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Verbrenner-Ende: Wann welche Autohersteller aussteigen

Verbrenner-Aus bei Autoherstellern VW, Audi und Fiat nennen Enddatum

Immer mehr Hersteller nennen ein Datum für das Verbrenner-Ende. Darunter sind neben GM, Ford auch Audi, Mercedes, Volvo, Fiat und jetzt auch VW. Meist bleiben nur mehr Hintertürchen für Märkte ohne klare Elektroperspektive.

Laut einer Mobilitätsstudie des Automobilzulieferers Continental von 2020 können sich 59 Prozent der Deutschen keinen Kauf von Elektroautos in der Zukunft vorstellen. Immer mehr Hersteller können sich hingegen nicht mehr vorstellen, im nächsten Jahrzehnt noch Autos mit Verbrennungsmotoren anzubieten und planen mit einem Ausstieg. Jetzt werden entsprechende Signale des lange Zeit weltgrößten Herstellers VW immer konkreter. So kündigte der Vorstand für Marketing der Marke Volkswagen, Klaus Zellmer, auf Linkedin an: " ... zwischen 2033 und 2035 steigen wir dann in Europa aus dem Geschäft mit Verbrenner-Fahrzeugen aus. In den USA und China etwas später. In Südamerika und Afrika wird es aufgrund der noch fehlenden politischen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen noch ein gutes Stück länger dauern".

Keine Benziner und Diesel mehr von Audi

Audi-Chef Markus Duesmann dreht die Marke mit den vier Ringen ebenfalls immer schneller auf einen Abschied von Benzinern und Dieseln. Für A3, A4 und A6 sind keine Verbrenner-Nachfolger mehr geplant, 2026 soll die letzte neue Verbrenner-Baureihe debütieren, 2033 wäre dann Schluss. Ab 2035 soll dann kein Audi-Werk mehr Verbrenner produzieren. Die Ingolstädter dünnen zudem das Portfolio aus, verzichten künftig auf Baureihen unterhalb der Kompaktklasse und legen den Fokus auf größere und luxuriöse Modelle.

Audi-Chef Markus Duesmann
Audi
Audi-Chef Markus Duesmann findet klare Worte: Bis 2035 soll kein Audi-Werk mehr Verbrenner produzieren.

Und Mercedes will mit der hauseigenen Elektro-Offensive Tempo machen. Einem Handelsblatt-Interview mit CEO Ola Källenius zufolge könnte die Stuttgarter Traditionsmarke deutlich früher verbrennerfrei werden als ursprünglich geplant.

Ola Källenius
Daimler
Nicht erst 2039, sondern eventuell schon bis zu acht Jahre früher könnte Mercedes laut CEO Ola Källenius den Umstieg vom Verbrenner auf das E-Auto vollzogen haben.

Ursprünglich hatte man das Jahr 2039 ins Auge gefasst, doch mittlerweile prüft man im Ländle offenbar Szenarien, wonach bereits fünf bis acht Jahre früher nur noch Neuwagen mit E-Motoren vom Band rollen sollen. Dem Handelsblatt schilderte Källenius seine Erkenntnis, dass eine klare Fokussierung von den Investoren belohnt werde. Grundlage für diese Aussage bilde der Blick an die Börse, wo Hersteller wie Tesla und selbst Nio die Marke Mercedes hinsichtlich der Marktkapitalisierung übertreffen. Mit dieser angepeilten Ausrichtung sind die Stuttgarter keinesfalls alleine. Schon andere Konzerne hatten in der jüngsten Vergangenheit ähnliche Schritte angekündigt.

Daimler Strategie Update 2020
Alternative Antriebe

Nur noch E-Autos bei Fiat ab 2030

Der italienische Autobauer Fiat plant bis zum Jahr 2030 den kompletten Abschied vom Verbrenner. Eine entsprechende Ankündigung machte jetzt Fiat-Chef Olivier François. "Zwischen 2025 und 2030 wird unsere Produktpalette schrittweise auf rein elektrische Fahrzeuge umgestellt", sagte er im Rahmen einer Veranstaltung beim World Environment Day. Man wolle im Einklang mit den sinkenden Batteriekosten so schnell wie möglich Elektroautos auf den Markt zu bringen, die nicht mehr kosten als Verbrennungsmodelle. Die Umstellung auf elektrische Antriebe bedeute einen radikalen Wandel für Fiat. Bislang hat Fiat allerdings mit dem 500e nur ein einziges vollelektrisches Modell im Programm. Die Italiener dürften aber bei der kommenden Elektrifizierung vom neuen Stellantis-Konzernverbund profitieren.

Verbrenner-Stopp bei Honda ab 2040

Honda Elektrofahrplan 2040
Honda
Honda-Fahrplan auf dem Weg zur Elektromobilität.

Der japanische Autobauer Honda hat angekündigt, ab 2040 keine neuen Benzinautos mehr verkaufen. Das schließt auch sämtliche Hybrid-Modelle ein. Im Gegenzug plant Honda den Anteil von Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeugen in den USA, Europa und China schrittweise zu erhöhen und strebt 40 Prozent bis 2030 und 80 Prozent bis 2035 an. Derzeit haben die Japaner mit dem Honda E nur einen Elektrokleinwagen im Angebot. 2024 sollen weitere, rein elektrisch angetriebene Modelle folgen.

Mini ohne Verbrenner

Die BMW-Tochter Mini verabschiedet sich ebenfalls vom Verbrenner. Von 2031 an will der Autobauer nur noch Elektromodelle des Kleinwagens verkaufen. 2025 kommt bereits das letzte Mini-Modell mit Verbrennungsmotor auf den Markt. 2027 soll bereits die Hälfte des Mini-Absatzes mit E-Modellen erzielt werden.

