Hersteller Verbrenner Ausstieg Elektromobilität Zukunft Strategie Hersteller / Patrick Lang
BMW i3, Mercedes B-Klasse Electric Drive, VW e-Golf, Frontansicht
Addax MTN Elektrotransporter
Alke ATX Elektrotransporter
Citroen C4, Exterieur 135 Bilder

Strategie: Diese Hersteller planen Verbrenner-Ende

Die Zukunfts-Strategien der Automobilindustrie Auch Volvo wirft den Verbrenner raus

Einige Hersteller haben bereits ein Datum für das Verbrenner-Ende fixiert. Darunter sind neben GM und Ford auch Audi, Jaguar und jetzt Mercedes und Volvo.

Laut einer Mobilitätsstudie des Automobilzulieferers Continental von 2020 können sich aktuell 59 Prozent der Deutschen keinen Kauf von Elektroautos in der Zukunft vorstellen. Die Hersteller sehen das offenbar ein wenig anders. Zuletzt wurde etwa bekannt, dass VW die Preise des Verbrenner-Portfolios um bis zu vier Prozent anhebt, und nun will Mercedes mit der hauseigenen Elektro-Offensive Tempo machen. Einem Handelsblatt-Interview mit CEO Ola Källenius zufolge könnte die Stuttgarter Traditionsmarke deutlich früher verbrennerfrei werden als ursprünglich geplant.

Ola Källenius
Daimler
Nicht erst 2039, sondern eventuell schon bis zu acht Jahre früher könnte Mercedes laut CEO Ola Källenius den Umstieg vom Verbrenner auf das E-Auto vollzogen haben.

Ursprünglich hatte man das Jahr 2039 ins Auge gefasst, doch mittlerweile prüfe man im Ländle offenbar Szenarien, wonach bereits fünf bis acht Jahre früher nur noch Neuwagen mit E-Motoren vom Band rollen sollen. Dem Handelsblatt schilderte Källenius seine Erkenntnis, dass eine klare Fokussierung von den Investoren belohnt werde. Grundlage für diese Aussage bilde der Blick an die Börse, wo Hersteller wie Tesla und selbst Nio die Marke Mercedes hinsichtlich der Marktkapitalisierung übertreffen. Mit dieser angepeilten Ausrichtung sind die Stuttgarter keinesfalls alleine. Schon andere Konzerne hatten in der jüngsten Vergangenheit ähnliche Schritte angekündigt.

Volvo wird vollelektrisch

Die Schweden planen ab 2030 den radikalen Schnitt. Da ist nicht mehr von einer Elektrifizierung der Modellpalette die Rede, sondern vom kompletten Umstieg auf ein gänzlich vollelektrisches Produkt-Angebot. Selbst Hybride wirft Volvo dann raus, um in der Folge den Markt für Premium-Elektroautos zu bestücken. Das übrigens dann auch ausschließlich online, denn der Hersteller baut auch seine Vertriebsstruktur um. "Anstatt in ein schrumpfendes Geschäft zu investieren, investieren wir lieber in die Zukunft – elektrisch und online", stellt Volvo-Chef Håkan Samuelsson in einer entsprechenden Pressemitteilung klar.

Volvo XC40 P8 Recharge
Volvo
Der E-SUV Volvo XC40 Recharge ist nur der Beginn einer Elektro-Offensive, die 2030 in der kompletten Umstellung auf rein elektrische Fahrzeuge gipfelt.

Reiner Himmel über GM

Schon im Januar hatte US-Autobauer General Motors (GM) ein neues Markenlogo vorgestellt, das mit seiner blauen Farbe sinnbildlich für den reinen Himmel und damit auch den Umweltgedanken stehen soll. Wenig später hieß es aus der Führungsebene, man wolle bis 2040 CO2-neutral wirtschaften. Schon bis 2035 wolle man die Emissionen der leichten Nutzfahrzeuge eliminiert haben. Eine Aussage, die das Ende V8-betriebener Pickups bedeuten dürfte. Vor dem Hintergrund, dass sich gerade dieses Segment auf dem Heimatmarkt großer Beliebtheit erfreut, kein kleiner Schnitt in die bestehende Struktur.

GM General Motors Logo Neu 2021
GM
Mit dem neuen Logo möchte General Motors den Umweltgedanken unterstreichen.

