2022 Chevrolet Silverado ZR2 General Motors
2023 Chevrolet Silverado High Country, LT und ZR2
2022 Chevrolet Silverado High Country
2022 Chevrolet Silverado High Country
2023 Chevrolet Silverado LT 20 Bilder

Chevrolet Silverado Facelift: ZR2 Bison als Raptor-Fighter

Chevrolet Silverado ZR2 Bison Chevy plant Hardcore-Version der Hardcore-Version

Chevrolet stellt dem großen Rivalen Ford F-150 Raptor mit dem ZR2 ein neues Sportmodell entgegen. Der Offroad-Pick-up kommt künftig wohl noch extremer daher.

Die "Großen Drei" der US-Autobranche befinden sich mal wieder mittendrin im Wettrüsten. Aktuell geht es um das beliebteste Fahrzeugsegment der US-Bürger: die Pick-up-Trucks. Ford hat mit dem F-150 Raptor vorgelegt: 3,5-Liter-Biturbo-V6, 456 PS, maximal 691 Newtonmeter. Dann zog Stellantis (zuvor Fiat-Chrysler, davor Daimler-Chrysler und noch früher nur Chrysler) nach und hat mit seiner Pick-up-Marke Ram richtig einen rausgehauen: Der 1500er TRX verfügt über einen 6,2-Liter-Kompressor-V8, der 712 PS leistet und brutale 881 Newtonmeter liefert.

Chevrolet wollte sich das leistungsgeschwängerte Treiben der beiden Rivalen offenbar nicht länger tatenlos mit ansehen und mischt nun mit beim bunten Pick-up-Power-Reigen. Doch gar so heftig wie die Konkurrenz geht die von Konzernchefin Mary Barra immer stärker auf Effizienz und Nachhaltigkeit getrimmte Marke nicht vor. Sie nutzt zwar das tiefgreifende Facelift des Silverado zum Modelljahr 2022, um ihrer Pritschenwagen-Baureihe eine neue sportliche Modellversion zur Seite zu stellen. Aber Chevy belässt es bei einer dynamisch angehauchten Ausstattungsvariante, die vor allem in Sachen Geländeeigenschaften nachlegt.

6,2-Liter-V8 mit 426 PS und 624 Nm

Sie trägt die Bezeichnung ZR2 und wird, na klar, ebenfalls von einem großvolumigen V8-Motor angetrieben. Der an eine Zehngang-Automatik gekoppelte und für den Pick-up bereits angebotene 6,2-Liter-Benziner verzichtet jedoch auf eine Aufladung oder irgendeine andere Art der Leistungssteigerung, weshalb er es bei 426 PS und höchstens 624 Newtonmetern belässt.

2022 Chevrolet Silverado ZR2
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Der Silverado ZR2 soll über verbesserte Gelände-Eigenschaften verfügen.

Tiefgreifendere Änderungen erhält das Fahrwerk. Erstmals im Silverado kommt das Multimatic-Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern zum Einsatz: Diese verfügen über drei mit Flüssigkeit gefüllte Kammern, deren Dämpfwirkung elektronisch über Schieberventile geregelt wird. Hinzu kommen Federn mit längeren Wegen, elektronische Sperrdifferenziale an beiden Achsen und neue Fahrmodi, zu denen auch eine "Terrain"-Abstimmung zum Felsenkraxeln gehört. Die auf speziellen 18-Zoll-Felgen montierten 33-Zoll-Geländereifen sollen ebenfalls die Offroad-Eigenschaften des Pickups verbessern.

ZR2 erhält wohl das Bison-Paket

Die optischen Änderungen im Vergleich zum Standard-Silverado finden sich am ZR2 vor allem frontseitig. Hier gibt es nicht nur neue Stoßfänger aus Stahl zu sehen, die den vorderen Böschungswinkel vergrößern und über abnehmbare Endkappen verfügen, die bei Beschädigung leicht ausgetauscht werden können. Sondern auch einen Kühlergrill mit eigener Formgebung sowie integrierter Beleuchtung und einen schwarzen Einsatz in der Motorhaube. Hinzu kommen Unterfahrschutz-Elemente, ZR2-Embleme und ein einige Zentimeter nach vorne verlegtes Auspuff-Doppelendrohr, um auch dieses vor eventuellen Beschädigungen beim Offroad-Einsatz zu schützen. Innen verfügt der Hardcore-Silverado über eine schwarz-graue Lederausstattung und dunkle Zierelemente.

