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Strategie: Diese Hersteller planen Verbrenner-Ende

Die Zukunfts-Strategien der Automobilindustrie Fiat wird ab 2030 zur E-Marke

Einige Hersteller haben bereits ein Datum für das Verbrenner-Ende fixiert. Darunter sind neben GM und Ford auch Audi, Mercedes, Volvo, Mini, Honda und jetzt Fiat.

Laut einer Mobilitätsstudie des Automobilzulieferers Continental von 2020 können sich 59 Prozent der Deutschen keinen Kauf von Elektroautos in der Zukunft vorstellen. Die Hersteller sehen das offenbar ein wenig anders. Zuletzt wurde etwa bekannt, dass VW die Preise des Verbrenner-Portfolios um bis zu vier Prozent anhebt, und nun will Mercedes mit der hauseigenen Elektro-Offensive Tempo machen. Einem Handelsblatt-Interview mit CEO Ola Källenius zufolge könnte die Stuttgarter Traditionsmarke deutlich früher verbrennerfrei werden als ursprünglich geplant.

Ola Källenius
Daimler
Nicht erst 2039, sondern eventuell schon bis zu acht Jahre früher könnte Mercedes laut CEO Ola Källenius den Umstieg vom Verbrenner auf das E-Auto vollzogen haben.

Ursprünglich hatte man das Jahr 2039 ins Auge gefasst, doch mittlerweile prüfe man im Ländle offenbar Szenarien, wonach bereits fünf bis acht Jahre früher nur noch Neuwagen mit E-Motoren vom Band rollen sollen. Dem Handelsblatt schilderte Källenius seine Erkenntnis, dass eine klare Fokussierung von den Investoren belohnt werde. Grundlage für diese Aussage bilde der Blick an die Börse, wo Hersteller wie Tesla und selbst Nio die Marke Mercedes hinsichtlich der Marktkapitalisierung übertreffen. Mit dieser angepeilten Ausrichtung sind die Stuttgarter keinesfalls alleine. Schon andere Konzerne hatten in der jüngsten Vergangenheit ähnliche Schritte angekündigt.

Nur noch E-Autos bei Fiat ab 2030

Der italienische Autobauer Fiat plant bis zum Jahr 2030 den kompletten Abschied vom Verbrenner. Eine entsprechende Ankündigung machte jetzt Fiat-Chef Olivier François. "Zwischen 2025 und 2030 wird unsere Produktpalette schrittweise auf rein elektrische Fahrzeuge umgestellt", sagte er im Rahmen einer Veranstaltung beim World Environment Day. Man wolle im Einklang mit den sinkenden Batteriekosten so schnell wie möglich Elektroautos auf den Markt zu bringen, die nicht mehr kosten als Verbrennungsmodelle. Die Umstellung auf elektrische Antriebe bedeute einen radikalen Wandel für Fiat. Bislang hat Fiat allerdings mit dem 500e nur ein einziges vollelektrisches Modell im Programm. Die Italiener dürften aber bei der kommenden Elektrifizierung vom neuen Stellantis-Konzernverbund profitieren.

Verbrenner-Stopp bei Honda ab 2040

Honda Elektrofahrplan 2040
Honda
Honda-Fahrplan auf dem Weg zur Elektromobilität.

Der japanische Autobauer Honda hat angekündigt, ab 2040 keine neuen Benzinautos mehr verkaufen. Das schließt auch sämtliche Hybrid-Modelle ein. Im Gegenzug plant Honda den Anteil von Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeugen in den USA, Europa und China schrittweise zu erhöhen und strebt 40 Prozent bis 2030 und 80 Prozent bis 2035 an. Derzeit haben die Japaner mit dem Honda E nur einen Elektrokleinwagen im Angebot. 2024 sollen weitere, rein elektrisch angetriebene Modelle folgen.

Mini ohne Verbrenner

Die BMW-Tochter Mini verabschiedet sich ebenfalls vom Verbrenner. Von 2031 an will der Autobauer nur noch Elektromodelle des Kleinwagens verkaufen. 2025 kommt bereits das letzte Mini-Modell mit Verbrennungsmotor auf den Markt. 2027 soll bereits die Hälfte des Mini-Absatzes mit E-Modellen erzielt werden.

Volvo wird vollelektrisch

Die Schweden planen ab 2030 den radikalen Schnitt. Da ist nicht mehr von einer Elektrifizierung der Modellpalette die Rede, sondern vom kompletten Umstieg auf ein gänzlich vollelektrisches Produkt-Angebot. Selbst Hybride wirft Volvo dann raus, um in der Folge den Markt für Premium-Elektroautos zu bestücken. Das übrigens dann auch ausschließlich online, denn der Hersteller baut auch seine Vertriebsstruktur um. "Anstatt in ein schrumpfendes Geschäft zu investieren, investieren wir lieber in die Zukunft – elektrisch und online", stellt Volvo-Chef Håkan Samuelsson in einer entsprechenden Pressemitteilung klar.

Volvo XC40 P8 Recharge
Volvo
Der E-SUV Volvo XC40 Recharge ist nur der Beginn einer Elektro-Offensive, die 2030 in der kompletten Umstellung auf rein elektrische Fahrzeuge gipfelt.