Ford investiert kräftig

Schon in vergleichsweise naher Zukunft soll der erste Elektro-Ford auf MEB-Basis an den Start gehen. Bereits übernächstes Jahr könnte es ein Elektro-Crossover sein, den die Kölner auf die Räder stellen – dafür investieren sie eine Milliarde Euro ins Stammwerk. Doch damit nicht genug: Ab 2030 werden laut Plan alle Ford-Pkw elektrisch. Das Investment für diesen Schritt fällt mit 22 Milliarden Euro nochmal deutlich höher aus.

Ford investiert 1 Milliarde in Elektrifizierung des Werks Köln
Ford
Ford investiert eine Milliarde Euro ins Stammwerk Köln und baut dort das erste MEB-Modell. Insgesamt steckt der Konzern 22 Milliarden Dollar in die Elektrifizierung des Portfolios.

Jaguar wird reine E-Marke

Mitte Februar 2021 legt Jaguar Land Rover nach. Schon ab 2025 baut Jaguar nur noch Elektroautos, bei Land Rover soll es zumindest eines pro Baureihe sein. Konkret: In den kommenden fünf Jahren bringen die Briten sechs rein elektrische SUV-Modelle und eine komplett eigenständige Elektroplattform für Jaguar. Etablierte Baureihe wie XF und XE könnten damit ohne direktes Nachfolgemodell bis 2025 ihrem Ende entgegenrollen. Einen neuen XJ hatte Jaguar bereits abgesagt, schließt ein Elektromodell auf der neuen Plattform unter dieser Bezeichnung jedoch nicht aus. Zudem könnte die Umstellung für ein kompaktes Modell der britischen Sportmarke sorgen.

Jaguar Reimagine
Jaguar
Dieser Blau-Ton dürfte bei Jaguar künftig häufiger zu sehen sein. Die Marke soll komplett elektrisch werden.

Keine Verbrenner mehr von Audi

Klare Worte zur zukünftigen Ausrichtung findet auch Audi-Chef Markus Duesmann. Die Ingolstädter dünnen das Portfolio aus, verzichten künftig auf Baureihen unterhalb der Kompaktklasse und legen den Fokus auf größere und luxuriöse Modelle. Diese fahren dann rein elektrisch und zwar spätestens ab 2035 ausschließlich. Zu diesem Zeitpunkt soll dann kein Audi-Werk mehr Verbrenner produzieren. Eine Sonderstellung könnte entsprechend des Produktzyklus dem R8 vorbehalten sein, der in seiner finalen Version zum Abschied dann als Hybrid erscheinen und schließlich noch vor 2030 auslaufen dürfte. Dass der TT keinen Nachfolger mehr erhält, ist dagegen bereits beschlossene Sache.

Audi-Chef Markus Duesmann
Audi
Audi-Chef Markus Duesmann findet klare Worte: Bis 2035 soll kein Audi-Werk mehr Verbrenner produzieren.

Wir werden diesen Artikel fortlaufend um weitere Hersteller ergänzen, sobald deren Zukunftsstrategien mit Blick auf ein Verbrenner-Ende spruchreif werden. Wenn Sie sich persönlich und emotional nun doch bereits mit dem Umstieg befassen möchten, finden Sie alle neuen Elektroautos, die 2021 erscheinen, in unserer Fotoshow.

Umfrage

9338 Mal abgestimmt
Können Sie sich für die Technik von Elektromotoren genauso begeistern wie für die von Verbrennern?
Nein, die Wärmekraftmaschine ist viel spannender und wird immer mit ihrem Sound faszinieren.
Ja, ausgefuchste Konstruktionen mit viel Kraft und höchster Effizienz stecken jeden Spritschlucker in die Tasche.

Fazit

Die Hersteller machen ernst. Viele planen bereits die komplette Abkehr von Autos mit Verbrennungsmotoren. Die einen schleichender die anderen mit hartem Schnitt. Ob die Kunden den Wandel in dieser Form mittragen wird sich zeigen. Aktuell überwiegen jedenfalls die Zweifel und mit einem Anteil von 1,5 Prozent am Gesamtmarkt, ist die Elektromobilität noch nicht der Gamechanger, der sie gerne wäre.

Mehr zum Thema Elektroauto
Wuling Hong Guang Mini EV Cabrio
E-Auto
12/2020, Grafik Karte Batterie Produktion Europa
Alternative Antriebe
Mercedes-Maybach EQS
Neuheiten
Mehr anzeigen