03/2021, Canoo Pickup Truck Canoo Inc.

Pickups mit E-Antrieb: Konkurrenten des Tesla Cybertruck

Marktübersicht neue Elektro-Pickups für die USA Neuer Cybertruck-Konkurrent aus L.A.

Tesla ist längst nicht die einzige Firma, die einen elektrischen Pickup plant. Ein Überblick von den großen Herstellern wie GM, Ford und FCA mit seiner Pickup-Marke Ram bis zu Startups wie Atlis, Rivian, Bollinger und Co.

Sie heißen Atlis, Bollinger oder Rivian. Und sie wagen die Revolution: Pickups, diese uramerikanische Fahrzeuggattung, die man sich ohne hubraumstarke, bollernde und spritschluckende V8-Motoren kaum vorstellen kann, sollen künftig von Elektromotoren angetrieben werden und ihre Energie aus Batterien ziehen. Konkurrenz (oder Unterstützung, je nach Sichtweise) erhalten die Startups von etablierten Herstellern. Ford und General Motors planen dasselbe, auch Tesla hat mit dem Cybertruck seinen ersten Pickup schon vorgestellt. Einige kleine Firmen mit mehr oder weniger geringen Erfolgsaussichten mischen ebenfalls mit bei der Casting-Show "Amerika sucht den Super-Elektro-Pickup".

Tesla Cybertruck

An der Spitze der Bewegung steht wenig überraschend Tesla mit dem Cybertruck. Das fahrende Dreieck schlägt mit seinem Design völlig aus dem Rahmen und verfügt über eine Karosserie aus gehärtetem Edelstahl, die schlag- und schusssicher sein soll. Mit seinen Dimensionen (5,86 Meter lang, 2,03 Meter breit und 1,90 Meter hoch) orientiert sich der Cybertruck am US-Pickup schlechthin, dem Ford F-150. Die Pritsche ist 1,98 Meter lang, im Fahrerhaus ist Platz für Sechs und die Zuladung gibt Tesla mit 1.588 Kilogramm an. Drei Batteriegrößen sollen für Reichweiten von 402, 483 und 805 Kilometer gut sein und mit drei Motorvarianten kombiniert werden. Die Grundpreise bewegen sich je nach Modellvariante zwischen 39.900 Dollar (aktuell umgerechnet zirka 36.050 Euro), 49.900 Dollar (45.085 Euro) und 69.900 Dollar (63.155 Euro). Die Auslieferungen sollen Ende 2021 beginnen.

Tesla Cybertruck
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Canoo Pickup Truck

Etwas später, nämlich 2023, soll der Pickup-Truck des Elektroauto-Startups Canoo auf den Markt kommen. Das in Los Angeles ansässige Unternehmen nutzt dafür seine bekannte Skateboard-Plattform, deren Antriebskomponenten in der zweimotorigen Variante mehr als 608 PS und maximal 746 Newtonmeter bereitstellen. Die Reichweite erscheint mit gut 322 Kilometern zwar recht schmal; dafür überzeugt der Canoo mit vielen praktischen Details, die das Leben von Handwerkern und Outdoor-Enthusiasten enorm erleichtern dürften. Hinzu kommt das Design mit steil abfallender Front, durch die der Kalifornier aus der Masse der neuen Elektro-Pickups heraussticht.

03/2021, Canoo Pickup Truck
03/2021, Canoo Pickup Truck 02/2020, Canoo Skateboard-Plattform für Elektroautos Canoo 03/2021, Canoo Pickup Truck 14 Bilder

GMC Hummer EV

Der elektrisch angetriebene General Motors-Pickup, mit dem der Konzern die Modellbezeichnung Hummer reaktiviert, hat bei seiner Vorstellung ähnlich viel mediale Aufmerksamkeit eingeheimst wie seinerzeit der Cybertruck. Ist ja logisch bei diesen beeindruckenden Daten: Für die dreimotorige Topversion prognostiziert GMC (unter dem Dach der Marke firmiert der Hummer künftig) mehr als 1.000 PS und ein Drehmoment-Maximum von knapp 15.600 Newtonmeter (an den Rädern gemessen; kombinierter Wert beider Achsen). Das Robust-Design ist Hummer-typisch, und halbautonome Fahrfunktionen sind ebenso an Bord wie innovative Offroad-Features, darunter Unterboden-Kameras sowie eine Allradlenkung samt Crab-Mode: Hier kann der Fahrer per Tastendruck die vorderen und hinteren Räder diagonal stellen, um das Fahrzeug fast seitlich zu bewegen. Potenzielle Kunden müssen jedoch viel Geduld aufbringen: Das Einführungs-Modell "Edition 1" kommt erste Ende 2021 zum Preis von 112.595 Dollar (fast 95.000 Euro) auf den Markt. Die 79.995 Dollar (knapp 67.500 Euro) teure Einstiegsversion ist sogar erst für Frühjahr 2024 geplant.

