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Sono Motors Sion (2023): Start, Preis, Daten, Reichweite

Sono Motors Sion (2023) Solarauto mit Eisen-Phosphat-Akku im ID.3-Format

CES 2021

Das Start-up Sono Motors will sein Solarauto 2023 auf den Markt bringen – mit einer deutlich größeren Batterie, Sharing-Option und Moos-Luftfilter.

Schon 2017 hat das Münchner Start-up Sono Motors den ersten Prototypen seines Elektroautos Sion vorgestellt. Mit diversen Events und einer Probefahrtentour durch Europa konnte Sono Motors bislang 13.000 Kundenreservierungen mit im Schnitt 3000 Euro Anzahlung einsammeln. Mehr als 90 Prozent der potenziellen Käufer hatten in Umfragen für eine größere Batterie gestimmt, wie das Unternehmen im Juni 2021 bekannt gab. Deshalb bekommt der Sion jetzt statt des bisher geplanten 35-kWh-Akkus einen mit 54 kWh brutto. Die Lithium-Eisen-Phosphat-Zellen fügt ein schwäbisches Unternehmen zu einem Akkupack zusammen. Die Reichweite (ohne Solarunterstützung) steigt damit laut Sono von 255 auf 305 Kilometer. Gleichzeitig stieg die maximale Ladeleistung von 50 auf 75 kW. Und der CO2-Ausstoß bei der Produktion des Akkus, den Sono natürlich kompensiert, von 2,7 auf 4,1 Tonnen.

Im Rahmen der digital abgehaltenen CES 2021 konnte Sono Motors den zweiten Prototypen des Solar-Elektroautos Sion präsentieren. Damit näherten sich die Münchener spürbar einer Serienversion. So kommen etwa Antriebsstrang, Elektronik, Thermo-Management, Chassis, Onboard-Charger, Audiosystem und Rad-Reifen-Kombination von Serien-Zulieferern. Der Elektromotor an der Vorderachse beispielsweise stammt wie die Reifen von Continental und liefert eine Peak-Leistung von 163 PS, eine Dauerleistung von 60 kW und ein Drehmoment von 270 Newtonmetern. Als Höchstgeschwindigkeit gibt Sono Motors 140 km/h an, 100 km/h soll der Solarwagen in weniger als 9 Sekunden aus dem Stand erreichen können. Wie der Sion fährt, konnten wir bereits ausprobieren.

Sono Motors Sion Protoyp
Fahrberichte

In der ersten Hälfte des Jahres 2023 soll der Auftragsfertiger NEVS im ehemaligen Saab-Werk von Trollhättan beginnen, jährlich bis zu 43.000 Sion mit einhundert Prozent erneuerbarer Energie produzieren. Insgesamt werden in Trollhättan über einen Zeitraum von sieben Jahren zunächst 257.000 Fahrzeuge vom Band laufen.

Solarzellen auf der ganzen Karosse

Das Besondere am Sion sind natürlich die Solarzellen: Unter einem matten Finish sitzen überall auf der Karosserie Photovoltaik-Komponenten, die das Auto über ein zentrales Steuermodul mit Strom versorgen. Für den zweiten Prototyp wählt Sono Motors eine neue Zellenform, die sich besser über die Flächen und Wölbungen der Karosserie spannt und so eine größere Fläche ausnutzt. Die Zellen sitzen in einer Polymer-Beplankung des Alu-Spaceframes. Eine Lackierung muss der chinesische Auftragsfertiger daher nicht einplanen. Der Kunststoff ist durchgefärbt, beim Sion immer in Schwarz.

3/2019, Sono Sion
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Solarpanels auf der Karosserie versorgen den Sion mit Strom

Die mehr als 248 nahtlos integrierten Zellen können der Batterie laut Sono Motors Energie für bis zu 245 km (durchschnittlich 112 km) zusätzliche Reichweite pro Woche zuführen. Eine bidirektionale Ladefunktion ermöglicht außerdem nicht nur die Entnahme und Speicherung von Energie, sondern auch die Möglichkeit, diese zu teilen und elektronische Geräte (mit bis zu 3,7 kW über einen Schuko-Haushaltsstecker) oder andere Elektrofahrzeuge (mit bis zu 11 kW) mit Strom zu versorgen oder zu laden.

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Die Solarzellen sitzen nahezu überall auf der Karosse, die Ladeklappe mit drei Buchsen zwischen den Scheinwerfern.