2022 Chevrolet Silverado ZR2
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Der Silverado ist inzwischen als ZR2 verfügbar und erhält wohl in Kürze das Bison-Ausstattungspaket.

Doch beim reinen Silverado ZR2 wird es Chevrolet wohl nicht belassen. Verschiedene US-Pick-up-Fach-Websites berichten aktuell darüber, dass im Bestellsystem der amerikanischen Chevy-Händler eine neue Modellvariante aufgetaucht ist. Zudem seien aktuell Erlkönige unterwegs, deren Front- und Heckpartien sich stark präsentieren. Alles Indizien, die zu einem Ausstattungspaket führen, das für den kleineren Chevrolet-Pick-up Colorado ZR2 bereits erhältlich ist. Dieses wurde zusammen mit dem US-Offroad-Tuner und Zubehör-Spezialisten American Expedition Vehicles (AEV) entwickelt und trägt den Namen Bison.

Silverado ZR2 Bison in den Startlöchern

Dieses umfasst unter anderem robustere Räder, böschungs- und rampenwinkeloptimierte Stoßfänger (vorne mit einer Aufnahme für eine Seilwinde) und leicht veränderte Kotflügel – jeweils im AEV-Design. Die hier aus Stahl gefertigten Unterfahrschutz-Elemente für den Kraftstofftank, die Motorölwanne, die Differenziale beider Achsen und das Verteilergetriebe dürften noch mehr einstecken können als jene des Colorado ZR2 in Normalausführung. Innen gibt es neue Fußmatten; auch sie tragen das AEV-Logo. All diese Ausstattungsdetails würden auch dem Silverado ZR2 gut zu Gesicht stehen. Allerdings dürfte das Paket beim größeren Pick-up auch etwas mehr Geld kosten als beim Colorado; hier werden 5.750 Dollar (aktuell umgerechnet gut 5.300 Euro) verlangt.

Was der neue Chevrolet Silverado ZR2 auch ohne Bison-Paket zu leisten imstande ist, zeigte er am letzten September-Wochenende 2021 im Rahmen einer Motorsport-Veranstaltung: Fahrer Chad Hall setzte einen ZR2-Vorserien-Pickup beim "King Shocks Laughlin Desert Classic" im Rahmen der "Best In The Desert"-Rennserie ein. Und der ZR2 enttäuschte nicht: Hall trat mit seinem Truck bei zwei Rennen an, wobei er jeweils auf Gesamtrang zwölf sowie an der Spitze seiner Klasse landete.

Technisch auf Serienstand

Hall nimmt seit 2017 an derartigen Rennen teil. Seit 2019 jagte er bei zehn Wüstenrennen diverse Prototypen des Silverado ZR2 über die Pisten, um die Entwicklung des Serienautos voranzutreiben. Deshalb entspricht das zuletzt von ihm eingesetzte Auto technisch auch komplett dem Serienstandard: Der Motor und alle weiteren Antriebs-Komponenten, das Fahrwerk und der Unterfahrschutz waren identisch mit jenen Teilen, welche die Kunden beim Händler kaufen können. Lediglich optisch hat Chad Hall sein Einsatzfahrzeug aufgerüstet – und zwar mit einer ganzen Batterie an Zusatzleuchten.

2022 Chevrolet Silverado ZR2: Die Rennversion in Bildern

09/2021, 2022 Chevrolet Silverado ZR2 Rennversion
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09/2021, 2022 Chevrolet Silverado ZR2 Rennversion 09/2021, 2022 Chevrolet Silverado ZR2 Rennversion 09/2021, 2022 Chevrolet Silverado ZR2 Rennversion 09/2021, 2022 Chevrolet Silverado ZR2 Rennversion 8 Bilder

Zum Modelljahr 2022 erhielt der Silverado nicht nur eine neue Topversion; auch die Standard-Modellvarianten können sich inzwischen über Veränderungen freuen. Eigenständige Front-Designs mit anderer Schürze, neuen Kühlergrills und tiefer platzierten Scheinwerfern gibt es im Zuge des Facelifts für jede Silverado-Ausstattungslinie. LT-Modelle verfügen zudem über neue Tagfahrleuchten samt animierter Lichtsequenzen beim Annähern ans und Verlassen des Autos. Hinzu kommen die drei neuen Außenfarben Aschgrau, Sanddüne und ein leuchtendes Blau.

