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03/2021, UBA Statistik Treibhausgas CO2 Emissionen Deutschland 2020
03/2021, UBA Statistik Treibhausgas CO2 Emissionen Deutschland 2020
03/2021, UBA Statistik Treibhausgas CO2 Emissionen Deutschland 2020 7 Bilder

THG-Quote bringt E-Auto-Haltern bares Geld

THG-Quote bringt E-Auto-Haltern Prämie So verdient Dein E-Auto jährlich Geld

Elektroautohalter können CO2-Zertifikate verkaufen – die Treibhausgas-Minderungsquote bringt bares Geld – in der Höhe mancher Versicherungsprämie.

Elektroautos sind sparsam und je nach Öko-Strom-Quote auch umweltfreundlicher als die meisten Verbrenner-Autos. Der Gesetzgeber will, dass der Anteil erneuerbarer Energien kontinuierlich steigt. Und um das zu beschleunigen, nutzt der Staat Instrumente wie die Treibhausgas-Minderungsquote (THG-Quote). Die THG-Quote macht CO2-Emissionen für Unternehmen teurer. Betreiber von CO2 emittierenden Anlagen müssen Emissions-Zertifikate kaufen, von denen nur eine bestimmte Menge auf dem Markt ist. Bei großer Nachfrage steigt der Preise der Zertifikate, wie das auf einem freien Markt halt so ist. Davon profitieren Betreiber von CO2 einsparenden Anlagen, denn Sie können solche Zertifikate verkaufen.

ams-Kongress 2021 Maximilian Fichtner
Alternative Antriebe

Was für Strom das E-Auto lädt, ist egal

Die gute Nachricht für Elektroautohalter: Auch jedes rein batterieelektrisch angetriebene Auto ist eine CO2 einsparende Anlage. Halter solcher Fahrzeuge können also Emissions-Zertifikate verkaufen. Dabei ist es vollkommen egal, wie der Strom für das jeweilige Elektroauto entstanden ist: Auch Strom aus kräftig CO2 emittierenden Kohlekraftwerken ist hier für den Gesetzgeber okay. Theoretisch könnte ein Elektroauto-Halter sein Fahrzeug ausschließlich mit Kohlestrom laden und sein CO2-Zertifikat dann an den Kohlestromerzeuger verkaufen.

Volvo C40 Recharge
Alternative Antriebe

In der Praxis kann aber niemand nur Kohlestrom buchen. Und gegenüber anderen Antriebsarten spart ein Elektroauto im Betrieb immer CO2, weil es erheblich effizienter ist. So hat Volvo hat ausgerechnet, dass ein E-Auto sogar über den gesamten Life-Cycle unter Einberechnung des CO2-Rucksacks durch die Herstellung des Akkus ab 110.000 Kilometer Fahrleistung CO2-ärmer fährt, auch wenn es den Welt-Stom-Mix "tankt", der nur zu 25 Prozent aus regenerativen Quellen stammt. Die internationale Energie-Agentur (IEA) rechnet beim deutschen Strommix mit 35 Prozent Grünstrom, laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) betrug der Anteil grünen Nettostroms in Deutschland im Jahr 2020 erstmals 50,5 Prozent – über die Hälfte der erzeugten Stroms war also nachhaltig (siehe Bildergalerie). 2021 könnte der Anteil grüner Energie, bei permanent steigendem Bedarf, wieder etwas niedriger sein, da es besonders in der ersten Jahreshälfte wenig Wind gab.

Öffentliche Nettostromerzeugung in Deutschland 2020
Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE
Im Jahr 2020 knapp mehr als die Hälfte des deutschen Stroms aus erneuerbaren Energien.

Keine Hybride, keine Brennstoffzellen-Fahrzeuge

Zum Emissionszertifikate-Verkauf ist jeder Halter eines batterieelektrischen Elektroautos berechtigt – Hybridfahrzeuge (auch Plug-in-Hybride), Brennstoffzellen-Fahrzeuge und Autos mit Verbrennungsmotor sind von dieser Art der Förderung ausgeschlossen. Ob das Fahrzeug privat oder gewerblich zugelassen ist, spielt für die Berechtigung keine Rolle – und Halter mehrerer Fahrzeuge können auch für jedes einzelne Fahrzeug ein Zertifikat verkaufen. Die Berechnung der Kosten erfolgt auf einem pauschal vom Bundes-Umweltministerium (BMU) festgelegten Wert, der eine jährlich Anpassung erfährt. Für das Jahr 2022 hat das BMU einen Wert von 1.943 Kilowattstunden bekanntgegeben. Die CO2-Differenz, die bei der Erzeugung von 1.943 kWh durch Benzin entsteht, schreibt also das BMU dem Elektroautohalter gut.

Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien
Umwelt-Bundesamt
Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien nimmt in Deutschland permanent zu.

Zwischenhändler verdienen mit

Theoretisch kann jeder einzelne Elektroautohalter sein Zertifikat beim BMU selbst beantragen. Aber große Abnehmer, wie beispielsweise die Betreiber von Kohlekraftwerken, nehmen wegen des damit verbundenen zu hohen Verwaltungsaufwands keine einzelnen kleinen Zertifikate ab. Also hat sich eine Start-up-Szene entwickelt, die die Zertifikate einzelner Fahrzeughalter bündelt und interessierten Abnehmern gesammelt anbietet. Dabei leben die Zertifikatehändler von Provisionen, die sie dem Autohalter von seinem Zertifikaterlös abziehen.

Bruttostromerzeugung in Deutschland nach Energieträgern
Umwelt-Bundesamt
Der Anteil fossiler Energieträger an der Bruttostromerzeugung in Deutschland sinkt in den vergangenen Jahren permanent.

250 bis 350 Euro pro Jahr

Je nach Anbieter und Marktwert beträgt der Zertifikaterlös für das Jahr 2022 wohl zwischen 250 und 350 Euro. Die Höhe der Vergütung richtet sich auch nach der Fahrzeugklasse. Für die Beantragung braucht der Halter nur den Fahrzeugschein, der offiziell Zulassungsbescheinigung Teil I heißt. Die Auszahlung erfolgt einmal jährlich – ihre Höhe schwankt wegen der sich permanent ändernden gesetzlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die Einnahmen sind steuerpflichtig, können aber unter Umständen unter eine zur Einnahmeart passende Freigrenze fallen.

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3532 Mal abgestimmt
Emissionszertifikat-Handel für Elektroauto-Halter: Hilft das der Umwelt?
Ja, beim Umweltschutz führt das Drehen an vielen kleinen Stellschrauben zum Ziel.
Nein - wenn überhaupt, dürften nur Elektroautohalter davon profitieren, die nachweisen können, dass sie ausschließlich nachhaltig erzeugten Strom laden.

THG-Quoten-Anbieter

Anbieter Link zum Anbieter
Carbonify https://www.carbonify.eu
Elektrovorteil https://elektrovorteil.de
Emobia https://emobia.de
Emovy https://www.emovy.de
Enercity https://www.enercity.de
eQuota https://equota.de
Fairnergy https://www.fairnergy.org
Geld für E-Auto https://geld-fuer-eauto.de
Green Income https://www.green-income.de
M3E https://www.thgquoten.com
Maingau Energie https://www.maingau-energie.de
Smartificate https://smartificate.de/
The Mobility House https://www.mobilityhouse.com
Quotlix https://quotlix.de

Fazit

Dank der Treibhausgas-Minderungsquote steht jedem Halter eines in Deutschland registrierten Elektroautos eine Prämie aus dem Emissionszertifikate-Handel zu. Diese Prämie beträgt für das Jahr 2022 etwa zwischen 250 und 350 Euro. Dabei ist es vollkommen egal, mit welchem Strom der Halter sein Fahrzeug lädt, auch wenn er mit grünem Ladestrom mehr CO2 einspart als mit Energie aus dem deutschen Strommix. Die Prämie bekommen nur Halter von batterieelektrischen Fahrzeugen – Verbrenner, Hybride (auch Plug-in-Hybride) und Brennstoffzellenfahrzeuge sieht der Gesetzgeber hier nicht als förderwürdig an.

Der Zertifikatehandel lässt aktuell eine Start-up-Szene entstehen, die von diesem Handel profitieren möchte. Der einzelne Fahrzeughalter dürfte nämlich kaum einen Abnehmer für sein "kleines" Zertifikat finden – Betreiber von stark CO2 emittierenden Anlagen brauchen Zertifikate für viele Tonnen CO2 beziehungsweise Kilowattstunden. Deshalb muss ein interessierter Elektroautohalter einen der Anbieter heraussuchen und sich dort mit den Daten aus seiner Fahrzeugzulassung anmelden.

Die im Raum stehenden Prämien in Höhe von 250 bis 300 Euro sind durchaus attraktive Beträge, zumal sie, wenn auch in schwankender Höhe, dem Halter Jahr für Jahr zu Gute kommen.

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