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Mercedes - Teamfoto 2016 - GP Abu Dhabi 2016
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Formel 1 Team

Mercedes AMG F1

Mit dem Mercedes F1-Team brachte der Stuttgarter Autobauer 2010 nach 55 Jahren wieder ein echtes Werksteam in der Formel 1 an den Start. Doch die ersten Erfolge der neuen Silberpfeile ließen etwas auf sich warten.

Mercedes AMG F1 ist die moderne Version eines alten Rennstalls. Die Formel 1-Geschichte von Mercedes ist lang. Schon vor dem zweiten Weltkrieg feierte der schwäbische Autobauer mit berühmten Fahrern wie Rudolf Caracciola große Erfolge auf den Rennstrecken dieser Welt. Auch der erste Start in der Formel 1 1954 im französischen Reims war ein Triumphzug. Juan Manuel Fangio und Karl Kling fuhren für die Marke mit dem Stern einen Doppelsieg ein. Hans Herrmann sicherte sich die schnellste Runde.

Mercedes dominierte sowohl 1954 als auch 1955 den Grand Prix-Zirkus. Neun Siege ließ sich das Team gutschreiben, Fangio wurde in beiden Jahren Weltmeister. Nach einem schweren Unfall in Le Mans, bei dem 80 Zuschauer ums Leben kamen, beendeten die Stuttgarter vorerst ihr Formel 1-Programm. Erst 1993 kehrte man als Motorenlieferant für das private Sauber-Team zurück in die Königsklasse. Ab 1995 schloss man sich mit McLaren zusammen und konnte drei weitere Titel feiern.

Neben McLaren kamen 2009 mit Brawn GP und Force India noch zwei weitere Motorenkunden hinzu. Völlig unerwartet konnte die junge Mannschaft von Ross Brawn mit Jenson Button am Steuer sowohl den Konstrukteurs- als auch den Fahrertitel einfahren. Für Mercedes ergab sich die Gelegenheit, den Rennstall mehrheitlich zu übernehmen und wieder ein echtes Werksteam aufzubauen.

Aus Brawn GP wird Mercedes GP

Am 16. November 2009 verkündete Daimler-Vorstand Dieter Zetsche offiziell den Kauf von 75 Prozent des Rennstalls. Die Anteile an McLaren wurden dagegen wieder abgestoßen. Mercedes kündigte an, 2010 wieder mit silber lackierten Autos an den Start zu gehen.

Nachdem Weltmeister Button zu Konkurrent McLaren wechselte und auch Nummer 2-Mann Rubens Barrichello das Team verließ, musste man sich nach zwei neuen Piloten umschauen. Schon früh wurde Nico Rosberg von Williams verpflichtet. Auch für das zweite Cockpit war schnell eine Option gefunden. Niemand geringeres als Rekordchampion Michael Schumacher sollte den Silberpfeilen neuen Glanz verleihen. Mit dem neuen Titelsponsor Petronas war das neue Paket für die Saison 2010 schließlich komplett geschnürt.

Die sportlichen Ergebnisse konnten im ersten Jahr aber noch nicht ganz mit den Erwartungen schritthalten. Rosberg landete immerhin drei Mal auf dem Podium und beendete das Jahr als WM-Siebter. Für Schumacher verlief das Comeback wenig glanzvoll. Der Rekordchampion musste mehr kämpfen, als ihm lieb war. Er beendete die Saison als Neunter. Im Konstrukteurspokal musste sich Mercedes deutlich der Konkurrenz von Red Bull, McLaren und Ferrari geschlagen geben.

Auch im zweiten Jahr blieb man weit hinter den eigenen Ansprüchen zurück. Eigentlich waren Rennsiege angepeilt, am Ende verpasste man bei allen 19 Rennen das Podium. Rosberg konnte Teamkollege Schumacher erneut schlagen, die Plätze sieben und acht in der Fahrerwertung konnten aber beide Silberpfeil-Piloten nicht zufrieden stellen. Das Team belegte am Ende erneut Rang vier in der Teamwertung.

In der dritten Saison sollte beim neuformierten Werksteam endlich die Wende geschafft werden. Und tatsächlich: Nach zwei Pleiten zu Beginn des Jahres gelang Nico Rosberg in China endlich der lang ersehnte erste Sieg. Der Jubel war groß, doch der Erfolg nur ein kurzes Strohfeuer. In Monaco schöpften die Fans nach der Trainingsbestzeit durch Schumacher und dem zweiten Platz von Rosberg im Rennen noch ein kurze Hoffnung. Danach ging es allerdings stetig bergab.

Hamilton schickt Schumacher 2013 in Rente

Mercedes verzettelte sich immer wieder mit den Reifen. Die Weiterentwicklung des Autos konnte mit der Konkurrenz nicht schritthalten. Dazu kamen Crashs und technische Pannen. Am Ende konnte man gerade noch Rang fünf in der Konstrukteurswertung gegen Sauber verteidigen. Die Konzernleitung hatte genug gesehen. Als sich die Chance bot, Lewis Hamilton zu verpflichten, musste Michael Schumacher seinen Platz räumen. Auch Sportchef Norbert Haug fiel dem mangelnden Erfolg zum Opfer.

