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BMW i3 2019 (120 Ah) 20 Bilder

BMW i3: Produktionsende doch schon im Juli 2022

BMW i3 Produktionsende im Juli 2022 E-Auto-Erstling geht doch schon in Rente

Im 7. Produktionsjahr lief das E-Auto besser den je, um die hohe Nachfrage bedienen zu können, musste BMW die Produktion hochfahren. Zwei Jahre später ist trotzdem Schluss: BMW stellt die Produktion im Juli 2022 ein. Als Ersatz sehen die Münchner gleich zwei Modelle.

BMWs Elektroauto i3 war bei seinem Produktionsstart 2013 seiner Zeit voraus. Aber gerade der wegweisende Leichtbau und die neue Plattform mit dem Einsatz von viel Karbon machten den Kleinwagen in der Produktion teuer, die Stückzahlen waren lange überschaubar, was immer wieder zu Gerüchten über ein vorzeitiges Produktionsende führte. 2020, im Jahr des regulären Endes eines Produktzyklus, kam die E-Auto-Prämie und pushte den Absatz derart, dass der in Leipzig gebaute Elektrokleinwagen wieder eine vielversprechende Perspektive bekam. "Der i3 wird noch bis in das Jahr 2024 weitergebaut", sagte Julian Friedrich, Sprecher des Werks in Leipzig, damals der "Leipziger Volkszeitung".

Zuvor hatte bereits BMW-Chef Oliver Zipse in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.) betont, dass der i3 schon jetzt eine Ikone sei. Dies sei bei einem gerade mal sechs Jahre alten Auto selten. Und weil Ikonen nach einer anderen Logik ticken, bekommen sie auch keinen Nachfolger im klassischen Sinne. Der i3 werde weiter gebaut und in Sachen Batterie und Bedienkonzept wird nochmal einen Sprung gemacht. Selbst dem neuen VW ID.3 werde der i3 technologisch überlegen sein, prophezeit Zipse. So weit ist es dann doch nicht gekommen. Im Sommer 2022 wollen die Münchner die Produktion in Leipzig einstellen, wie BMW auf Nachfrage bestätigte.

BMW i3, Produktion, Montage
BMW
Der BMW i3 wird bereits seit 2013 in Leipzig gebaut.

Konventioneller Ersatz im Modellprogramm

Dabei scheint die Nachfrage für i3-Verhältnisse immer noch ordentlich zu sein: Bis Ende 2021 habe man 225.000 Exemplare der elektrischen Hecktrieblers gebaut, bis zum Produktionsende im Sommer rechne man damit, etwa 250.000 i3 gebaut zu haben. Aber auch wenn die Investitionen für das auf einer eigenen Plattform basierenden E-Auto abgeschrieben sind und das Unternehmen zuletzt Geld damit verdiente, ist es in der Herstellung teurer als Modelle mit Verwandtschaft zu anderen BMW-Modellen. Und die Bayern haben die i3-Kunden gefragt, was sie sich denn bei ihrem nächsten E-Auto anders wünschen würden als beim i3. Die meisten sagten laut dem Hersteller: mehr Platz oder ein Auto, das perfekt auf die Stadt zugeschnitten ist und eine Optik aufweist, die sich weniger bemüht, anders auszusehen. Sprich: Ein ganz normales Auto, nur mit E-Antrieb.

Das mag man jetzt für ausgesuchte Antworten halten, weil sie perfekt auf das künftige BMW-Modellportfolio passen, ist aber den Kunden durchaus zuzutrauen. Dass sie nicht auch nach mehr Reichweite und höherer Ladegeschwindigkeit verlangen, könnte im Kleinwagensegment auch möglich sein. Jedenfalls glaubt BMW, man habe mit dem elektrischen Mini den Ersatz für die Stadtauto-Qualitäten des i3 schon im Programm. Und wer mehr Platz sowie eine erhöhte Sitzposition sucht, wie sie der i3 in Ansätzen bietet, dem kann BMW wohl ab Herbst 2022 den neuen X1 anbieten, der ebenfalls in Leipzig vom Band rollt. Problem: Dessen elektrisches Pendant iX1 soll wohl erst 2023 anrollen, hieß es bislang. Ob der kompakte E-SUV schon 2022 anrollt, wollte das Unternehmen nicht bestätigen. Dass die Produktion des i3 im Sommer 2022 zugunsten von Mini Electric und iX1 endet, schon.