Größere Monitore und besseres Sprachverständnis

Den Innenraum wertete Chevrolet ab der LT-Ausstattung mit vergrößerten Monitoren auf. Das vierfach konfigurierbare Instrumenten-Display misst in der Diagonale 12,3 Zoll, während der zentrale Touchscreen sogar 13,4 Zoll aufweist. Hinzu kommen optional ein Head-up-Display und ein Monitor, der das Bild einer Rückspiegel-Kamera anzeigt. Die Bedienung per Sprachbefehl funktioniert nun auf Wunsch über den Google-Assistenten oder Amazon Alexa, während sich Smartphones kabellos per Android Auto oder Apple Carplay einbinden lassen.

2023 Chevrolet Silverado High Country
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Innen gibt es größere Monitore und speziell in der High-Country-Version hübschere Farben und bessere Materialien.

Gestalterisch ist das Armaturenbrett durch horizontale statt vertikale Linien fortan eher in die Breite ausgerichtet. Hübschere Farben und hochwertigere Materialien gibt es für die Modellversionen in den teureren Linien. So präsentiert die Top-Ausstattung High Country serienmäßig offenporiges Holz, Ledersitze mit farblich abgesetzten Nähten sowie Edelstahl-Gitter für die Lautsprecher des Bose-Soundsystems. Autos mit Schalensitzen erhalten zudem einen neu gestalteten und elektronisch gesteuerten Automatik-Wählhebel auf der Mittelkonsole. Bei allen anderen Silverado-Varianten befindet sich dieser weiterhin rechts hinter dem Lenkrad.

Modifizierter Basismotor und Super-Cruise-Fahrassistent

Im Rahmen der Modellpflege erhielt der Pickup zudem modifizierte Motoren. Der Basismotor, ein Vierzylinder-Turbobenziner mit 2,7 Litern Hubraum, verfügt nun über einen steiferen Block und eine stabilere Kurbelwelle. Davon soll nicht nur die Laufruhe, sondern auch das maximale Drehmoment profitieren, das von 472 auf 569 Newtonmeter wächst. Gleichzeitig soll sich die angebundene Achtgang-Automatik durch schnellere und sanftere Schaltvorgänge auszeichnen. Den Silverado mit Dreiliter-V6-Duramax-Turbodiesel rüstet Chevrolet mit einem verbesserten Fahrwerk aus, weshalb er sich nun mit dem "Max Tow Package" ausrüsten lässt und damit schwerere Anhänger an den Haken nehmen kann.

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Optional verfügt der Chevrolet Silverado künftig über den Super-Cruise-Fahrassistenten mit Anhänger-Adaption.

Im Zuge des Facelifts spendierte Chevy seinem Pickup optional die jüngste Evolutionsstufe des Super-Cruise-Fahrassistenten. Dieser ermöglicht freihändiges Fahren auf etwa 320.000 Kilometern des nordamerikanischen Straßennetzes, wobei das System stets überwacht, ob der Fahrer oder die Fahrerin aufmerksam bleibt. Beim Silverado ist Super Cruise speziell auf das Schleppen von Anhängern vorkonditioniert, wobei es sich mit den dafür vorgesehenen Kamerasystemen kombinieren lässt. Serienmäßig ist ein sechs Posten umfassendes Assistenz-Paket an Bord.

ZR2 mehr als doppelt so teuer wie das Basismodell

Seit Frühjahr 2022 rollen die ersten Exemplare des aufgefrischten Chevrolet Silverados auf den nordamerikanischen Straßen. Die Preise starten bei 33.800 Dollar (knapp 31.200 Euro) für das Basismodell mit viertüriger Crew Cab, kurzer Ladefläche und dem 2,7-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner. Der Silverado ZR2 kostet mindestens 69.295 Dollar, was fast 64.000 Euro entspricht.

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Fazit

Dass der Chevrolet Silverado nun auch in der berserkermäßigen ZR2-Variante mit 6,2-Liter-V8 und Offroad-Fahrwerk erhältlich ist, das offensichtlich bald noch um das hardcore-mäßige Bison-Paket ergänzt wird, mag im ersten Moment archaisch wirken. Andererseits erhält er im Zuge des Facelifts eines der besten und modernsten Fahrassistenz-Systeme in speziell adaptierter Form. Und auch innen scheint der Pickup einen Sprung nach vorne zu machen. Die Konkurrenz mag teilweise mehr Power bieten, aber der Silverado dürfte im Vergleich der modernere Pritschenwagen sein.

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