10/2020, 2022 GMC Hummer EV Edition 1
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Nikola Badger

Das Startup Nikola aus den USA darf man durchaus als Frontalangriff auf Tesla verstehen, schließlich war dies der Vorname des berühmten Erfinders, Physikers und Elektroingeneurs, nach dem Elon Musk seine Firma benannt hat. Doch die Attacke verpuffte: Nachdem ein Investor Betrugsvorwürfe gegen Nikola veröffentlichte, musste erst Firmenchef Trevor Milton zurücktreten. Danach zog sich ein Investor nach dem anderen zurück, und General Motors blies die geplante tiefgreifende Technik-Kooperation ab.

Bedeutet: Der Elektro-Pickup namens Badger, dessen Marktstart ursprünglich für September 2020 geplant war, kommt nun gar nicht. Das Besondere: Nikola plante nicht nur eine batterieelektrische Variante mit 460 PS Dauer- und 920 PS Spitzenleistung, sondern auch eine Kombination aus elektrischem Antriebsstrang, Lithium-Ionen-Batterie, Superkondensatoren und Brennstoffzelle als Range Extender. Doch daraus wird nun nichts. Die Konkurrenz wird's freuen.

Nikola Badger Elektro-Pickup
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Ford F-150 EV

Dass sich der Tesla-Chef den Ford F-150 als direkten Gegner ausgeguckt hat, kommt nicht von ungefähr: Der Pickup ist schließlich seit Jahrzehnten das meistverkaufte Auto der USA. Nicht nur in seinem Segment, sondern überhaupt. Und er kommt demnächst in einer Elektroversion, wie Ford längst bestätigte. Schon eine ganze Weile probiert Ford Prototypen auf der Straße aus. Und setzte einen davon aus PR- und Marketing-Zwecken effektvoll in Szene: Der Elektro-F-150 zog zehn mit 42 konventionellen Ford-Pickups beladene Eisenbahn-Waggons, die zusammen 454 Tonnen wogen. Außerdem scheint eine Version zu planen, bei der ein 1,0-Liter-Dreizylinder-Ecoboost-Benziner als Range Extender zum Einsatz kommt. Mehr weiß man über das Auto allerdings noch nicht.

Ford F-150 EV Prototyp
Ford F-150 EV Prototyp Ford F-150 EV Prototyp Ford F-150 EV Prototyp Ford F-150 EV Prototyp 10 Bilder

Rivian R1T

Es könnte beispielsweise sein, dass Ford für den elektrischen F-150 eine Rivian-Plattform nutzt. Schließlich ist der Autogigant im Frühjahr mit 500 Millionen Dollar (gut 450 Millionen Euro) bei dem E-Auto-Startup eingestiegen. Gehen dessen Pläne auf, rollen noch in diesem Jahr die ersten verkauften R1T-Exemplare auf die Straße. Die vier radnah installierten Elektromotoren sollen eine Gesamtleistung von 588 kW (800 PS) und im Höchstfall 1.120 Newtonmetern liefern. Die maximal mögliche Batteriegröße (180 Kilowattstunden) soll für eine Reichweite von bis zu 640 Kilometern sorgen. Als Basispreis stellt Rivian für den 5,50 Meter langen R1T 70.000 Dollar (knapp 63.500 Euro) in Aussicht, ein Modell mit hoher Reichweite und einfacher Ausstattung soll 85.000 Dollar (etwa 77.000 Euro) kosten.

Rivian R1T
Rivian R1T Rivian R1T Rivian R1T Rivian R1S 18 Bilder

Atlis XT

Aus der Rubrik "Bei der Geburt getrennt" könnte neben dem Rivian der Atlis XT stammen, den beide Elektro-Pickups ähneln sich sehr. Nicht nur optisch, sondern auch bei der Technik. Beim XT verfügt ebenfalls jedes Rad über einen eigenen E-Motor und liefern drei Batterieoptionen bis zu 805 Kilometer Reichweite. Das zulässige Gesamtgewicht soll bei knapp 16 Tonnen liegen, was auf eine enorm große Anhängelast hindeutet. Im Gegensatz zu den aktuellen Lowtech-Pickups soll der Atlis mit XXL-Bildschirmen, Apple Carplay- und Android Auto-Konnektivität und irgendwann auch autonomem Fahren auf Level 5 sehr fortschrittlich ausgerüstet sein. Die Markteinführung des ab 45.000 Dollar (gut 37.000 Euro) erhältlichen Atlis XT ist für 2021 geplant.