10/2019, Ram 1500 Rebel OTG Concept FCA

Pickups mit E-Antrieb: Konkurrenten des Tesla Cybertruck

Elektro-Pickups: Die Tesla-Cybertruck-Konkurrenten Elektrifizierter Ram-Pickup angekündigt

Tesla ist längst nicht die einzige Firma, die einen elektrischen Pickup plant. Ein Überblick von den großen Herstellern wie GM, Ford und FCA mit seiner Pickup-Marke Ram bis zu Startups wie Nikola, Rivian, Bollinger und Co.

Sie heißen Atlis, Bollinger oder Rivian. Und sie wagen die Revolution: Pickups, diese uramerikanische Fahrzeuggattung, die man sich ohne hubraumstarke, bollernde und spritschluckende V8-Motoren kaum vorstellen kann, sollen künftig von Elektromotoren angetrieben werden und ihre Energie aus Batterien ziehen. Konkurrenz (oder Unterstützung, je nach Sichtweise) erhalten die Startups von etablierten Herstellern. Ford und General Motors planen dasselbe, auch Tesla hat mit dem Cybertruck seinen ersten Pickup schon vorgestellt. Einige kleine Firmen mit mehr oder weniger geringen Erfolgsaussichten mischen ebenfalls mit bei der Casting-Show "Amerika sucht den Super-Elektro-Pickup".

Tesla Cybertruck

An der Spitze der Bewegung steht wenig überraschend Tesla mit dem Cybertruck. Das fahrende Dreieck schlägt mit seinem Design völlig aus dem Rahmen und verfügt über eine Karosserie aus gehärtetem Edelstahl, die schlag- und schusssicher sein soll. Mit seinen Dimensionen (5,86 Meter lang, 2,03 Meter breit und 1,90 Meter hoch) orientiert sich der Cybertruck am US-Pickup schlechthin, dem Ford F-150. Die Pritsche ist 1,98 Meter lang, im Fahrerhaus ist Platz für Sechs und die Zuladung gibt Tesla mit 1.588 Kilogramm an. Drei Batteriegrößen sollen für Reichweiten von 402, 483 und 805 Kilometer gut sein und mit drei Motorvarianten kombiniert werden. Die Grundpreise bewegen sich je nach Modellvariante zwischen 39.900 Dollar (aktuell umgerechnet zirka 36.050 Euro), 49.900 Dollar (45.085 Euro) und 69.900 Dollar (63.155 Euro). Die Auslieferungen sollen Ende 2021 beginnen.

Tesla Cybertruck
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GMC Hummer EV

Der elektrisch angetriebene General Motors-Pickup, mit dem der Konzern die Modellbezeichnung Hummer reaktiviert, hat ähnlich viel mediale Aufmerksamkeit eingeheimst wie seinerzeit der Cybertruck. Ist ja logisch bei diesen beeindruckenden Daten: Für die dreimotorige Topversion prognostiziert GMC (unter dem Dach der Marke firmiert der Hummer künftig) mehr als 1.000 PS und ein Drehmoment-Maximum von knapp 15.600 Newtonmeter (an den Rädern gemessen; kombinierter Wert beider Achsen). Das Robust-Design ist Hummer-typisch, und halbautonome Fahrfunktionen sind ebenso an Bord wie innovative Offroad-Features, darunter Unterboden-Kameras sowie eine Allradlenkung samt Crab-Mode: Hier kann der Fahrer per Tastendruck die vorderen und hinteren Räder diagonal stellen, um das Fahrzeug fast seitlich zu bewegen. Potenzielle Kunden müssen jedoch viel Geduld aufbringen: Das Einführungs-Modell "Edition 1" kommt erste Ende 2021 zum Preis von 112.595 Dollar (fast 95.000 Euro) auf den Markt. Die 79.995 Dollar (knapp 67.500 Euro) teure Einstiegsversion ist sogar erst für Frühjahr 2024 geplant.