In der Winterpause wurde die Struktur im Team neu sortiert. Niki Lauda und Toto Wolff übernahmen Anteile am Rennstall. Wolff kümmert sich zudem um die kaufmännische Seite des Teams. Ross Brawn war nur noch für die Technik zuständig. Die Wende gelang. Von Saisonbeginn an war der W04 vom Speed her konkurrenzfähig. 8 Pole Positions in den ersten 11 Rennen sprachen eine deutliche Sprache. Dabei sprangen allerdings nur 3 Siege heraus, weil der Mercedes die sensiblen Pirelli-Reifen zu stark beanspruchte.

Bis zum Saisonende konnten die Silberpfeile das Niveau nicht halten. Gegen Sebastian Vettel hatten Rosberg und Hamilton in der zweiten Hälfte keien Chance mehr. Es ging nur noch darum, Platz 2 im Konstrukteurspokal abzusichern, was erfolgreich gelang. Damit war 2013 die erfolgreichste Saison seit dem Comeback.

Rekordsaison 2014 bringt erste Titel

2014 sollte dann endlich der Knoten platzen. Personell wurde das Team im Winter komplett verändert. Teamchef Ross Brawn gab seinen Abschied bekannt. Seine Aufgaben übernahm zum Teil Paddy Lowe, der von McLaren verpflichtet wurde. Toto Wolff übernahm die Rolle des Teamchefs.

Wichtiger als die Teamführung war allerdings das neue Motorenreglement. Mercedes hatte sich am besten auf die Formel 1-Reform vorbereitet. Die Antriebsspezialisten aus Brixworth bauten den besten V6-Turbo. Die Teamfabrik in Brackley konstruierte ein stimmiges Auto drumherum. Das Gesamtpaket war nicht zu stoppen. Hamilton und Rosberg gewannen 16 von 19 Rennen und stellten dabei viele Rekordmarken auf.

Die neue Stärke sorgte allerdings auch für Spannungen im Team. Das Duell der beiden Fahrer eskalierte gleich mehrmals über die Saison. Am Ende setzte sich Hamilton mit einem starken Schlussspurt gegen Rosberg durch und sicherte Mercedes den ersten Fahrertitel seit Juan-Manuel Fangio 1955. Der Vorsprung vor der Konkurrenz war so groß, dass Experten von einer über mehrere Jahre anhaltenden Dominanz ausgingen.

Und so war auch 2015 kein Kraut gegen die Silberpfeile gewachsen. Nur Sebastian Vettel schaffte es in seinem Ferrari, die Mercedes-Party wenigstens 3 Mal in der Saison zu vermiesen. Bei den anderen 16 Rennen ging der Siegerpokal in die Vitrine in Brackley. Das Duell zwischen Hamilton und Rosberg ging erneut an den Engländer. Die Spannungen zwischen beiden Fahrern waren immer noch deutlich zu spüren. Die Teamleitung konnte allerdings eine Eskalation verhindern.

Hybrid-Ära wird zur Mercedes-Ära

Ein ähnliches Bild bot sich auch im dritten Jahr der Hybrid-Ära. Nur zwei Siege überließ Mercedes 2016 der Konkurrenz von Red Bull. Ohne die Kollision der beiden Siberpfeile in Barcelona und dem Motorschaden von Lewis Hamilton in Malaysia wäre es wohl die perfekte Saison geworden. So wurde der Konstrukteurspokal mal wieder schon 5 Rennen vor dem Saisonende in Japan gefeiert. Etwas Neues gab es nur in der Reihenfolge der Piloten. Dank einiger Technik-Probleme bei Hamilton und cleverer Punktehamsterei von Rosberg ging der Fahrertitel nach Deutschland.

Nur wenige Tage nach dem Finale in Abu Dhabi schockte der frischgebackene Champion seine Fans und auch sein Team mit der Ankündigung, mit der Formel 1 aufzuhören. In einer turbulenten Winterpause ging auch noch Technikchef Paddy Lowe von Bord. Rosberg wurde durch Vallteri Bottas ersetzt, der Teamkollege Lewis Hamilton 2018 aber nicht das Wasser reichen konnte. Nach einer spannenden ersten Saisonhälfte setzte sich der Brite im Schlussspurt gegen Titelkonkurrent Sebastian Vettel durch und feierte den vierten WM-Titel in Folge klar.

Im Jahr 2018 setzte Hamilton noch einen obendrauf. Wie schon 12 Monaten zuvor ging der Ferrari-Konkurrenz im Schlussspurt die Luft aus. Mit fünf Titeln stellte sich Hamilton auf eine Stufe mit Juan-Manuel Fangio. Nach Ferrari war Mercedes das erste Team, das fünf WM-Titel in Folge feierte.

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