02/2019, 2020 Chevrolet Silverado 2500HD General Motors
09/2019, 2020 Ford F-Series Super Duty
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01/2019, 2020 GMC Sierra 3500HD Denali
01/2019, 2020 GMC Sierra 2500HD AT4 12 Bilder

Heavy-Duty-Pickups aus den USA

Ford baut den neuen Zugkraft-Champion

In dieser uramerikanischen Fahrzeugklasse ist derzeit viel Bewegung: Ford F-250/350/450, Chevrolet Silverado HD, Ram 2500/3500 und GMC Sierra Heavy Duty kommen in diesem Jahr grundlegend überarbeitet auf den Markt. Die US-Kolosse im Datenvergleich.

Die europäische Autowelt dreht sich – je nach Sichtweise – vorrangig um Leistung, Beschleunigung und den Topspeed oder um Verbrauchswerte, Reichweiten und den CO2-Ausstoß. Die Amerikaner ticken da ein wenig anders. Zumindest, wenn es um ihre heißgeliebten Pickup-Trucks geht. Hier scheint nur ein Wert zu zählen: die maximale Anhängelast. Bisher nahm keiner schwerere Trailer an den Haken als der Chevrolet Silverado HD des Modelljahres 2020. Doch nun gibt es einen neuen Zugkraft-Champion: Die 2020er Version der Super-Duty-Reihe von Ford, also F250 aufwärts, die derzeit bei der State Fair of Texas-Messe in Dallas debütiert und noch im Herbst auf den Markt kommt.

Ford F-Serie Super Duty

Typisch amerikanisch sind natürlich auch die Maßeinheiten, in denen die Zugkraft angegeben wird. Die metrische Entsprechung für die 37.000 amerikanischen Pfund lautet 16,8 Tonnen. Natürlich muss der Ford Super Duty-Pickup entsprechend vorgerüstet sein, um derart viel wegschleppen zu können. Voraussetzung ist eine Sattelschlepperkupplung auf der Ladefläche, mit der die sogenannten Gooseneck-Anhänger gezogen werden. Die bekannten Fifth-Wheeler-Caravans können bis zu 32.500 Pfund (14,7 Tonnen) schwer sein, an die normale Anhängerkupplung lassen sich immerhin noch 24.200 Pfund (elf Tonnen).

09/2019, 2020 Ford F-Series Super Duty
Ford
Leder und gebürstetes Aluminium: Selbst im Cockpit eines Ford F-450 kann es recht komfortabel zugehen.

Eine andere Notwendigkeit, um die ganz dicken Anhänger ziehen zu dürfen, ist das richtige Triebwerk. Es muss schon der neue Power Stroke-Diesel, ein 6,7-Liter-V8, im entsprechend konfigurierten F-450 installiert sein. Dieser Bulle von einem Motor leistet 482 PS und liefert ein maximales Drehmoment von 1.424 Newtonmetern, mit dem eine Zehngang-Automatik klarkommen muss. Er ist damit der erste im Konkurrenzumfeld die magische Grenze von 1.000 ft.-lbs (1.356 Newtonmeter) übertrifft. Zwei Gründe dafür sind das neue Einspritzsystem und die variable Turbinengeometrie. Mit den Daten des Diesels halten weder der neue 7,3-Liter-Benziner (436 PS und 475 ft.-lbs, also 644 Newtonmeter) noch der bekannte 6,2 Liter-V8 mit. Ist der Ford-Pickup damit ausgerüstet, erreicht er aber interessanterweise seine maximale Nutzlast von 7.850 Pfund (3,6 Tonnen).

Chevrolet Silverado HD

Der bisherige Spitzenreiter Chevrolet Silverado HD ist mit maximal 35.500 Pfund (16,1 Tonnen) nur noch die Nummer zwei im Lande. Natürlich muss auch der Silverado optimal konfiguriert sein: Nämlich mit Regular Cab, also zweitürigem Fahrerhaus, Hinterradantrieb, Zwillingsreifen und Dieselmotor. Natürlich gelten auch die 35.500 Pfund des Silverado ausschließlich für Gooseneck-Trailer.

07/2019, Chevrolet Silverado Diesel
General Motors
Der neue Chevrolet Silverado HD nimmt bis zu 16,1 Tonnen an den Haken.