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Nikola Badger

Das Startup Nikola aus den USA darf man durchaus als Frontalangriff auf Tesla verstehen, schließlich war dies der Vorname des berühmten Erfinders, Physikers und Elektroingeneurs, nach dem Elon Musk seine Firma benannt hat. Und Nikola will Tesla zuvorkommen: Der Elektro-Pickup namens Badger soll schon im September auf den Markt kommen. Bei dem ambitionierten Zeitplan soll ein großer Automobilhersteller helfen, dessen Identität die Amerikaner aber noch geheimhalten. Das Besondere: Nikola plant nicht nur eine batterieelektrische Variante mit 460 PS Dauer- und 920 PS Spitzenleistung, sondern auch eine Kombination aus elektrischem Antriebsstrang, Lithium-Ionen-Batterie, Superkondensatoren und Brennstoffzelle als Range Extender. Mit klassischer Doppelkabine, fünf Sitzplätzen und vier Türen kommt der Nikola Badger auf eine Länge von 5,89 Meter.

Nikola Badger Elektro-Pickup
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Ford F-150 EV

Dass sich der Tesla-Chef den Ford F-150 als direkten Gegner ausgeguckt hat, kommt nicht von ungefähr: Der Pickup ist schließlich seit Jahrzehnten das meistverkaufte Auto der USA. Nicht nur in seinem Segment, sondern überhaupt. Und er kommt demnächst in einer Elektroversion, wie Ford längst bestätigte. Schon eine ganze Weile probiert Ford Prototypen auf der Straße aus. Und setzte einen davon aus PR- und Marketing-Zwecken effektvoll in Szene: Der Elektro-F-150 zog zehn mit 42 konventionellen Ford-Pickups beladene Eisenbahn-Waggons, die zusammen 454 Tonnen wogen. Außerdem scheint eine Version zu planen, bei der ein 1,0-Liter-Dreizylinder-Ecoboost-Benziner als Range Extender zum Einsatz kommt. Mehr weiß man über das Auto allerdings noch nicht.

Ford F-150 EV Prototyp
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Rivian R1T

Es könnte beispielsweise sein, dass Ford für den elektrischen F-150 eine Rivian-Plattform nutzt. Schließlich ist der Autogigant im Frühjahr mit 500 Millionen Dollar (gut 450 Millionen Euro) bei dem E-Auto-Startup eingestiegen. Gehen dessen Pläne auf, rollen noch in diesem Jahr die ersten verkauften R1T-Exemplare auf die Straße. Die vier radnah installierten Elektromotoren sollen eine Gesamtleistung von 588 kW (800 PS) und im Höchstfall 1.120 Newtonmetern liefern. Die maximal mögliche Batteriegröße (180 Kilowattstunden) soll für eine Reichweite von bis zu 640 Kilometern sorgen. Als Basispreis stellt Rivian für den 5,50 Meter langen R1T 70.000 Dollar (knapp 63.500 Euro) in Aussicht, ein Modell mit hoher Reichweite und einfacher Ausstattung soll 85.000 Dollar (etwa 77.000 Euro) kosten.

Rivian R1T
Rivian R1T Rivian R1T Rivian R1T Rivian R1S 18 Bilder

Atlis XT

Aus der Rubrik "Bei der Geburt getrennt" könnte neben dem Rivian der Atlis XT stammen, den beide Elektro-Pickups ähneln sich sehr. Nicht nur optisch, sondern auch bei der Technik. Auch beim XT verfügt jedes Rad über einen eigenen E-Motor und liefern drei Batterieoptionen bis zu 805 Kilometer Reichweite. Das zulässige Gesamtgewicht soll bei knapp 16 Tonnen liegen, was auf eine enorm große Anhängelast hindeutet. Im Gegensatz zu den aktuellen Lowtech-Pickups soll der Atlis mit XXL-Bildschirmen, Apple Carplay- und Android Auto-Konnektivität und irgendwann auch autonomem Fahren auf Level 5 sehr fortschrittlich ausgerüstet sein. Die Markteinführung des ab 45.000 Dollar (knapp 41.000 Euro) erhältlichen Atlis XT war ursprünglich für Ende 2020 geplant. Dieser Termin scheint allerdings nicht zu halten zu sein.