Reiner Himmel über GM

Schon im Januar hatte US-Autobauer General Motors (GM) ein neues Markenlogo vorgestellt, das mit seiner blauen Farbe sinnbildlich für den reinen Himmel und damit auch den Umweltgedanken stehen soll. Wenig später hieß es aus der Führungsebene, man wolle bis 2040 CO2-neutral wirtschaften. Schon bis 2035 wolle man die Emissionen der leichten Nutzfahrzeuge eliminiert haben. Eine Aussage, die das Ende V8-betriebener Pickups bedeuten dürfte. Vor dem Hintergrund, dass sich gerade dieses Segment auf dem Heimatmarkt großer Beliebtheit erfreut, kein kleiner Schnitt in die bestehende Struktur.

GM General Motors Logo Neu 2021
GM
Mit dem neuen Logo möchte General Motors den Umweltgedanken unterstreichen.

Cadillac verkauft ab 2030 keine Verbrenner mehr

GMs Premium-Tochter Cadillac bekennt sich zu einem vergleichsweise frühen Verbrenner-Ausstiegsdatum. Im Rahmen der Präsentation des rein elektrisch angetriebenen SUV Lyriq hat Cadillacs Vice President Rory Harvey betont, dass die Marke nach aktuellem Stand ab 2030 keine Fahrzeuge mehr mit Verbrennungsmotor anbietet.

Ford investiert kräftig

Schon in vergleichsweise naher Zukunft soll der erste Elektro-Ford auf MEB-Basis an den Start gehen. Bereits übernächstes Jahr könnte es ein Elektro-Crossover sein, den die Kölner auf die Räder stellen – dafür investieren sie eine Milliarde Euro ins Stammwerk. Doch damit nicht genug: Ab 2030 werden laut Plan alle Ford-Pkw elektrisch. Das Investment für diesen Schritt fällt mit 22 Milliarden Euro nochmal deutlich höher aus.

Ford investiert 1 Milliarde in Elektrifizierung des Werks Köln
Ford
Ford investiert eine Milliarde Euro ins Stammwerk Köln und baut dort das erste MEB-Modell. Insgesamt steckt der Konzern 22 Milliarden Dollar in die Elektrifizierung des Portfolios.

Jaguar wird reine E-Marke

Mitte Februar 2021 legt Jaguar Land Rover nach. Schon ab 2025 baut Jaguar nur noch Elektroautos, bei Land Rover soll es zumindest eines pro Baureihe sein. Konkret: In den kommenden fünf Jahren bringen die Briten sechs rein elektrische SUV-Modelle und eine komplett eigenständige Elektroplattform für Jaguar. Etablierte Baureihe wie XF und XE könnten damit ohne direktes Nachfolgemodell bis 2025 ihrem Ende entgegenrollen. Einen neuen XJ hatte Jaguar bereits abgesagt, schließt ein Elektromodell auf der neuen Plattform unter dieser Bezeichnung jedoch nicht aus. Zudem könnte die Umstellung für ein kompaktes Modell der britischen Sportmarke sorgen.

Jaguar Reimagine
Jaguar
Dieser Blau-Ton dürfte bei Jaguar künftig häufiger zu sehen sein. Die Marke soll komplett elektrisch werden.

Keine Verbrenner mehr von Audi

Klare Worte zur zukünftigen Ausrichtung findet auch Audi-Chef Markus Duesmann. Die Ingolstädter dünnen das Portfolio aus, verzichten künftig auf Baureihen unterhalb der Kompaktklasse und legen den Fokus auf größere und luxuriöse Modelle. Diese fahren dann rein elektrisch und zwar spätestens ab 2035 ausschließlich. Zu diesem Zeitpunkt soll dann kein Audi-Werk mehr Verbrenner produzieren. Eine Sonderstellung könnte entsprechend des Produktzyklus dem R8 vorbehalten sein, der in seiner finalen Version zum Abschied dann als Hybrid erscheinen und schließlich noch vor 2030 auslaufen dürfte. Dass der TT keinen Nachfolger mehr erhält, ist dagegen bereits beschlossene Sache.

Audi-Chef Markus Duesmann
Audi
Audi-Chef Markus Duesmann findet klare Worte: Bis 2035 soll kein Audi-Werk mehr Verbrenner produzieren.

Wir werden diesen Artikel fortlaufend um weitere Hersteller ergänzen, sobald deren Zukunftsstrategien mit Blick auf ein Verbrenner-Ende spruchreif werden. Wenn Sie sich persönlich und emotional nun doch bereits mit dem Umstieg befassen möchten, finden Sie alle neuen Elektroautos, die 2021 erscheinen, in unserer Fotoshow.

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Fazit

Die Hersteller machen ernst. Viele planen bereits die komplette Abkehr von Autos mit Verbrennungsmotoren. Die einen schleichender die anderen mit hartem Schnitt. Ob die Kunden den Wandel in dieser Form mittragen wird sich zeigen. Noch überwiegen bei vielen Kunden die Zweifel, aber die Pläne der Hersteller kommen sicher nicht von ungefähr: Wenn sie damit rechnen würden, nach 2040 noch massenhaft Verbrenner zu verkaufen, würden sie sich nicht allmählich von der Technik verabschieden.

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