Der Sion öffnet per App

Das Infotainment-System und die zugehörige Sono-App funktionieren schon und sind mit dem Fahrzeug verbunden. Keyless Entry, Klimasteuerung oder Ambient-Light-Konfiguration funktionieren etwa schon wie in einem Serienprodukt. Die App spielt eine zentrale Rolle im Sion-Universum. Sie ermöglicht nicht nur den Abruf von Fahrzeugdaten, sondern kann das Auto beispielsweise auch in einen Sharing-Pool integrieren oder den Standort für Ride-Pooling an andere Nutzer senden. Außerdem lässt sich das Solarauto als mobiles Kraftwerk nutzen und versorgt den Halter oder Dritte bei Bedarf mit Strom. Entwickelt wurde die Anwendung in Eigenregie.

Sono Motors Sion Protoyp
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Den roten Not-Aus-Knopf auf der Mittelkonsole hat nur der Prototyp.

Äußerlich bleibt der Sion seiner pragmatischen Form treu, ist aber deutlich gewachsen. Er misst fortan 4,47 Meter in der Länge, hat eine Gesamtbreite inklusive Außenspiegel von 2,08 Meter und eine Höhe von 1,66 Meter.

Das Design erinnert an klassische Vans, ein Gegenpol zum vorherrschenden SUV-Trend. Hinter den geraden Flächen stecken neben günstigen Produktionsmethoden auch technische Gründe, nämlich die oben genannten Solar-Module auf der Außenhaut.

Wenig Extras, aber eine Anhängerkupplung

Die Struktur des Sion-Modellprogramms soll für eine einfache Logistik maximal reduziert sein. Nachdem Kundenbefragungen das Interesse nach einer Anhängerkupplung ergeben haben, wird der Sion den Haken am Heck serienmäßig bekommen. Der dürfte allerdings vor allem als Halter für eine Fahrradträger taugen, denn wegen der Belastungsgrenze des Motors kann der Sion nicht viel ziehen. Alle Autos werden, wie einst das Ford Model T, in Schwarz ausgeliefert. Weitere Fahrzeugmodelle auf der Sion-Plattform sind geplant.

SPERRFRIST 12.01.21 20.30 Uhr Sono Motors Sion Weltpremiere Solarauto
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Der Moos-Luftfilter unterhalb des Armaturenträgers

Im Vergleich zu den ersten Prototypen hat sich der Innenraum nochmals gewandelt. Hier hat Sono Motors weiter aufgeräumt und die Bedienelemente reduziert. Nur ein Start-Stopp-Knopf soll in der Serie noch dazukommen. Alle Anwendungen sind über ein neugestaltetes 10 Zoll großes Zentraldisplay steuerbar. Es zeigt zudem die relevanten Fahrzeuginfos und Verbrauchsdaten an. Apple-Carplay und Android-Auto sind integriert. Der Hingucker im Sion ist jedoch "Bresono", der natürliche Moos-Luftfilter unterhalb des Armaturenträgers, der das Raumklima und die Feinstaubbelastung verbessern soll.

Das Gepäck für die maximal fünf Passagiere lässt sind im 650 Liter großen Kofferraum unterbringen. bei Bedarf ist der Stauraum zuungunsten der hinteren Mitfahrer auf 1.250 Liter erweiterbar. Den Preis für den Sono Sion gibt das Unternehmen mit 25.500 Euro an. Zu kaufen sein wird der Sion ausschließlich online. Probefahrten will Sono Motors über einen speziellen Zugang für Interessenten in der App ermöglichen.

Fazit

Start-ups im Bereich der Elektromobilität haben es oft nicht leicht. Gerade im Automobil-Segment bedarf es einigen Kapitals, bis mal ein fahrbarer Prototyp auf die Räder gestellt wird. Sono Motors hat sich das zuletzt mit einer Crowdfunding-Kampagne gesichert – weitere Finanzierungsrunden dürften nötig sein – aber auch möglich: Für Solar-Panel-Technologie hält Sono Motors etliche Patente und ist auch für Kooperationspartner interessant. Der elektrische Lkw eTGE von MAN etwa bekommt in Zusammenarbeit mit dem Münchner Unternehmen ein Solardach.

Dass der Sion ab 2023 auf die Straßen rollt, ist also durchaus wahrscheinlich. Den 13.000 Vorbestellern wäre das zu wünschen.

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