VW-Werk Wolfsburg Gregor Hebermehl
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VW Trinity: Volkswagen baut neues Werk in WOB

VW Trinity Volkswagen baut neues Werk in WOB

Der Volkswagen-Konzern will bis 2026 ein komplett neues Werk am Stammsitz in Wolfsburg für die Elektroautos des Trinity-Projekts bauen. Es soll die Fahrzeuge genauso schnell und effizient produzieren können wie Tesla in Grünheide.

Das bestätigte VW-Markenchef Ralf Brandstätter am Dienstag (9.11.) im Rahmen eines Pressegesprächs. Allerdings sei die Entscheidung noch nicht gefallen, der Aufsichtsrat dürfte in der kommenden Sitzung am 9.12. einen Beschluss fassen. Neben dem Umbau des Stammwerks denkt das Unternehmen darüber nach, das neue Werk komplett auf der grünen Wiese im Umland von Wolfsburg zu errichten. "Vier Quadratkilometer brauchen wir, die werden sich schon finden", so Brandstätter. In dem neuen Werk würden sich die höheren Produktiviätsziele besser erreichen lassen als in einem (umgebauten) älteren Werk.

10 Stunden für ein Auto

Und diese Ziele sind ambitioniert: 10 bis elf Stunden darf die Produktion eines Fahrzeugs dauern. Damit strebt der Autobauer eine ähnlich Produktivität an, wie Konkurrent Tesla in dessen Werk in Grünheide bei Berlin. Und dieses Ziel ist notwendig, um konkurrenzfähig zu werden. Nach Aussage von VW-Boss Herbert Diess dauert die Produktion eines Fahrzeugs im Werk Zwickau aktuell 30 Stunden, im kommenden Jahr strebe man 20 Stunden an. Ein Golf entsteht in Wolfsburg in 25 Stunden.

Elon Musk bei Herbert Diess VW ID.3
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Im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland antwortete Brandstätter auf die Frage, ob das alte Werk dann zum größten Museum der Welt werde: "Nein, hier werden weiter sehr erfolgreich Autos gebaut. In den nächsten Jahren werden das vor allem Golf und Tiguan sein. Und klar ist: Die neue Fabrik wird ebenfalls zum Standort Wolfsburg gehören. Das langfristige Bild für Wolfsburg zeigt, dass hier auf zwei Linien weiter Verbrenner gefertigt werden. Auf den frei gewordenen Flächen wollen wir eine weitere Trinity-Variante fertigen." Schließlich laufen die Verbrenner bei VW ab 2030 aus. Die Mitarbeiter könnten einfach und ohne großen Aufwand zwischen den Werken wechseln.

Jobs werden wegfallen

Zu Baukosten und zur Anzahl der Mitarbeiter in der neuen Trinity-Fabrik äußerte Brandstätter sich nicht. Es sollen künftig im Jahr 250.000 Fahrzeuge dort vom Band rollen. Aktuell sind in Wolfsburg rund 14.000 Mitarbeiter in der Produktion beschäftigt. Man wolle "alle Mitarbeiter mitnehmen", schließlich sei bei der Ausrichtung auf E-Autos ausreichend Arbeit vorhanden. Vor Wochen gab es Streit über eine Aussage von VW-CEO Herbert Diess, dass bei VW im Zuge der Transformation zur Elektromobilität bis zu 30.000 Stellen wegfallen könnten.

Der VW-Boss musste sich schließlich in einer Betriebsversammlung der Belegschaft stellen. Dort sagte er: "Die heute bestehenden Jobs werden innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahren sicher weniger – vor allem in der Verwaltung auf Konzernebene, aber auch in der Produktion und in der Entwicklung. Es werden neue und andere Jobs dazukommen." Auch Brandstätter sieht einen Stellenabbau bei VW, der über Altersteilzeit und Vorruhestand geregelt würde. "Diese Instrumente sind ausreichend", betonte er.

VW Trinity 2026 Brandstätter
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Trinity ist mehr als nur ein Auto

Unter "Trinity" (deutsch: "Dreiheit") fasst der Volkswagen-Konzern dreierlei zusammen: Eine weiterentwickelte Plattform des Modularen Elektrobaukastens (MEB), auf der künftig Modelle aller Marken und Segmente aufbauen. Die neue Architektur nennt der Konzern SSP (Scalable Systems Platform). Sie soll im Rahmen ihrer Laufzeit mehr als 40 Millionen Fahrzeuge des Konzerns tragen. Zum anderen beinhaltet Trinity ein eigenes Betriebssystem und Software-Entwicklung, die laut Brandstätter einen "neuronalen Schub" auf dem Weg zum autonomen Fahren bringen soll. Außerdem steht Trinity eine Verbesserung der Fertigungseffektivität durch einen "radikal neuen Produktionsansatz". Womit sich auch der Wunsch nach einem neuen Werk erklärt, während der Umbau des Stammwerks in eine derart effizientes E-Auto-Fabrik am offenen Herzen offenbar als zu schwierig erachtet wird. Schließlich kündigte VW mit dem Projekt Trinity auch ein gleichnamiges Elektro-Modell etwa so lang wie ein Golf an, das ab 2026 auf den Markt kommt und autonom nach Level 4 fahren soll und natürlich auf der SSP aufbaut.

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Fazit

Volkswagen will konkurrenzfähig bleiben und gleichzeitig den Auto-Standort in Wolfsburg stärken. Das muss der Autobauer auch, schließlich haben das Land, die Werker und der Betriebsrat erst kürzlich gezeigt, dass es ohne ein Bekenntnis zu Wolfsburg nicht geht. Auch wenn für manche die Schnelligkeit in der weiteren Transformation zur E-Mobilität unheimlich ist, sie ist für den Konzern essentiell. Die Produktivität muss mehr als verdoppelt werden, die Autos müssen einfacher und mit weniger Komponenten zu bauen sein, Software und Digitalisierung spielen eine deutlich größer Rolle als noch in den goldenen Zeiten des klassischen Automobilbaus. Dafür hat VW Trinity ins Leben gerufen, ein Projekt das gleichzeitig moderne E-Autos, eine effiziente Produktion und die notwendige Digitalisierung vereint. Mit einem neuen Werk in Wolfsburg hat Trinity ab 2026 auch eine Heimat.

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