Mitsubishi i-Miev Europa-Version Mitsubishi
Mitsubishi Pajero
Chevrolet Aveo eingestellt 2020
BMW i8 Roadster Fahrbericht 2018
Subaru BRZ, Frontansicht 34 Bilder

Auslaufmodelle

Diese Autos haben uns verlassen

Schwache Nachfrage, Strategiewechsel, neues Konzept – es gibt verschiedene Gründe, warum Automodelle eingestellt werden. Wir haben die Auslaufmodelle ohne Nachfolger zusammengetragen. Jetzt ist es für den Mitsubishi i-MiEV und seine Derivate vorbei.

Mitsubishi stellt mit dem i-MiEV die Produktion eines des ersten in Großserie hergestellten Elektroautos ein.

Seit 2009 hat Mitsubishi den rein elektrisch angetrieben Kleinwagen i-MiEV an. Jetzt hat die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei erfahren, dass die Produktion des Modells endet. Als Grund für das Produktionsende und eine fehlende Weiterentwicklung nannte ein Mitsubishi-Verantwortlicher gegenüber Nikkei Geld- und Personalmangel.

Während Mitsubishi den i-MiEV bereits seit Mitte 2016 nicht mehr in Deutschland anbietet, endete die Produktion der i-MiEV-Derivate Citroën C-Zero und Peugeot iOn erst im März 2020. Citroën zeigt auf seiner Website zwar noch den C-Zero, aber er ist nicht mehr bestellbar – aktuell läuft der Abverkauf der letzten Modelle, die sich noch in den Lagern der Händler befinden.

An einem Nachfolger des i-MiEV arbeitet Mitsubishi zusammen mit Nissan. Das Fahrzeug kommt allerdings frühestens 2023 auf den Markt, technische Details sind noch nicht bekannt.

Mitsubishi i-Miev
Hersteller
Aus Geld- und Personalmange entwickelt Mitsubishi den i-MiEV nicht weiter - seine Produktion endet jetzt.

Endgültiges Aus für den Mitsubishi Pajero

Kundenansprüche verändern sich und die Autobauer müssen darauf reagieren. Modelle, die sich nicht verkaufen, positionieren sich damit klar auf der Streichliste. Nun erwischt es den Mitsubishi Pajero, und zwar endgültig: 2018 schon verschwand der Offroader aus Europa, seit 2019 muss Japan auf ihn verzichten. Ab 2021 gucken auch die letzten Märkte wie Südamerika, Australien oder der Mittlere Osten in die Röhre. Ein Comeback dürfte es so schnell nicht geben, denn Mitsubishi macht direkt das komplette Werk im japanischen Gifu dicht.

Infiniti verabschiedet sich aus Europa

Manchmal trifft es auch auch gleich ganze Marken. Wieder dient Mitsubishi als Beispiel: Die Japaner frieren in Europa ab sofort ihre Modellpalette ein. Sie bringen demnach keine neuen Modelle zu uns – ein Abschied auf Raten. Bei Infiniti war der Schnitt klarer: Die Luxus-Tochter von Nissan hat sich Ende März vom deutschen und europäischen Markt komplett zurückgezogen. Modelle wie Q30 und QX30 sowie die Limousine Q50 sind seitdem nicht mehr verfügbar.

Subaru BRZ - Serie - Coupes bis 50000 Euro - sport auto Award 2019
Subaru
Subaru hat die BRZ-Produktion eingestellt - und die des Toyota GT86 gleich mit.

BMW stellte im April 2020 die Produktion des Hybrid-Sportwagens i8 nach rund 20.000 Fahrzeugen seit 2014 ein. Die letzten i8-Modelle dürften noch bis Sommer 2020 abverkauft werden. Bereits im letzten Jahr endete zudem die Produktion des Honda Clarity Electric. Das Auto ist bereits nicht mehr im Konfigurator gelistet, wurde allerdings bereits zuvor nur in niedriger Stückzahl für ausgewählte Märkte angeboten. Im Sommer 2020 verlässt uns auch der Subaru BRZ – und dessen Coupé-Zwilling Toyota GT86 geht gleich mit. Immerhin bekommen die kompakten Sportwagen Nachfolger, die im Frühjahr 2021 starten sollen. Das sieht beim Chevrolet Sonic anders aus. Der Kleinwagen, der hierzulande mal als Chevrolet Aveo auch kein echtes Erfolgsmodell war, verkaufte sich in den USA nur noch knapp 14.000 mal. Rückgang zum Vorjahr von über 30%.

