Mobilize Duo Elektro-Kleinstwagen Groupe Renault
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Renault Mobilize Duo und Bento: Das ist der Twizy-Nachfolger

Renault Mobilize Duo und Bento (2023 und 2024) Das ist der Twizy-Nachfolger

Autosalon Paris 2022

Mit seiner neuen Sparte steigt Renault ins Carsharing-Business ein. Unter dem Label Mobilize kommen zwei Modelle für den Personen- und Warentransport.

Es war im Frühjahr 2019, als Seat auf dem Mobile World Congress in Barcelona den Minimo vorstellte: Ein elektrisch angetriebenes Kleinstauto für maximal zwei Insassen, das perfekt auf's innerstädtische Carsharing zugeschnitten sein sollte. Der damalige Seat-Chef Luca de Meo höchstselbst war es, der den Minimo auf der Mobilfunkmesse in Barcelona enthüllte.

Drei Jahre später ist der Italiener der Boss von Renault und krempelt den Autokonzern mächtig um. "Renaulution" heißt die Strategie, die dem Hersteller unter anderem eine neue Mobilitätsmarke beschert: Mobilize heißt die Sparte, die Dienstleistungen in den Bereichen Mobilität, Energie und datenbasierte Lösungen anbietet. Grundsätzlich geht es darum, all jenen ein Angebot zu machen, die ein Auto nicht mehr besitzen, sondern passend zum jeweiligen Einsatzzweck nutzen wollen – Stichwort "Shared Mobility".

Design-Mix aus Minimo und Twizy

Als es darum ging, ein Auto zu entwerfen und entwickeln, das als Rückgrat dieses Dienstes dienen könnte, hat sich de Meo offensichtlich an seine Seat-Vergangenheit und den Minimo erinnert. Diesen hat Renaults Design-Team dann offenbar mit dem Twizy gekreuzt, wobei im ersten Schritt der EZ-1 Prototype entstand. In seiner Serienversion ist der Kleinstwagen noch etwas "twiziger" geworden und hat einen neuen Namen erhalten: Mobilize Duo.

Renault Mobilize Limo
E-Auto

Der Name leitet sich wohl von der Anzahl der Sitzplätze ab: Trotz ultrakompakter Maße (2,43 Meter Länge) bietet der Duo Platz für zwei Personen, die wie im Twizy hinter- statt nebeneinander positioniert sind. Im Fond sollen bis zu 1,80 Meter große Personen bequem sitzen können. Gepäck findet in zwei Staufächern Platz, die sich auf beiden Seiten des Fahrersitzes befinden.

Türen im Lambo-Style

Die Insassen entern das Cockpit durch zwei Scherentüren und finden dort ein orangefarbenes Armaturenbrett vor, das auf der linken Seite den Automatik-Wählhebel sowie rechts eine Smartphone-Halterung und einen Lautsprecher präsentiert. Obendrein ist ein USB-C-Anschluss vorhanden. Optionales Zubehör bietet weitere Individualisierungsmöglichkeiten. Für Menschen mit körperlichem Handicap lassen sich alle Bedienelemente direkt am Lenkrad gruppieren; ein faltbarer Rollstuhl soll im Duo ebenfalls Platz finden.

Mobilize Duo Elektro-Kleinstwagen
Groupe Renault
In einer Hinsicht ist der Mobilize Duo sehr Lamborghini-like: mit seinen Scherentüren.

Die Karosserie besteht aus einer röhrenförmigen Struktur, die mit unlackierten Karosserie-Komponenten aus dem Kunststoff Polypropylen umgeben ist. Zu mehr als 50 Prozent sollen recycelte Materialien zum Einsatz kommen, wobei der Duo selbst laut Hersteller zu 95 Prozent wiederverwertet werden kann. Die vorderen und hinteren Stoßstangen sind identisch, um die Produktions- und Reparaturkosten zu senken. Ihre Maserung ist so gestaltet, dass Kratzer kaum sichtbar sein sollen.