Problem Reichweite

Der höher bauende iX1 könnte mit dem Platz für einen großen Akku auch in einer Version mit größerer Reichweite kommen. In Ansätzen hatte die dem i3 seine letzte Modellpflege gebracht: Damals wuchs der Lithium-Ionen-Akku im Fahrzeugboden von 94 Amperestunden (Ah) auf 120 Ah. Gegenüber dem Ur-i3 verdoppelte sich damit die Kapazität. In Kilowattstunden hatte der Akku mit 42,2 kWh gegenüber dem 2013 präsentierten Urmodell knapp 20 kWh dazugewonnen.

Reichweite und Ladezeit

Das Gewicht blieb übrigens gleich, auch die Fahrleistungen änderten sich nicht: In 7,3 Sekunden beschleunigt der i3 von null auf 100 km/h. Das mit 184 PS um 17 PS stärkere S-Modell sprintet in 6,9 Sekunden aus dem Stand auf Landstraßentempo. Die Reichweite stieg allerdings auf 359 Kilometer im NEFZ und 310 Kilometer nach WLTP. Im (nicht zu kalten) Alltag soll ein voller Akku laut BMW für 260 Kilometer reichen. Der Vorgänger mit 94 Ah kommt 200 Kilometer weit. Wichtig bei der i3-Architektur: Die Abmessungen des Akkus ändern sich nicht. Theoretisch wäre ein Akkutausch möglich, beim vorigen Update von 60 auf 94 Ah hatte BMW diese Möglichkeit auch angeboten. Allerdings ließen nur zehn Kunden den größeren Akku einbauen, so dass es diese Option beim aktuellen Akku-Update nicht mehr gibt. In Europa gab es mit der größeren Batterie auch den Range Extender (REX) nicht mehr.

BMW i3s, Exterieur
Hans-Dieter Seufert
BMW gönnte seinem Elektroauto 2018 eine umfassende Überarbeitung.

Mit dem serienmäßigen Kabel lädt der i3 an der Haushaltssteckdose mit 2,4 kW seinen Akku in 15 Stunden zu 80 Prozent. An der Wallbox dauert eine 80-Prozent-Ladung mit 11 kW 3,2 Stunden. Mit 50 kW-Gleichstrom ist der Akku in 42 Minuten zu 80 Prozent geladen.

Neue Farben und ein Sportpaket

Außer dem Akku bekam auch die Ausstattung ein Update: Die LED-Scheinwerfer leuchten gegen Aufpreis adaptiv und mit Matrix-Fernlicht, das iDrive Business bekam eine neue Menüstruktur mit Kacheln und Smartphones laden kabellos. Inzwischen ist auch die Wärmepumpe serienmäßig. Wer den i3 optisch auf den Stand der S-Version bringen will, kann dies mit dem neuen Sportpaket tun, das schwarze Radhausverbreiterungen samt breiterer Spur, 20-Zoll-Leichtmetallräder und ein Sportfahrwerk enthält.

Preise

Die Preise blieben das Problem des Kleinwagens. Für den i3 verlangt BMW aktuell 39.900 Euro, der i3S steht mit 42.600 Euro in der Preisliste. Der Opel Corsa e mit weniger Leistung (136 PS), aber größerer Batterie kostet beispielsweise in der Grundausstattung nur 30.400 Euro. Insofern ist der Schwenk von BMW zum elektrischen Mini verständlich: Dessen Preise beginnen bei 32.500 Euro. Der hat zwar den Motor des i3, aber nicht so traktionsfördernd hinten, sondern vorn – und seine Karosse ist nicht aus Carbon.

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Fazit

Lange bekam der BMW i3 nur viel Lob, mit der Förderung gingen auch die Verkäufe kontinuierlich hoch. Aber mit den Alternativen im Modellprogramm zieht BMW jetzt doch früher als zuletzt erwartet den Stecker bei seinem Elektroauto-Erstling, der in der Produktion und für die Kunden zu teuer ist.

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