Rekordverdächtig klingen zwei andere Werte des GM-Pickups: Die große, acht Fuß lange Ladefläche bietet ein Fassungsvermögen von 2.365 Litern und damit deutlich mehr als die direkte Konkurrenz. Auch die 15 verschiedenen Kamerabilder, die besonders das Fahren mit Hänger erleichtern sollen, sind derzeit unerreicht. Außer vom fast baugleichen GMC Sierra HD, mit dem sich der Silverado außerdem die Motoren und demzufolge die technischen Daten teilt. Die des Duramax-Turbodiesels lauten: 6,6 Liter Hubraum, 451 PS und maximal 1.234 Newtonmeter. Übertragen wird die Kraft von einer Zehn-Gang-Allison-Automatik. Etwas bescheidener lesen sich Zahlen beim ebenfalls erhältlichen 6,6-Liter-V8-Benziner: 407 PS und höchstens 629 Newtonmeter, die ein Sechsgang-Automat verwaltet.

GMC Sierra Heavy Duty

Bereits im Spätsommer fuhr der GMC Sierra Heavy Duty (HD) des Modelljahres 2020 vor. Er dürfte neben dem Schwestermodell Silverado die erste Wahl für die Hightech-Freaks unter den Pickup-Fahrern sein. Schließlich hat er ein Head-up-Display, das in der Diagonale 15 Zoll misst. Außerdem bis zu 15 Kameraansichten, deren Bilder so übereinandergelegt werden können, dass der Anhänger transparent wird und im Innenspiegel sowie auf dem Touchscreen zu sehen ist, was sich dahinter abspielt. Das kann eine echte Hilfe sein, denn so ein Trailer versperrt ja meist den Blick nach hinten. Optional gibt es eine Art Smart-Home-Funktion: Verfügt ein Wohnanhänger über die entsprechende Technik, lässt sich diese nicht nur mit dem Infotainmentsystem des Sierra, sondern über eine App auch mit dem eigenen Smartphone verbinden und fernsteuern.

01/2019, 2020 GMC Sierra 2500HD AT4
General Motors
So ein Heavy-Duty-Pickup wie der GMC Sierra 2500HD kann auch ganz brav und unscheinbar aussehen.

Wie auch der Silverado wächst der Sierra beim Modellwechsel beträchtlich in alle Richtungen. 3,5 Zentimeter in die Breite, vier Zentimeter in die Höhe, gut 13 Zentimeter beim Radstand und mehr als 26 Zentimeter in der Länge. Mit Crew Cab und Standard-Ladefläche ist der Brummer dann ungefähr 6,35 Meter lang und 2,08 Meter breit. Wie bei der Konkurrenz ist Allradantrieb verfügbar, aber nicht serienmäßig.

Ram 2500/3500

Es ist nur wenige Monate her, da war der Ram Heavy Duty mit 6,7-Liter-Cummins-Turbodiesel noch die Benchmark bei den dicken Pickups. Weniger auf die Leistung bezogen, denn die 406 PS des Ram-Diesels toppen sowohl die GM-Pickups als auch jene von Ford. Nein, der Ram legte die Messlatte beim maximalen Drehmoment am höchsten. Die Aisin-Sechs-Gang-Automatik muss mit 1.356 Newtonmetern klarkommen. Was nun, da die Daten des neuen Ford Super Duty-Pickups bekannt sind, mit 68 Newtonmetern Rückstand Rang zwei bedeutet. Dagegen wirken die 582 Newtonmeter des ebenfalls erhältlichen 6,4-Liter-Hemi-V8-Benziners (bei immerhin 416 PS) ziemlich mickrig.

Bei der maximalen Anhängelast ist der Diesel-Ram mit 15,9 Tonnen sogar noch weiter ins Hintertreffen geraten. Doch so schwer muss ein Anhänger erstmal sein, um den verstärkten Hinterachs-Querträger samt Aufliegerkupplung an seine Grenzen zu bringen. Aber auf die Ladefläche darf natürlich auch Frachtgut geladen werden. Im Fall des Ram Heavy Duty beträgt die maximale Zuladung knapp 3,5 – wie beim Ford erreicht vom schwächeren Benziner.

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Fazit

Die Unterschiede zwischen den Konkurrenten im HD-Pickup-Segment erscheinen marginal. Und ob technischen Entwicklung in die richtige Richtung geht, steht auf einem ganz anderen Blatt. Schließlich scheinen Fiat-Chrysler, Ford und General Motors mit ihren dicken Dingern alles im Blick zu haben, nur nicht das Thema Kraftstoffeffizienz, geschweige denn irgendeine Art von Elektrifizierung. Dennoch ist es schlicht beeindruckend, dass diese Pritschenwagen dazu in der Lage sind, 16-Tonnen-Auflieger durch die Gegend zu ziehen. Und wenn wir wetten müssten, dann würden wir darauf tippen, dass schon bald die 17-Tonnen-Marke fällt.

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