Bei anderen Hersteller entfallen ausgewählte Modelle. Der H-1 Travel bei Hyundai wird nur noch nach Bestellung direkt aus Korea geliefert – sechs Monate Wartezeit sind aber einzuplanen. Bei Opel wird das Modellprogramm ausgedünnt. Karl, Karl Rocks und Mokka X sind nur noch als Lagerfahrzeuge zu haben. Cascada und Adam sind schon gestrichen. Bei Volvo strebt der V40 seinem Karriereende entgegen, bei Alfa Romeo steht die Giulietta nach über zehn Jahren vor dem Produktionsende. Der Ka+ hat dieses im Ford-Modellprogramm schon erreicht. Bei Kia sind nur Restbestände des Optima SW zu haben. Und bei Fiat Deutschland will man sich nicht auf eine Zukunftsperspektive für die Modelle Fiat 124 Spider, Qubo und Doblo festlegen. Wobei der 124er als Abarth weiterleben dürfte. Bereits sicher gestorben ist der Pickup Fullback.

Fiat Fullback Pickup 2017
Torsten Seibt
Den Fiat-Pickup Fullback wollte in Deutschland kaum jemand haben. Folgerichtig wurde das Modell eingestellt.

Premium-Cabrios auf der Streichliste

Bei Lada ist der Vesta eigentlich das jüngste Modell im Programm, das schützt ihn aber offensichtlich nicht davor, bereits 2020 wieder aus dem deutschen Programm gestrichen zu werden. Wer auf Cadillacs steht, muss sich auch mit verschiedenen Modellstreichungen arrangieren. ATS, CT6, CTS und XT5 werden nur noch abverkauft. Bei Audi wird mit dem Modellwechsel beim A3 im Frühjahr 2020 die Cabrio-Variante entfallen. Cabrios stehen auch bei Mercedes auf der Streichliste. Der SL wurde zum neuen Modelljahr nicht mehr angepasst, was auf ein nahendes Produktionsende hindeutet. Zudem ist ein Nachfolger als 2+2-Sitzer bereits bestätigt Vom SLC ist die Final Edition am Start. In Folge dürfte auch hier das Bestellende nah sein. Im Mai 2020 endet die Produktion der Mercedes X-Klasse. Die Schwaben ziehen sich damit wieder aus dem Pickup-Segment zurück.

Nur noch als Lagerfahrzeuge verfügbar sind die Chevrolet-Modelle Camaro und Corvette C7. Das gilt auch für den Jaguar XJ, der nicht mehr konfigurierbar ist und durch einen rein elektrisch angetriebenen Nachfolger abgelöst wird. Auch bei VW entfällt mit dem Wechsel zum Golf 8 die Variante Sportsvan.

Alle Modelle die uns bereits verlassen haben oder bald verlassen werden, sehen Sie in der Bildergalerie.

Fazit

Nichts ist für die Ewigkeit. Wie in jeder Binse, steckt auch in diesem Spruch ein Stück Wahrheit. Auffällig ist, wie stark sich der globale Automobilmarkt in den letzten Jahren verändert hat. Statt jede Minimalnachfrage mit einem eigenständigen Modell zu besetzen, fokussieren sich die Hersteller global auf immer weniger Plattformen, die mit unzähligen Crossover-Modellen vor allem die Schnittstellen zwischen den gelernten Fahrzeugkategorien besetzen. Statt also zwei echte Fahrzeuge im Portfolio zu haben, versuchen die Autobauer, mit nur einem Zwitter-Modell die Kunden bei sich zu behalten. Das lohnt sich für die Hersteller, geht aber auf Kosten der Vielfalt.