VW Passat-Produktion in Emden

Elektroautos und Passat?

VW Passat Alltrack 2.0 TSI 4Motion, Exterieur Foto: Rossen Gargolov 34 Bilder

Der Verkauf des Passat läuft schleppend, deshalb muss die Produktion im Werk Emden immer wieder angepasst werden. Berichte über das Ende des Traditionsmodells hat der Konzern aber inzwischen dementiert.

Der Verkauf des Passat läuft schleppend, weshalb VW die Produktion mehrfach anpassen musste: Die wiederholt notwendige Kurzarbeit summiert sich in diesem Jahr bereits auf 19 Arbeitstage. Außerdem musste die Produktion wegen Nachschubproblemen vorübergehend ruhen – es herrscht ein Mangel an Dieselmotoren, wie die Emdener Zeitung berichtet. Die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) hatte sogar berichtet, dass die Produktion des VW Passat im Werk Emden beendet werde.

Das hat VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann inzwischen aber dementiert: „Der Passat ist führend in seiner Klasse und bleibt auch künftig ein wichtiges Modell im Produktportfolio der Marke Volkswagen. Es ist keinesfalls geplant, die Produktion des Passat einzustellen – im Gegenteil, wir möchten unsere Markenpräsenz in diesem Marktsegment weiter ausbauen.“ Das Werk in Emden besteht seit 1964, in ihm laufen aktuell der Passat als Limousine und Kombi sowie die Arteon genannte viertürige Coupévariante der Mittelklasse-Limousine vom Band.

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Druck auf VW

Dass es in Emden nicht rund läuft, räumt Volkswagen aber ein: „Im Rahmen der üblichen Werkbelegung überprüft der Konzern laufend die optimale Belegung und Auslastung der Konzernstandorte. Aktuell geht es in Emden darum, eine Lösung zu erarbeiten, die dem Werk vor dem Hintergrund des anhaltenden Strukturwandels in der Automobilindustrie eine tragfähige Zukunftsperspektive eröffnet!“ Laut Handelsblatt liefen in der Vergangenheit 250.000 Autos pro Jahr in Emden vom Band, maximal wären 280.000 möglich. 2018 werden gerade mal 230.000 Fahrzeuge das Werk verlassen. Der Druck auf Volkswagen, das Werk Emden auszulasten, ist groß – Betriebsrats-Chef Bernd Osterloh hat den Vorstand aufgefordert, den Zukunftspakt einzuhalten. Dieser besagt, dass 2020 sogar 290.000 Autos in Emden gebaut werden sollen.

VW Arteon 2.0 TSI 4Motion, Exterieur Foto: Dino Eisele
Läuft ebenfalls im VW-Werk Emden vom Band: der VW Arteon.

Laut HAZ war vor zehn Jahren jeder fünfte verkaufte VW ein Passat, inzwischen ist es nur jeder zehnte. Wie also könnte die Zukunftsperspektive aussehen? Die Idee, freiwerdende Kapazitäten mit Modellen von Skoda zu füllen, scheiterte am Protest der Belegschaft in Tschechien. So könnte Emden zu einem zweiten Elektroauto-Produktionsstandort werden. Bisher gibt es nur die offizielle VW-Entscheidung, im Werk Zwickau E-Autos zu bauen.

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Wichtiger Arbeitgeber in der Region

Das Emdener VW-Werk ist der größte industrielle Arbeitgeber in Ostfriesland, zirka 11.000 Beschäftigte verdienen dort ihr Geld. Bei einer Umstellung auf E-Auto-Produktion könnte das Werk zu einem führenden Hersteller elektrisch betriebener Fahrzeuge werden. Für die Elektrifizierung seiner Fahrzeugflotte hat VW bisher Investitionen in Höhe von 34 Milliarden Euro vorgesehen.

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