Da er nur 1,30 Meter breit ist (bei 1,46 Meter Höhe), sollen sich drei Mobilize Duos quasi senkrecht in einer Standard-Parklücke unterbringen lassen, die parallel zum Fahrbahnverlauf angeordnet ist. Jedes Exemplar trägt die Farbkombination Anthrazit und Orange, wobei sich bis zu sechs Bereiche am Auto individualisieren lassen – beispielsweise für Werbezwecke. Vorne zeigt der Duo zwei außen positionierte LED-Scheinwerfer, während es hinten ein durchgängiges Leuchtenband gibt.

Entweder 45 oder 80 km/h schnell

Dem speziell für die urbane Shared Mobility konzipierten Duo bescheinigt Mobilize eine "native Konnektivität", die speziell auf die Bedürfnisse von Unternehmensflotten sowie Mitfahr- und Mikromobilitätsdiensten zugeschnitten ist. Als Autoschlüssel und Infotainment-System dient das Smartphone der Nutzerin oder des Nutzers. Die Software lässt sich over-the-air auffrischen.

Renault Mobilize Schnellladenetzwerk
Ladesäulen

Der Elektromotor des Mobilize Duo sitzt an der Hinterachse und treibt die dortigen Räder an. Damit ist der Kleinstwagen entweder 45 oder 80 km/h schnell. Die langsamere Version kann in Deutschland bereits von 15-Jährigen gefahren werden, während der schnellere Duo den normalen Autoführerschein der Klasse B erfordert.

Die beim EZ-1 Prototype noch präsentierte Tauschbatterie hat der Duo nicht mehr. Die Reichweite gibt Mobilize mit 140 Kilometern an, wobei die endgültige WLTP-Einstufung noch aussteht. Unter der Fronthaube befinden sich fest mit dem Auto verbundene Ladekabel, die sowohl den Schuko-Stecker für die heimische 230-Volt-Steckdose als auch den Typ-2-Anschluss für Standard-Ladesäulen aufweisen.

Die Nutzfahrzeugvariante Bento

Denselben Antriebsstrang, aber nur einen Sitzplatz sowie einen fast 700 Liter fassenden Kunststoff-Frachtkoffer dahinter, bietet die Nutzfahrzeugableitung Mobilize Bento. Wer längere Gegenstände transportieren muss, kann diese an der rechten Seite des Mikro-Nutzfahrzeugs anbringen. Für den Innenraum bietet die Renault-Tochter praktischeres Zubehör an als für den Duo, beispielsweise Ablagen für Werkzeug.

Den Duo will Mobilize Ende 2023 auf den Markt bringen, der Bento folgt 2024. Während der Pkw auch Privatkunden angeboten wird, die ihn im (mindestens dreimonatigen Rhythmus) abonnieren können, bleibt das Nutzfahrzeug ausschließlich gewerblichen Kunden vorbehalten. Der Vertrieb soll in beiden Fällen komplett online abgewickelt werden. Die Kundendienstaufgaben übernimmt das bereits existente Renault-Händlernetz.

Kommt auch noch der Hippo?

Auf der Technologiekonferenz VivaTech im Sommer 2021 hat Renault ein weiteres Fahrzeugprojekt für die Marke Mobilize vorgestellt: den Hippo. Auch er ist ein elektrisches Nutzfahrzeug für die erste oder letzte Meile. Durch austauschbare Frachtmodule lassen sich die Fahrzeuge je nach Auftrag oder Kunde mit unterschiedlichen Aufbauten bestücken. Drei Kubikmeter (3.000 Liter) sollen maximal geschultert werden können, die Traglast beschränkt sich aber auf 200 Kilogramm. Ob diese Variante jedoch tatsächlich kommt (und wenn ja, wann), behält die Renault-Tochter bislang für sich.

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Fazit

Während andere Anbieter ihre Sharing-Angebote auch viele Jahre nach deren Start nicht rentabel bewirtschaften können, steigt Renault mit seiner neuen Geschäftseinheit Mobilize jetzt erst in dieses Themenfeld ein. Klar: Luca de Meo galt schon während seiner Seat-Zeit als Verfechter der Shared-Mobility-Konzepte. Aber wer weiß: Vielleicht ist die Zeit für derartige Mobilitätslösungen ja allmählich reif. Dann hätte Renault mit seiner Marke Mobilize und deren ersten Automodellen Duo und Bento genau zur rechten Zeit auf dieses Pferd gesetzt.

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