Mercedes Doppel-DRS

FIA schmettert Lotus-Protest ab

Mercedes W03 F-Schacht Test Barcelona Foto: Wolfgang Wilhelm 20 Bilder

Lotus ist mit dem Versuch gescheitert, das umstrittene Doppel-DRS-System bei Mercedes verbieten zu lassen. Der Protest wurde am Donnerstag (12.4.) von der FIA abgeschmettert. Angeblich will Lotus das Urteil akzeptieren und auf den Gang vor das Berufungsgericht verzichten.

Mercedes darf weiter mit seinem revolutionären Doppel-DRS-System fahren. Die FIA-Kommissare haben den am Donnerstag eingereichten Protest des Lotus-Rennstalls einstimmig abgewiesen. Wie schon in Melbourne und Malaysia erklärten die Regelhüter den Trick, bei dem Luft durch den Heckflügel bis an den Frontflügel geleitet wird, als legal.

Mercedes Doppel-DRS nicht direkt vom Fahrer aktiviert

Lotus hatte in seiner Protestbegründung darauf gepocht, dass der Luftfluss quer durchs Auto durch das Umklappen des Heckflügel-Flaps vom Fahrer aktiviert wird, was laut Reglement nicht legal sei. Doch die FIA bleibt weiter bei ihrer Meinung, dass die Luftführung zum Frontflügel als DRS-Zweitfunktion kein unerlaubter Eingriff in die Aerodynamik des Autos darstelle. Das System werde "indirekt" aktiviert.

Lotus-Technikchef James Allison argumentierte, dass mit der Legalisierung der DRS-Nebenfunktion noch weitere Entwicklungen in diesem Bereich ermöglicht werden. Deren Ausmaß sei jetzt noch nicht abschätzbar. Aber auch dem wollten die FIA-Stewards nicht folgen. Die Kommissare wurden bei ihrer Urteilsfindung von Rennleiter Charlie Whiting und dem technischen Deligierten Jo Bauer beraten, die das System schon in Australien und Malaysia für legal erklärten.

Mercedes: Doppel-DRS im Sinne des Reglements

Auch Ross Brawn half bei der Anhörung mit, um die umstrittene Technik zu verteidigen. Der Mercedes-Teamchef legte der FIA vertrauliche Unterlagen vor, die beweisen, dass sich in dem System keine beweglichen Teile befinden. Außerdem brachte der Brite das Argument hervor, dass andere Teams ebenfalls Modifikationen am Auto durchgeführt haben, um den Luftstrom zum aktivierten DRS zu verändern.

Nach Berechnungen von Mercedes habe sich der DRS-Effekt durch die "normalen" Modifikationen bereits von zehn km/h auf 17 bis 20 km/h erhöht. Die weitere Steigerung des Top-Speeds durch das Doppel-DRS sei deshalb kein Verstoß gegen die Absicht des Reglements. Die FIA erklärte ebenfalls, dass eine Verringerung des Luftwiderstands bei DRS-Aktivierung ganz dem Sinne der Regeln entspricht.

Legt Lotus offiziell Berufung ein?

In ihrer detaillierten Urteilsbegründung führte die FIA schließlich an, dass es sich bei dem System nur um eine Erweiterung des konventionellen DRS-Systems handelt. Löcher in den Heckflügel-Endplatten, durch die Luft eingesaugt wird, seien erlaubt. Genau wie die Verbindung zwischen Heck- und Frontflügel.

Die FIA bestätigte außerdem, dass Mercedes vor dem ersten Grand Prix in Australien bei den Regelhütern nachgefragt hatte, ob das Design erlaubt sei. Nach der Niederlage in Shanghai bliebe Lotus nun nur noch der Gang vor das FIA-Berufungsgericht. Doch nach ersten Informationen akzeptiert der Rennstall das Urteil und verzichtet auf weitere juristische Schritte in der Angelegenheit.

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