Volvo wird vollelektrisch

Die Schweden planen ab 2030 den radikalen Schnitt. Da ist nicht mehr von einer Elektrifizierung der Modellpalette die Rede, sondern vom kompletten Umstieg auf ein gänzlich vollelektrisches Produkt-Angebot. Selbst Hybride wirft Volvo dann raus, um in der Folge den Markt für Premium-Elektroautos zu bestücken. Das übrigens dann auch ausschließlich online, denn der Hersteller baut auch seine Vertriebsstruktur um. "Anstatt in ein schrumpfendes Geschäft zu investieren, investieren wir lieber in die Zukunft – elektrisch und online", stellt Volvo-Chef Håkan Samuelsson in einer entsprechenden Pressemitteilung klar.

Volvo XC40 P8 Recharge
Volvo
Der E-SUV Volvo XC40 Recharge ist nur der Beginn einer Elektro-Offensive, die 2030 in der kompletten Umstellung auf rein elektrische Fahrzeuge gipfelt.

Reiner Himmel über GM

Schon im Januar hatte US-Autobauer General Motors (GM) ein neues Markenlogo vorgestellt, das mit seiner blauen Farbe sinnbildlich für den reinen Himmel und damit auch den Umweltgedanken stehen soll. Wenig später hieß es aus der Führungsebene, man wolle bis 2040 CO2-neutral wirtschaften. Schon bis 2035 wolle man die Emissionen der leichten Nutzfahrzeuge eliminiert haben. Eine Aussage, die das Ende V8-betriebener Pickups bedeuten dürfte. Vor dem Hintergrund, dass sich gerade dieses Segment auf dem Heimatmarkt großer Beliebtheit erfreut, kein kleiner Schnitt in die bestehende Struktur.

GM General Motors Logo Neu 2021
GM
Mit dem neuen Logo möchte General Motors den Umweltgedanken unterstreichen.

Cadillac verkauft ab 2030 keine Verbrenner mehr

GMs Premium-Tochter Cadillac bekennt sich zu einem vergleichsweise frühen Verbrenner-Ausstiegsdatum. Im Rahmen der Präsentation des rein elektrisch angetriebenen SUV Lyriq hat Cadillacs Vice President Rory Harvey betont, dass die Marke nach aktuellem Stand ab 2030 keine Fahrzeuge mehr mit Verbrennungsmotor anbietet.

Ford investiert kräftig

Schon in vergleichsweise naher Zukunft soll der erste Elektro-Ford auf MEB-Basis an den Start gehen. Bereits übernächstes Jahr könnte es ein Elektro-Crossover sein, den die Kölner auf die Räder stellen – dafür investieren sie eine Milliarde Euro ins Stammwerk. Doch damit nicht genug: Ab 2030 werden laut Plan alle Ford-Pkw elektrisch. Das Investment für diesen Schritt fällt mit 22 Milliarden Euro nochmal deutlich höher aus.

Ford investiert 1 Milliarde in Elektrifizierung des Werks Köln
Ford
Ford investiert eine Milliarde Euro ins Stammwerk Köln und baut dort das erste MEB-Modell. Insgesamt steckt der Konzern 22 Milliarden Dollar in die Elektrifizierung des Portfolios.

Jaguar wird reine E-Marke

Mitte Februar 2021 legt Jaguar Land Rover nach. Schon ab 2025 baut Jaguar nur noch Elektroautos, bei Land Rover soll es zumindest eines pro Baureihe sein. Konkret: In den kommenden fünf Jahren bringen die Briten sechs rein elektrische SUV-Modelle und eine komplett eigenständige Elektroplattform für Jaguar. Etablierte Baureihe wie XF und XE rollen ohne direktes Nachfolgemodell bis 2025 ihrem Ende entgegen. Einen neuen XJ hatte Jaguar bereits abgesagt, schließt ein Elektromodell auf der neuen Plattform unter dieser Bezeichnung jedoch nicht aus. Zudem könnte die Umstellung für ein kompaktes Modell der britischen Sportmarke sorgen.

Jaguar Reimagine
Jaguar
Dieser Blau-Ton dürfte bei Jaguar künftig häufiger zu sehen sein. Die Marke soll komplett elektrisch werden.

Wir werden diesen Artikel fortlaufend um weitere Hersteller ergänzen, sobald deren Zukunftsstrategien mit Blick auf ein Verbrenner-Ende spruchreif werden. Wenn Sie sich persönlich und emotional nun doch bereits mit dem Umstieg befassen möchten, finden Sie alle neuen Elektroautos, die 2021 erscheinen, in unserer Fotoshow.

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Können Sie sich für die Technik von Elektromotoren genauso begeistern wie für die von Verbrennern?
Nein, die Wärmekraftmaschine ist viel spannender und wird immer mit ihrem Sound faszinieren.
Ja, ausgefuchste Konstruktionen mit viel Kraft und höchster Effizienz stecken jeden Spritschlucker in die Tasche.

Fazit

Die Hersteller machen ernst. Viele planen bereits die komplette Abkehr von Autos mit Verbrennungsmotoren. Die einen schleichender die anderen mit hartem Schnitt. Ob die Kunden den Wandel in dieser Form mittragen, wird sich zeigen. Noch überwiegen bei vielen Kunden die Zweifel, aber die Pläne der Hersteller kommen sicher nicht von ungefähr – die CO2-Reduktionen, die die meisten Länder inzwischen anstreben, sind mit Verbrennern nicht zu schaffen.

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