Atlis XT Elektro-Pick-up
Atlis XT Elektro-Pick-up Atlis XT Elektro-Pick-up Atlis XT Elektro-Pick-up Atlis XT Elektro-Pick-up 23 Bilder

Bollinger B2

Ein ähnliches Schicksal scheint Bollinger mit seinem B2 zu ereilen; auch dieser Elektro-Pickup sollte bereits in diesem Jahr auf den Markt kommen. Dessen technische Daten: Die beiden an jeder Achse positionierten Elektromotoren leisten zusammen 458 kW / 623 PS und liefern genug Kraft (906 Newtonmeter, um genau zu sein), um den B2 mit 2,3 Tonnen zu beladen und maximal 3,4 Tonnen an den Haken zu nehmen. Die 120-Kilowattstunden-Batterie soll genug Energie für 332 elektrisch gefahrene Kilometer liefern. Sicherheit und Komfort wird im Elektro-Pickup von Bollinger anscheinend eher kleingeschrieben. Dafür ist der Preis selbstbewusst: 125.000 Dollar (gut 113.000 Euro) wollen die Amerikaner für jeden B2 mindestens haben.

09/2019, Bollinger B2
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Lordstown Endurance

Auch bei und in Lordstown (die Marke ist nach der Stadt benannt, in der sie ihr Modell Endurance fertigen will) soll noch im vierten Quartal 2020 die Produktion anlaufen. Ob der Zeitplan einzuhalten ist, werden wir sehen. Immerhin ist die Serienversion des Elektro-Pickups bereits offiziell präsentiert und sind auch ziemlich konkrete technische Details bekannt: Vier radnah installierte E-Motoren liefern zusammen bis zu 608 PS, beschleunigen den Endurance von null auf 60 mph (96,6 km/h) in 5,5 Sekunden sowie auf maximal 128 km/h. Als maximale Reichweite nennt Lordstown 402 Kilometer, der Grundpreis soll bei 52.500 Dollar (etwa 47.400 Euro) liegen. Irgendwann sollen in Lordstown 500.000 Elektro-Pickups jährlich vom Band rollen.

06/2020, Lordstown Endurance
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Workhorse W-15

Eines hat der Workhorse W-15 den zuvor präsentierten Elektro-Pickups voraus: Man kann ihn bereits kaufen und erste Exemplare sollen in den vergangenen Monaten auch schon veräußert worden sein. Aber wohl nicht genug: Das Startup soll 2019 bereits Verluste im mittleren zweistelligen Millionen-Dollar-Bereich verzeichnet haben und schweigt den W-15 derzeit tot. War er mit zwei zusammen 460 PS starken E-Motoren zu schwach auf der Brust? Oder die Elektro-Reichweite von 108 Kilometern zu gering? Letzteres sollte ein als Range Extender fungierender Benzinmotor ausbügeln, der den Aktionsradius auf rund 500 Kilometer erhöht. Offenbar ohne Erfolg.

Workhorse W-15 Plug-in Electric Pickup Truck 11/2016
Workhorse W-15 Plug-in Electric Pickup Truck 11/2016 Workhorse W-15 Plug-in Electric Pickup Truck 11/2016 Workhorse W-15 Plug-in Electric Pickup Truck 11/2016 Workhorse W-15 Plug-in Electric Pickup Truck 11/2016 10 Bilder

Neuron EV T/One

Noch ganz am Anfang steht das E-Auto-Start-up Neuron EV. Gerade stellten die Kalifornier bei einer Messe in China ihre ersten Modelle vor. Darunter den T/One, einen Pickup mit aerodynamisch geformter Karosserie. Konkrete Daten nennt Neuron EV zwar noch nicht, aber die Firma will ihre Autos mit modularen Antriebssträngen ausstatten. Zudem sollen die Plattformen hochgradig flexibel und skalierbar sein, was unterschiedliche Fahrzeuglängen gewährleisten und die Kosten für die Produktion niedrig halten soll. Wann letztere startet und zu welchen Preisen der T/One erhältlich sein soll, ist noch nicht bekannt.