.Go Mobile AG einschließlich aller Tochtergesellschaften sowie deren Mitarbeitenden – wie es gesetzlich im Betriebsübergang nach § 613a BGB geregelt ist.

Produktion läuft mit frischem Kapital wieder an

Das internationale Private-Equity-Unternehmen ND Industrial Investments B.V. beteiligt sich neben dem Management-Team um Gründer Günther Schuh an dem deutschen Elektoauto-Hersteller E.Go Mobile AG als Mehrheitsaktionär der Next.E.Go Mobile SE. Als CEO zeichnet Ulrich Hermann verantwortlich. Hermann war bis 31. März 2020 Chief Digital Officer im Vorstand der Heidelberger Druckmaschinen AG. Der Kaufvertrag wurde notariell beurkundet, der Kaufpreis nicht kommuniziert.

e.GO Life, Autonis 2019, ams1319
e.Go
Anfang 2021 soll die Produktion des E.Go Life im Stammwerk in Aachen wiederaufgenommen werden.

Im ersten Quartal 2021 soll die Produktion des E.Go Life am Aachener Stammwerk wiederaufgenommen werden. Doch bei dieser einen Baureihe soll es perspektivisch nicht bleiben. Einer Mitteilung des Herstellers zufolge befinden sich zwei neue Modelle in der Endphase der Entwicklung. Sie sollen im Januar 2021 vorgestellt werden.

Neues Joint Venture und CO2-Pool

Der Restart gelingt jedoch nicht allein durch das frische Kapital des neuen Investors. Die Next.E.Go Mobile SE hat zwei weitere Einnahmequellen erschlossen. Mit Enterprise Greece, dem Investitions- und Handelsarm des griechischen Staates, hat der Hersteller eine Absichtserklärung zur Gründung eines Joint Ventures in Griechenland abgeschlossen, wo eine weitere Produktionsstätte des E.Go Life entstehen soll.

Außerdem bilden die Aachener einen CO2-Pool (alle Informationen zu dieser Form des Emissionshandels lesen Sie hier) mit Volkswagen und dessen chinesischem Joint Venture-Partner SAIC. Mit der offiziellen Bestätigung durch die EU-Kommission habe die Next.e.GO Mobile SE "ein wichtiges strategisches Ziel für sich als Elektroautohersteller erreicht", sagt eine Sprecherin. Nähere Informationen sollen zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden.

Günther Schuh und Ulrich Hermann
E-GO-Gründer Günther Schuh (li.) und neuer CEO Ulrich Hermann.

Seit Januar 2020 suchte der Aachener E-Auto-Hersteller E.Go Mobile händeringend frisches Kapital. Der Hersteller des elektrisch angetriebenen Kleinstwagens E.Go Life kämpfte unter anderem mit Verzögerungen bei der Produktion und der Erhöhung des Umweltbonus auf 6.000 Euro, wovon die Hersteller jeweils 3.000 Euro tragen sollen.

Preiserhöhung hat nichts bewirkt

In einer ersten Reaktion hatte E.Go Anfang des Jahres die Grundpreise des sehr knapp kalkulierten Modells um jeweils 2.000 Euro angehoben. Unter dem Strich wäre damit der Erlös für den Hersteller pro verkauftem E.Go Life identisch zum vorherigen Status bei 4.000 Euro Umweltbonus gewesen. Doch offensichtlich ging die Rechnung nicht auf. Die Absatzzahlen kamen nicht in Schwung und E.Go Mobile rutschte in die Insolvenz.

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Der E.Go Life war und ist eine gute Idee: Ein erschwinglicher Elektro-Kleinwagen für Pendler, das gab es zuvor nicht. Aber der Druck auf die Autohersteller, E-Autos zur Senkung des Flottenverbrauchs zu verkaufen, wanderte quasi 1:1 an E.Go weiter – in Form von höherwertigen Großserienautos zu vertretbaren Preisen, die zusätzlich mit der Umweltprämie teils unter das Niveau des E-Go-Wägelchens sanken. Zu allem Überfluss zahlen die Hersteller die Umweltprämie zur Hälfte selbst. Das war zu viel für E.Go – zumindest bis jetzt. Der Neustart wird spannend.

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